Über zwei Jahre ist es her, dass sich Hobby-Rennfahrer auf die Strecken von Need for Speed wagten. Doch hat sich Wartezeit gelohnt? Immerhin kamen die letzten Teile bei Kritikern und Fans weniger gut an. Mit Need for Speed: Payback schickt euch Entwickler Ghost Games nun in die Wüste der fiktiven Region Fortune Valley und auf eine wilde Rachemission mit gleich drei Hauptcharakteren.

Seht im Story-Trailer, was euch als Streetracer Tyler Morgan in Need for Speed: Payback erwartet:

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Dreh- und Angelpunkt der Story ist Tyler Morgan, seines Zeichens Streetracer und neuerdings Erzfeind des Kartells House. Dieses regiert die Stadt in allen Belangen, was letzten Endes sogar die illegalen Straßenrennen betrifft. Das stößt bei den Racern natürlich auf wenig Gegenliebe, weshalb sich der Spieler schneller in einem Strudel aus Verrat und Rache wiederfindet, als ihm lieb ist. Während „Ty“ hauptsächlich auf dem Asphalt anzutreffen ist, helfen außerdem noch Fahrerin Jessica Miller bei Problemen mit den Cops und Spaßvogel Sean „Mac“ McAlister bei der Action abseits der Piste. Und vor allem dort wird jede Menge geboten.

Need for Speed: Payback - Labern, bis der Motor qualmt

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Mit Need for Speed: Payback geht es endlich wieder auf die Strecke. Grafik sowie Fuhrpark sind ansehnlich. In euren Garagen tunt ihr die Wagen nach Belieben.
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Hier eine Rampe, dort ein Blitzer

Wenn ihr nicht gerade mit euren Flitzern über die Straßen oder durch die Pampa cruist, dann erwarten euch im Spiel alle Nase lang irgendwelche Aufgaben. Bei Blitzern müsst ihr mit maximaler Geschwindigkeit durchbrettern, bei Rampen zählt der weiteste Flug oder ihr müsst driften wie der Renn-Gott persönlich. Die Aufgaben lassen sich beliebig oft wiederholen. Außerdem könnt ihr noch Roulette-Chips sammeln, Plakatwände zertrümmern und alte Autos wieder aufmotzen, nachdem ihr die Wracks geborgen habt. Das sind zwar alles irgendwie Spielereien, doch sie lockern die oft lahmen Fahrten zwischen den Events und Rennen ungemein auf.

Apropos Rennen: Die sind natürlich das Herzstück von Need for Speed, alles andere wäre auch eine Überraschung. Doch gerade bei diesen Wettkämpfen springt der Funke der großartigen neuen Welt einfach nicht über. Wer einmal einen Teil von Need for Speed gespielt hat, der fühlt sich auf den Straßen von Fortune Valley sofort zu Hause. Das muss nicht schlecht sein, reißt aber auch nicht vom Hocker. Ganz anders sieht es da allerdings bei den Offroad-Events aus. Diese schicken euch mit einem besonderen Geländewagen weg von der Straße, hinaus in die Wüste. Gerade wenn die Sonne vom Himmel brennt und euch Staub und Dreck um die Ohren fliegt, dann lässt Need for Speed: Payback die Muskeln spielen.

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Rennen sind natürlich das Herzstück des Spiels. Alles andere wäre aber auch eine echte Überraschung!
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Nicht weniger spannend sind sogenannten Heist-Missionen, bei denen es nicht um läppische Rennen gegen Computergegner geht, sondern um knallharte Action und gefährliche Aufträge. So verfolgt ihr auf einem dieser Abenteuer einen LKW, denn ihr seid auf seine Ladung aus. Plötzlich dreht der Fahrer allerdings durch, rammt die Wagen vom Highway und lässt brennende Fässer fallen. Und als würde das nicht reichen, jagen euch die Cops und Mitglieder vom House, die ihr mit gekonnten Ramm-Attacken von der Straße fegt. Hat da jemand „Burnout“ gesagt?

Damit euch die Konkurrenz nicht irgendwann davonfährt, gibt es natürlich auch die Möglichkeit zum Tuning. Dies geschieht in Payback neuerdings über Tuning-Karten, die ihr entweder für Ingame-Währung kauft oder aber nach einem erfolgreichen Rennen geschenkt bekommt. Gezieltes Aufwerten ist dann allerdings nicht möglich, denn ihr zieht zufällig eine von drei verfügbaren Karten. Betet also vorher immer brav zu RNGesus!

Während Need for Speed: Payback für Solo-Spieler allerlei bietet, haben Multiplayer-Aspiranten ein wenig das Nachsehen. Online vergleicht ihr lediglich die Zeiten der kleineren Herausforderungen mit euren Freunden oder tretet gegen andere Fahrer auf bestimmten Strecken an. Gemeinsame Ausflüge mit Kumpels gibt es nicht, außer sie sitzen neben euch auf der Couch und schauen begeistert zu.

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Straßenrennen in der Großstadt oder Offroad-Action mitten in der Pampa zwischen engen Felsschluchten? Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.
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„Jetzt halt doch endlich mal die Klappe!“

Technisch macht das neue Need for Speed viel richtig, vor allem in Sachen Grafik. Fortune Valley ist schick, der Asphalt flackert unter der brennenden Sonne, in den verschiedenen Regionen gibt es klare optische Unterschiede. Egal, ob Wald, Wüste, Vorort oder Großstadt – jeder Bereich hat seinen Charme. Dieser Charme verfliegt allerdings, wenn ihr mit Höchstgeschwindigkeit über die Straßen rast. Selbst bei 250 km/h sucht ihr den Temporausch vergebens. Jede Fahrt fühlt sich deshalb gleich an, was auf Dauer langweilt.

Ein Rennspiel mit Stärken auf und abseits der Straße. Der Rest ist allerdings maximal Mittelmaß.Fazit lesen

Noch schlimmer ist es allerdings die Soundkulisse. Die deutsche Synchronisation ist zwar durchaus gelungen, die Motorengeräusche sind es jedoch weniger. Röhrende Fahrzeuge und quietschende Reifen klingen eher dünn. Eines hört ihr dafür immer und zu jeder Zeit: die omnipräsenten Stimmen der verschiedenen Charaktere. Ganz ehrlich? Mich interessiert es mitten in der Nacht auf dem Highway so überhaupt nicht, ob Jess Bock auf fettige Burger hat, während Mac sie davor warnt, dass so etwas ungesund ist. Und so geht es eigentlich die ganze Zeit. Wenn kein anderer NPC etwas zu sagen hat, dann fängt Ty plötzlich an, mit sich selbst zu reden.

Ja, verstanden, es ist eine lebendige Spielwelt, aber bitte haltet doch einfach mal die Klappe! Nicht nur für meinen Seelenfrieden, sondern auch für die teils starke Musik, die aus den Boxen dröhnt. So gibt es allerlei echte Song-Highlights von Bands wie X Ambassadors, Queens of the Stone Age oder auch den Gorillaz. Und auch die restlichen Songs passen super zu dem Freiheits-Open-World-Rebellen-Feeling.

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Nicht nur dem Spiel hätte also noch an manchen Stellen etwas Feintuning gutgetan, überhaupt fehlt genau so eine Funktion. Ihr perfektioniert eure Autos gerne bis ins kleinste Detail, stimmt euer Getriebe auf die kommende Fahrt ab, passte eure Radaufhängung für die anstehende Strecke an und wollt sogar Einfluss auf die Federkraft? Nun, dann seid ihr bei Need for Speed: Payback leider an der falschen Stelle. Fans und Kenner wird das nicht stören, eine arcadelastige Steuerung stand in den Need-for-Speed-Games immer im Vordergrund. Ein wenig Tiefgang wäre dennoch wünschenswert gewesen. Die unterschiedlichen Autos und Fahrzeugtypen müssen allerdings auch erst einmal gemeistert werden. Wenn euch das gelingt, dann werdet ihr aber ganz schnell der „King of the Road“.