Während draußen die Sommerhitze brutzelt, ist es drinnen ein Leichtes an einen Ort zu glauben, an dem zumindest dem Namen nach nie Winter herrscht. Im malerischen Amsterdam präsentierte uns Publisher Perfect World das neueste MMO aus dem Dungeons-&-Dragons-Universum: Neverwinter.
Action-Kampfsystem und Editor: Zwei Gründe, die allein schon für Neverwinter sprechen. Aber es gibt noch einige mehr...Ausblick„Vor allem zwei Dinge machen Neverwinter zu etwas Besonderem“, fassen die Entwickler die im Marketing-Jargon USP genannten Alleinstellungsmerkmale zusammen: „Das Kampfsystem und der Editor.“ Recht haben sie und stellen dabei ihr eigenes Licht unter den Scheffel. Denn Neverwinter bietet so viel mehr.
Zäumen wir aber das Pferd von hinten auf und stellen zunächst fest, was Neverwinter nicht besonders macht. „Töte 25 Orks und befreie 10 Gefangene“, trägt mir der erste Questgeber in Niewinter auf und fegt damit gleich zu Beginn die Hoffnung fort, Neverwinter könne auch nur ein Iota vom Retorten-Design typischer MMO-Quests abweichen. Was soll’s – welches Spiel tut das schon?
100 Jahre nach den Ereignissen der Bioware-Abenteuer „Neverwinter Nights“ liegt die Stadt in Trümmern. Eine lang andauernde Belagerung der Orks konnte zwar vorübergehend zurückgeschlagen werden, doch wurden viele Teile der Stadt nur notdürftig restauriert, ein massiver Wall anstelle der Stadtmauer hochgezogen, um einen zweiten Ansturm abzuwehren. Überall in den Straßen sind die Zeichen der großen Schlacht noch deutlich abzulesen: eingestürzte Häuser und verbranntes Land bestimmen das Bildnis dieser einst majestätischen Metropole. Selbst vom großen Wachturm ist nur noch der Stumpf einer Ruine zu sehen. Der Rest liegt brüchig und umgekippt daneben, hat eine Schneise durch die Fachwerkhäuser geschlagen.
Das Design von Neverwinter besticht durch stimmungsvolle Architektur.Mit solcherlei Details schafft Neverwinter eine beispielhafte Atmosphäre, erzählt seine Vorgeschichte durch Beiläufigkeiten und erweckt so den Eindruck einer Welt, die nicht erst soeben von einem Designer im 3D-Editor entworfen wurde, sondern Jahre und Jahrhunderte Geschichte erfahren hat.
Überhaupt konnte kaum ein Free-to-Play-MMO zuvor derart den „Touristen“ in mir wecken: In der Taverne bleibe ich stehen und bewundere den sich drehenden Schweinebraten über dem Feuer und die adrette Orktänzerin auf dem Tresen. Die Katakomben unter dem Wachturm werden nicht von schnöden Fackeln, sondern einem unheiligen Lichtschein aus brüchigen Sarkophagen an den Wänden erhellt. Und das Orklager der Belagerungsarmee wirkt wie ein provisorisch zusammengezimmertes Holzkonstrukt aus zerfledderten, ineinander gestapelten Windmühlen.
In den Dungeons unter der Stadt warten garstige Kreaturen.„Ich spiele Dungeons & Dragons seit 1979“, erzählt uns Cryptic-Chef Jack Emmert. „Ich habe es sozusagen im Blut.“ Und diese Liebe zur Materie merkt man dem Spiel an. Und das, obwohl Neverwinter mit der Pen-&-Paper-Vorlage auf den ersten Blick wenig gemein hat. Die komplexen Würfeleien wurden durch ein actionbetontes Echtzeit-Kampfsystem ersetzt, wie es zuletzt TERA in ähnlicher Form versuchte. Gewürfelt wird allerdings dennoch – nur eben unmerklich im Hintergrund.
Statt Gegner mit der Maus zu selektieren und dann die Nummernklaviatur zu spielen, kämpft ihr in Neverwinter wie in einem Third-Person-Shooter bzw. -Hack-n-Slay. Sprich: Als Fernkämpfer müsst ihr zielen, als Nahkämpfer ausweichen, in jedem Fall taktisch agieren und stets in Bewegung bleiben. Die beiden Standardangriffe liegen dabei auf den beiden Maustasten: Beim Zauberer eine Art Feuerball und ein Energiestrahl, beim Krieger ein schneller und ein ausholender, starker Schlag mit Schwert oder Axt. Die wichtigsten Skills liegen direkt neben den Fingern auf Q und E. Einfacher geht nicht. Klasse gelöst.
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Da warte ich erst
Da warte ich erst einmal den Release ab und hoffe, dass die Kunden dann für Inhalte sorgen - Cryptic traue ich das nicht zu.
Was ein Bullshit! Cryptic hat in der Vergangenheit durchaus gute Spiele hervorgebracht. Hier zu nennen zB City of Heroes. Die Leute da haben gute Ideen und wissen sie auch durchaus umzusetzen. Auch wenn Sie mit StarTrek Online vielleicht nicht DEN Wurf gelandet haben den man sich erhofft hatte. Wenn man aber mal sieht wie sich zB dieses Spiel verändert/verbessert hat sieht man mit wieviel Herzblut die Jungs an ihren "Babys" arbeiten.
Und ob Neverwinter nun gut wird oder nicht wissen wir erst dann wenn es raus kommt.
MfG
PS. Ich hatte Champions Online auch eine Zeit lang gespielt und hatte viel Spass damit.
Wenn nun noch das Basisgameplay und die Grafik stimmt, könnte ich mir vorstellen, das mit Neverwinter ein sehr guter MMO Kandidat an den Start geht - besser jedenfalls als SWTOR, TERA, SecretWorld und der ganze Einheitsbrei.
Was Cryptik angeht- mir hatte Champions Online sehr viel Spaß gemacht, vor allem wegen des freien Skill- und Charaktersystems. Leider hat es bei dem Spiel an vielen anderen Ecken gehakt....
Da warte ich erst einmal den Release ab und hoffe, dass die Kunden dann für Inhalte sorgen - Cryptic traue ich das nicht zu.
So ein Positives Fazit macht das ganze doch die Beobachtung aus dem Augenwinkel wert.
Aber sollte man den Community-Content wirklich ernsthaft angehen, dann ist das ja irgendwo auch eine Form von "Sandbox". Kann bei richtiger Ausführung durchaus interessant sein.
Wie Voodjin schon sagt, kommt es aber auch auf das Free2Play-Modell an. Vielleicht sogar auch rein für den Erfolg des Spiels. Ich würde mich über ein Guild Wars-Modell freuen, bei dem ich einmal ordentliche 50€ für das Spiel zahle und dann höchstens noch für Komfort-Spielereien zur Kasse gebeten werde.
Wie sieht es denn mit dem Charaktereditor aus? Damit steht und fällt für mich ja auch vieles ... gerade bei DnD möchte ich MEINEN Charakter erstellen und keine Kombination aus Gesicht Nr. 10 von 11, Frisur Nr. 4 von 7 und Körperform 2 von 2. Das war eigentlich immer eine Stärke von Cryptic!
Danke, sieht ja soweit ganz gut aus. Nicht ganz so flüssig wie bei Blizzard und Tera (Animation), aber trotzdem ganz nett gemacht. Jetzt muss es noch mit einem fairen F2P Shop klappen, dann kann man sich auch schon auf das Spiel freuen.^^
Das Questsystem liest sich genau so bescheiden wie bei Rift und Tera. Eigentlich ziemlich unverständlich, warum dieser Teil immer so vernachlässigt wird, aber gut, vielleicht wird es durch das Community-Tool einiermassen entschärft.
Mich würde vor allem mal interessieren, was man bei diesem F2P Titel so blechen muss, um wirklich seinen Spaß haben zu können. Was das angeht, bin ich bei Cryptic ziemlich skeptisch. Auch was die letztendliche Qualität des Spiels, des Supports und der Server angeht, muss man erst sehen, ob Cryptic da einen vernünftigen Standard erreichen kann. Vielleicht kann hier jemand was dazu sagen, der eventuell Star Trek oder einen der älteren Titel der Firma zockt.
Auf jeden Fall behalte ich es mal im Auge. MMOs mit aktivem Kampfsystem gibt es einfach (noch) zu wenig, um es zu ignorieren.^^
@Matthias: Wie sahen den die Animationen beim spielen aus? Es gibt ja leider noch keine InGame-Videos dazu. Würde mich mal interessieren, ob das Ding, was das angeht, mit den aktuellen Titeln mithalten kann.