Need for Speed Most Wanted (PSP Review)
von Andreas Müller

Auf PC und Konsolen landeten die Jungs von Electronic Arts mit Need for Speed Most Wanted einen echten Hit. Die Kombination aus Verfolgungsfahrten mit der Polizei und dem bewährten Gameplay der Underground Vorgänger samt Tuning, sorgte für viel Kurzweil.

Need for Speed Most Wanted (2005) - Need for Speed: Most Wanted - Cop Evade Movie8 weitere Videos

Besitzer der PSP und Fans des Renngenres wissen, dass Most Wanted nicht das Debut der Need for Speed Serie auf Sonys Handheld darstellt. Mit Need for Speed Underground Rivals wurden vor einigen Monaten, hoch gesteckte Erwartungen leider nur partiell erfüllt. Vor Allem in punkto Technik wirkte das Spiel recht unreif. Schaffen die Entwickler es nun, diese Schwächen zu beseitigen?

Entfallene Szenen
Wir wenden uns zunächst der Story zu, die besonders bei den PC- und Konsolenfassungen für Begeisterung sorgte. Auf Sonys PSP glänzt die Hintergrundgeschichte leider nur durch Abwesenheit. Wer das Spiel von den anderen Plattformen kennt weiß, was dem Spieler hier vorenthalten wird. Statt der spektakulären Geschichte eines Untergrundfahrers, der an der Spitze seiner Karriere in einem Rennen betrogen wird und dadurch Geld und seinen schicken BMW M3 GTR verliert, startet die PSP Karriere direkt mit der drögen Black List.

Zwar gilt es auch hier, sich von Platz 15 der Black List bis zu Platz 1 hinauf zu arbeiten, doch wieso ihr dieses Ziel verfolgt bleibt leider außen vor.

Schwarzfahrer
Die Black Liste ist eine Rangliste von Fahrern illegaler Straßenrennen. Während sich auf den unteren Plätzen noch Punto und Golffahrer wieder finden, bekommt ihr es später auf den oberen Rängen mit Supersportwagen zu tun. Damit sich die Gegner überhaupt auf ein Rennen mit euch einlassen gilt es, bestimmte Vorraussetzungen zu erfüllen. So müsst ihr eine bestimmte Anzahl von Rennen gewinnen und ein gewisses Kopfgeld, das auf euch ausgesetzt ist, erzielen. Das Kopfgeld steigert ihr, in dem ihr euch im Rennen bei den Cops unbeliebt macht - dies geschieht durch Top Speed und rücksichtslose Fahrweise gegenüber Gesetzeshütern und Verkehrsteilnehmern.

Straßenduell
Jedes Mal, wenn ihr die Bedingungen des nächsten Black List Fahrers erfüllt habt, kommt es zum Showdown, in dem ihr in einem Wettbewerb bestehend aus drei Einzelrennen gegen ihn bestehen müsst. Habt ihr das geschafft, nehmt ihr seinen Rang in der Black Liste ein und habt sogar die Chance, in einem kleinen Glücksspiel seine PS Schleuder zu gewinnen. Für jedes gewonnene Rennen bekommt ihr zudem Preisgelder, die in euren fahrbaren Untersatz investiert werden können. Neben der Verbesserung der Fahreigenschaften wie Handling, Beschleunigung oder Top Speed, dürft ihr auch bei Most Wanted nach Herzenslust in die Tuningkiste greifen. Anbauteile, Decals, Speziallacke, diverse Felgen, Unterbodenbeleuchtung und vieles Mehr stehen zur Aufwertung eures Vehikels bereit.

Abwechslung und Lachgas
Das Repertoire der Rennmodi reicht von reinen Zeit- und Rundenrennen über Knockout Rennen bei denen pro Runde der jeweils Letzte rausfliegt, bis hin zu Kurzstreckenspurts.

Langeweile kommt aufgrund des dichten Verkehrs, Hindernissen, Radarfallen und der stetigen Polizeipräsenz fast nie auf. Der regelmäßige Gebrauch der NOS-Flaschen verleiht dem Fahrzeug einen zusätzlichen Geschwindigkeitsboost. Im Laufe der Rennen laden sich die Lachgaseinspritzungen kontinuierlich wieder auf.

Technischer Fortschritt
Grafisch wirkt das Spiel deutlich ausgereifter als der Vorgänger Underground Rivals. Wie von den PC- und Konsolenversionen gewohnt, fahrt ihr auch hier bei vollem Tageslicht statt bei nächtlichem Neonambiente. Texturen, Fahrzeugmodelle und Weitsicht sind jedoch derart gut gelungen, dass die Gesamtpräsentation wirklich sehenswert ist. Selbst wenn ihr die Fahrzeuge in der Tuningwerkstatt nach Belieben drehen- und zoomen dürft und somit Einblick in jedes noch so verborgene Detail bekommt, wissen die Modelle noch zu gefallen. Gelungen sind auch die hell leuchtenden Sonderrecht-Lampen der Polizeifahrzeuge.

Arcade pur!
Die Steuerung geht sehr gut von der Hand und vermittelt auch auf Sonys Handheld einen sehr arcadelastigen Eindruck. Unbeeindruckt von Witterung und Bodenbelag brettert ihr mit konstant hoher Bodenhaftung durch die Stadtteile. Knifflig wird es nur dann, wenn die Framerate aufgrund hohen Verkehrsaufkommens einmal in die Knie geht oder ihr schwierige Haarnadelkurven durchfahren müsst. Der Einsatz der Handbremse will auf der PSP nicht ganz die Wirkung zeigen, die man von den anderen Plattformen gewohnt ist.

Lästige Cops
So viel Spaß die Verfolgungsjagden mit den Cops auf den "großen Plattformen" machen, so lästig wirken sie leider auf der PSP. Die Gesetzeshüter lassen sich einfach kaum abhängen und scheinen bei schwierigem Streckenverlauf wie auf Schienen über den Asphalt zu bügeln. Hinzu kommt, dass selbst kleine Rempler häufig dafür sorgen, dass sich euer Fahrzeug quer stellt.

Need for Speed Most Wanted (2005) - Heftige Rennen und abgefahrene Verfolgungsjagden im PSP Test!

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Erfreulich ist dagegen, dass ihr nicht auf den Polizeifunk verzichten müsst und somit immer über geplante Aktionen der Cops Bescheid wisst.

Gute KI
Die KI der Gegner ist dagegen recht gut gelungen - gemäßigte Rempler und gelegentliche Fahrfehler lassen das künstliche Verhalten recht real wirken. Wie von Arcade Racern gewohnt, sorgt auch bei Most Wanted ein sogenanntes Catch Up Feature dafür, dass die zurückliegenden Fahrzeuge stets einen kleinen Geschwindigkeitsbonus erhalten. Somit bleiben das Fahrerfeld stets eng beieinander und die Rennen bis zum Schluss spannend.