Need for Speed: Most Wanted (PS2 Review)
von Nedzad Hurabasic

"Zurück ans Tageslicht und in die Fänge der Polizei", so könnte man das Motto der neusten Auflage der Need for Speed-Reihe zusammenfassen. Nachdem Electronic Arts das Rennspiel in den letzten Folgen in den 'Underground' verlegt hatte und die Rennen bei

Nacht stattfinden ließ, dürfen wir unsere illegalen Straßenrennen nun wieder bei strahlendem Sonnenschein in Angriff nehmen. Need for Speed: Most Wanted trägt seinen Titel nicht zu unrecht und das gleich im doppelten Sinn: Zum einen warten unzählige Rennspiel-Fans mit hohen Erwartungen auf dieses Spiel, zum anderen ist es eine der Kernkomponenten, seinen schlechten Ruf bei der Polizei zu "pflegen" und dieser in unzähligen spannenden Verfolgungsjagden ein Schnippchen zu schlagen.

Need for Speed Most Wanted (2005) - Need for Speed: Most Wanted - Cop Evade Movie8 weitere Videos

Hollywood-Feeling
Qualmende Reifen - Schnitt. Eine blonde Schönheit sammelt die Zulassungspapiere zweier Fahrer ein - Schnitt. Wir rasen im Kampf Wagen gegen Wagen gegen die Nummer 15 der mysteriösen Blacklist von den Cops verfolgt durch die Stadt Rockport, bis uns plötzlich eine unerklärliche Panne zur Aufgabe zwingt - Schnitt. Verdammt! Karre weg, Mädel weg und wir - bzw. der Charakter, den wir verkörpern, landen im Gefängnis. So beginnt der zentrale Karrieremodus von Need for Speed: Most Wanted. Mit dramatischen und imposanten Szenen, mit einem Mix aus toll choreografierten, gerenderten Videosequenzen und mit echten Schauspielern und Ingame-Rennszenen. Wahnsinn!

Aber wahnsinnig gut! All dies dient als Einleitung, Tutorial und Erklärung zugleich und erreicht in seiner Dramaturgie und dem Mix aus Gegenschnitten von Rückblicken und Gegenwart-Geschehen fast schon Film-Niveau. Auch wenn dieses hohe erzählerische Niveau leider nicht konstant durchgehalten werden kann und die Videosequenzen schon nach wenigen Rennen von gesprochenen Telefonaten und SMS-Nachrichten abgelöst werden, legen sie doch zusammen mit dem Gameplay den Grundstein für einen immens hohen Motivationsfaktor.

Need for Speed Most Wanted (2005) - Glühender Asphalt: Gangster, Blondinen und Cops!

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Nach diesem Intro, in dem auch schon teilweise selbst gespielt werden darf, sind wir zwar wieder auf freiem Fuß, aber unser Image hat Schaden genommen.
Wir sind wieder die grünen Neulinge und stehen obendrein noch ohne fahrbaren Untersatz da. Glücklicherweise haben wir ein kleines Startkapital und können so einen bescheidenen "Flitzer" erstehen, beispielsweise einen Fiat Punto. Ohne Vitamin B können wir aber nur davon träumen, wieder an illegalen Rennen teilnehmen zu dürfen. Dank unseres Charmes hat uns aber die heiße Blonde namens Mia Townsend (gespielt von Josie Maran) nicht vergessen und sorgt mit ihren Szene-Kontakten dafür, dass wir wieder an der illegalen Raserei teilnehmen dürfen. Wie sich schnell herausstellt, hat sich mittlerweile ein Typ namens Razor unseren schönen BMW unter den Nagel gerissen.

Packshot zu Need for Speed Most Wanted (2005)Need for Speed Most Wanted (2005)Erschienen für DS, GameCube, PC, PS2, PSP, XBox und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Derselbe Kotzbrocken, der ihn scheinbar auch manipuliert hat und gegen den wir unseren Flitzer verloren haben. Rache! Doch gemach junger Skyw... ähm, namenloser Held. Bevor wir wieder gegen ihn antreten dürfen, müssen wir uns zuvor in vielen Straßenrennen beweisen und unliebsame Konkurrenz aus dem Weg räumen.

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Denn Razor ist nun die Nummer eins der so genannten Blacklist, der 15 besten bzw. berüchtigsten Raser. Das schmeckt uns zwar nicht, lässt sich aber so schnell nicht ändern.

Sofort anhalten und rechts ranfahren!
Also bleibt uns nichts anderes übrig als in den sauren Apfel zu beißen und die Konkurrenz von hinten aufzurollen. Doch so einfach wie wir dachten funktioniert das nicht. Einfach einen Top-Fahrer nach dem anderen in Grund und Boden fahren?. Das geht schon allein deshalb nicht, weil wir völlig untermotorisiert sind. Zudem gibt es einige Regularien zu erfüllen, erst dann dürfen wir gegen sie antreten.Bevor wir von einem Fahrer der Blacklist als tauglich angesehen werden, müssen wir zunächst seine Herausforderungs-Bedingungen erfüllen. Diese setzen sich immer aus drei verschiedenen Komponenten zusammen: Erstens. Wir müssen das auf uns ausgesetzte "Kopfgeld" hochtreiben. Das geht recht einfach. Im "Free Roam"-Modus dürfen wir beliebig oft und lange durch die Stadt fahren und die Verkehrsregeln brechen. Sobald die Cops auf uns aufmerksam werden, steigt das Bußgeld-Konto in astronomische Höhen an, abhängig davon, welche Straftaten wir dabei begehen.

Die Liste der möglichen Verstöße ist lang: Fahrerflucht, außer Gefecht gesetzte Polizeiwagen, Fahren auf unbefestigten Wegen, zu schnelles Fahren, rüdes Fahren usw. Außerdem müssen wir auch dafür gerade stehen, wenn sich die Bullen genötigt sehen, Spezialeinheiten, Straßensperren oder auch Hubschrauber gegen uns einzusetzen. Diese sind in der Wahl ihrer Mittel nicht eben zimperlich und fahren sehr aggressiv, um uns mit allen Mitteln zum Stehen zu bringen.

Wenn ihnen das gelingt, klicken die Handschellen und wir müssen eine mehr oder weniger hohe Strafe zahlen oder kommen per Gutschein aus dem Gefängnis frei. Wer keine Kohle hat, verliert seinen Wagen. Der kann auch weg sein, wenn man sich zu oft (Standard: mehr als drei Mal) mit demselben Fahrzeug erwischen lässt.

Zweitens: Wir müssen unser fahrerisches Können durch Siege in einer bestimmten Anzahl von Rennen beweisen.Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Renntypen, die von "normalen" Ausscheidungsrennen über mehrere Runden, über Drag Race-Sprints, Knock-Out-Rennen, bei denen der letzte einer jeden Runde eliminiert wird, bis hin zu Speedtrap-Rennen, bei denen die Fahrer mehrmals während des Rennens "geblitzt" werden und die jeweiligen Höchstgeschwindigkeiten am Ende akkumuliert werden, reichen. Leider sind die KI-Fahrer der Rennen nicht ganz so clever wie die Cops, vor allem ihre Kurventechnik lässt zumindest anfänglich ziemlich zu wünschen übrig, sodass Siege nicht sonderlich schwer fallen.

Erst im späteren Spielverlauf wachsen ihre Fähigkeiten merklich und Unfälle scheinen sie, im Vergleich zu uns, wo jeder Fehler schon das Ende bedeuten kann, kaum aufzuhalten. Allerdings können die Rennen beliebig oft wiederholt werden, ohne dass dies negative Auswirkungen hätte. Die dritte Voraussetzung für die Zulassung einer Herausforderung an Blacklist 15-Fahrer sind die so genannten "Meilensteine".

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Auch hier gilt es, verschiedene Parameter zu erfüllen. So verlangen die Aufgabenstellungen vom Fahrer etwa mehrere Straßensperren zu durchbrechen, der Polizei in einer festgelegten Zeit zu entkommen oder auch mit einer bestimmten Geschwindigkeit geblitzt zu werden. Je höher man in der Rangliste aufsteigt, desto zahlreicher, schwieriger und auch anspruchsvoller werden die zu erledigenden Aufgaben.

Sch.... Cops!
Die Cops abzuhängen wird schwieriger, je länger die Verfolgung dauert. Teilweise hängen 20 Verfolger an unserem Auspuffendrohren und versuchen uns so einzukesseln, dass eine Flucht unmöglich wird.Oft genug gelingt ihnen dies vor allem dann, wenn unser Vehikel bei der mordsmäßigen Fahrt, bei der die Entwickler das Gefühl der Geschwindigkeit hervorragend ins Spielgeschehen umgesetzt haben, irgendwo hängen bleibt. Die Polizeifahrer wenden unheimlich schnell und sind nur mit einigen Tricks abzuhängen. Dazu dienen auch verschiedene besonders gekennzeichnete Objekte, die in sich zusammenstürzen, sobald wir eine spezielle Markierung passieren.

Das hält uns zumindest einen Teil der Verfolger von der Karosserie. Die Cops gehen auch mit schweren SUVs und bestens motorisierten Rennwagen gegen uns vor, sobald unser Gefährdungspotenzial ansteigt. Nur mit List und fahrerischem Können lassen sich solche Situationen noch meistern. 20-30 minütige wilde Verfolgungsjagden voller Adrenalin und Spannung sowie jede Menge Schrott sind keine Seltenheit!

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Wer sich dann nach erfolgreicher Erfüllung der Missionsziele einbuchten lässt, beißt zweifach ins Lenkrad: Alle Aufgaben gelten als unerledigt und die Strafe muss auch gezahlt werden. Mist! Aber auch wir sind bestens ausgerüstet und können den Polizeifunk abhören. So sind wir ständig darüber auf dem Laufenden, wenn Straßenblockaden errichtet werden, Verstärkung angefordert wird oder unser Gefährdungspotenzial hochgestuft wird, was auch visuell angezeigt wird. Außerdem hört man als Spieler die Anweisungen der Polizei per Megaphon: "Sofort anhalten!" oder "Rechts ranfahren". Das alles klingt nicht nur sehr authentisch, es trägt auch entscheidend zur sehr spannenden Atmosphäre bei.Die nötigen Missionen können entweder direkt über das Blacklist 15-Menü abgerufen werden oder im Free Roam-Modus unterwegs in der Stadt erledigt werden. Dabei müssen einzelne Meilensteine nicht extra vorher bestätigt werden, um als erledigt zu gelten. Wer beispielsweise drei Minuten lang eine Verfolgung überstehen muss und dabei "versehentlich" zehn Mal ein Polizeifahrzeug rammt, bekommt auch diese Mission angerechnet, wenn sie denn im Aufgabenbuch vorgesehen war. Praktisch, so schlägt man durchaus öfter mehrere Fliegen mit einer Klappe. Das hört sich jetzt aber einfacher an, als es wirklich ist. Denn dumm sind die Cops nicht.

Wer einmal in ihrer Kartei landet, über den wird penibel Akte geführt. Jedes Vergehen wird aktenkundig und wirkt sich nicht positiv auf den Ruf aus, im Gegenteil. Je mehr Dreck am Stecken, desto schneller werden die Schutzeinheiten auf uns aufmerksam. Deshalb ist es ratsam, von Zeit zu Zeit das Fahrzeug zu wechseln oder umzudekorieren.Entweder kauft man sich eine neue Karosse oder gewinnt mit etwas Glück das Fahrzeug eines Blacklist 15-Fahrers.

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Gewinnt der Spieler die beiden Ausscheidungsrennen gegen sie, erhält er zwei "Gutscheine", mit denen verschiedene Boni fürs Fahrzeug, eine "Sie kommen aus dem Gefängnis frei"-Karte oder eben auch der heiße Flitzer des Unterlegenen gewonnen werden können. Das klappt oft genug, sodass bald eine stattliche Anzahl an heißen Geschossen unsere Garage ziert, von denen es 34 verschiedene Typen gibt. Diese lassen sich auch in begrenzten Umfang verschönern und tunen, wobei das bei den gewonnenen Fahrzeugen kaum noch nötig bzw. möglich ist, zumal bestimmte Erweiterungen erst verfügbar sind, wenn eine entsprechende Position in der Rangliste erreicht ist.Neben dem Karriere-Modus gibt es übrigens auch noch den sogenannten Challenge-Mode, bei dem 68 einzelne Aufgaben, wie sie auch schon aus der Story-Line bekannt sind, bewältigt werden dürfen. Außerdem enthält die PS 2-Version noch einen Quickrace-Modus, bei dem wir auch mit einem Kumpel per Split-Screen über die Straßen rasen dürfen. Beides macht aber lange nicht soviel Spaß, wie die Raserei gegen Cops.

Die Präsentation des Spiels ist überwiegend sehr gut bis großartig. Die schon angesprochenen Videosequenzen sind hervorragend produziert, Stunt-Einlagen und Karambolagen kommen "fett" rüber. Die Wagen sehen toll aus und wirken bis ins Detail aufwändig entworfen. Allerdings sind Schäden an den Fahrzeugen nur in geringem Ausmaße sichtbar, so gehen vor allem am eigenen Wagen eigentlich nur die Fensterscheiben zu Bruch. Auswirkungen auf das Fahrverhalten hat das schon gar nicht.

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Auch die Fahr- und Lichteffekte sind prima, vor allem die ab und an blendende Sonne ist - verflucht! - gut. Auf nicht ganz so hohem Niveau bewegt sich die Darstellung der Stadt an sich. Auch wenn sich die Entwickler sichtlich Mühe gegeben haben, sie abwechslungsreich zu gestalten, fehlt den Texturen doch etwas Schärfe und auch ein wenig mehr Details hätten nicht geschadet, wären der Framerate aber vielleicht abträglich gewesen. Soundtechnisch kann das Spiel ebenso überzeugen. Die Motorengeräusche sind Spitze und unterscheiden sich nicht nur von Fahrzeug zu Fahrzeug, sondern ändern sich auch nach einem Motorentuning oder auch bei der Durchfahrt eines Tunnels.

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Darüber hinaus ist der bereits erwähnte Polizeifunk hervorragend umgesetzt und lässt den Adrenalin-Spiegel rasant steigen. Auch die Vertonung der Sprecher ist sehr gut gelungen, allerdings lag uns zum Test nur eine englische Version des Spiels vor. Hoffentlich gibt sich Publisher EA auch bei der deutschen Version so viel Mühe. Als Soundtrack steht ein bunter Mix aus Rock- und Hip-Hop-Musikstücken bereit, der das Ambiente des Spiels perfekt unterstützt.

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Darüber hinaus ist der bereits erwähnte Polizeifunk hervorragend umgesetzt und lässt den Adrenalin-Spiegel rasant steigen. Auch die Vertonung der Sprecher ist sehr gut gelungen, allerdings lag uns zum Test nur eine englische Version des Spiels vor. Hoffentlich gibt sich Publisher EA auch bei der deutschen Version so viel Mühe. Als Soundtrack steht ein bunter Mix aus Rock- und Hip-Hop-Musikstücken bereit, der das Ambiente des Spiels perfekt unterstützt.