Die zeitgemäße Reinkarnation der Need-for-Speed-Reihe ruft zum Festgelage. Gefeiert wird die Hochzeit zweier Rennspielserien: Most Wanted ehelicht Burnout Paradise. Zeit, das Bankett abzuräumen.

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Der ergänzende Schriftzug auf der Packung war nicht nötig. Jedes Kind erkennt auf den ersten Blick, dass es bei der 2012er Fassung von Need for Speed: Most Wanted um ein Rennspiel aus dem Hause Criterion geht. Nicht einmal fünf Minuten Fahrt auf den Straßen Fairhavens braucht es, um die meisten spielhallentypischen Stilmittel des altbekannten Studios aufzudecken.

Kein noch so schön modelliertes Porsche-Chassis, kein schweißtreibendes Fahndungslevel, ja nicht einmal die Autolog-Vernetzung vermag die dominanten Gene von Burnout Paradise in dieser Paarung zu verwässern. Trotzdem fühlt sie sich seltsam an, diese Begegnung. Als ob ein Pfau die Ehe mit einem Chamäleon einginge. Egal, wie sehr die beiden sich lieben, man will um keinen Preis erfahren, wie deren Kinder aussehen.

Es liegt in der Natur beider Serien. Need For Speed kennen wir in den meisten Fällen als Halbblut-Rennspiel, als Effektjongleur mit realitätsorientierten Wurzeln. Burnout pflegt hingegen die Kunst der maßlosen Übertreibung. Beides im Mixer resultiert in einer durchaus spaßigen, aber nie einheitlichen Rennspielmasse. So wie Fett auf Wasser schwimmt, so schwimmt Need for Speed durchgehend auf dem tragenden Burnout Paradise.

Diese Aussage soll keine Beschreibung des Spielspaßes wiedergeben oder den Qualitätsanspruch eingrenzen. Keine Sorge, Criterion liefert wie erwartet hochgradigen, völlig überdrehten Fahrspaß mit unzähligen Herausforderungen. Vielleicht war es diesmal nur ein wenig zu viel des Guten.

Need for Speed Most Wanted - Most Wanted trifft Burnout: Zu Gast auf einer Rennspielhochzeit

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Die Effekte sehen schon geil aus, sind aber auch etwas zu viel des Guten.
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NfS: Most Wanted startet zwar mit einer Begrüßung durch DJ Atomica, aber eine echte Einführung gibt es nicht. Mit einem Porsche unterm Hintern wird man in der Stadt ausgesetzt. Von da an steht der Weg durch Fairhaven völlig frei. An jeder Ecke warten Rennveranstaltungen, Sammelobjekte und herrenlose Fahrzeuge auf Finder.

Packshot zu Need for Speed Most WantedNeed for Speed Most WantedErschienen für PC, PlayStation Vita, PS3, Xbox 360 und Wii U kaufen: Jetzt kaufen:

Na gut, völlig auf sich alleine gestellt ist man nicht. Den Hinweis auf Rennveranstaltungen und die einfache Anwahl per „Easy-Drive“ übersieht niemand. Ein paar Befehle auf dem Steuerkreuz genügen, um der Minimap am Bildschirmrand eine Navigationsroute durch die offene Welt zu entlocken.

Am Startpunkt angekommen gewährt ein Burnout den Zugang zu einem Rennen gegen maximal fünf Kontrahenten, das mit attraktiven Preisen winkt. Je nach Platzierung springen unterschiedliche Upgrades für den derzeit verwendeten Wagen heraus. Schön, nur muss man dazu überhaupt erst am Startpunkt ankommen.

Fairhaven, Heimat der Rastlosen

In der Regel lenkt Fairhavens verwinkelte Umwelt von solchen Zielen ab. Ein Blick auf das Straßennetz gibt nämlich nur grob Auskunft über die befahrbaren Wege der Stadt. Erst Trampelpfade, Hinterhofrouten, Gleisbetten, Parkwege und sogar Glasskulpturen ebnen Zugang zu den wahren Suchtmagneten in diesem Open-World Erlebnis: Werbeschilder, Sperrzäune und Blitzer.

Ein leicht überladenes Rennspiel-Fest für Bleifußspezialisten mit einer gewissen Stressresistenz.Fazit lesen

Durchbrechen will man sie, einen nach dem anderen. Eine Plage, so ansteckend wie das Aufstechen von Luftblasenfolie, denn hat man das eine Collectible geknackt, wartet schon das nächste ein paar Meter weiter.

Allein das Kontingent von mehr als 150 Werbeschildern bringt Kopf und Reifen zum Qualmen. Sie hängen meist in der Luft, über den Straßen, an Hausdächern, an Brücken. Will man sie zerstören, muss man in der Regel eine Art Rampe finden, die einen Sprung durch das jeweilige Plakat ermöglicht. Die Suche nach dessen Zufahrt offenbart gut und gerne mal drei weitere Werbeschilder, und ob die Rampe, die man gerade gefunden hat, auch zu dem Werbeschild führt, das man im Sinn hatte, kann niemand garantieren.

EAs Schwanzvergleich mit den Freunden durch Autolog unterstreicht den Suchtfaktor zusätzlich. Es ist, als ob man an der offenen Masche eines Pullovers ziehen würde. Einmal begonnen, nimmt das Unheil kein Ende.

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Es ist immer was los - oftmals zuviel.
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Cops im Genick

Niemand kann es abstreiten. Need For Speed: Most Wanted sieht aus wie Burnout Paradise mit neuem Anstrich. Das vermitteln nicht nur Sammelaufgaben wie die erwähnten Werbeschilder, sondern auch Fahrverhalten und Reglement.

Der Fuhrpark mag mit Lizenzmarken glänzen, doch ein Realitätsanspruch existiert beinahe gar nicht. Lediglich das Driftverhalten erinnert noch halbwegs an richtige Straßenschlitten. Nun ja, hat man erst einmal angefangen, einen liebgewonnen Wagen über Eventplatzierungen aufzurüsten, verschwindet selbst dieses bisschen Referenz.

Kurze Bremswege, aufpumpbare Nitroeinspritzung, gepanzerte Außenverkleidung – das alles entspringt dem Reich der Fantasie und ermöglicht herrlich spektakuläre Manöver. Das Abdrängen anderer Fahrzeuge mit folgendem Crash – sogenannte Takedowns – gehört bei Burnout sowieso zum guten Ton.

Klingt bisher hervorragend, aber eben „nur“ nach Burnout Paradise. Kleinigkeiten wie Tankstellen, die bei Durchfahrt sämtliche Fahrzeugschäden magisch reparieren, unterstreichen den Eindruck zusätzlich.

Und wo steckt Need for Speed?

Wer sich nun fragt, wo in diesem Blechschadeninferno Need For Speed steckt, der muss nicht lange suchen. In Paradise City herrschte Verkehrsanarchie, hier reißen euch die Cops dagegen den Hintern auf, wenn ihr in deren Gegenwart nur ein wenig zu sehr auf‘s Gas steigt oder andere Verkehrsteilnehmer beschädigt. Die Jungs mit dem Stern auf der Brust kennen keine Gnade.

Und das ist leider der erste Punkt, an dem Criterion ein wenig zu viel in die Waagschale legt. In all dem Gewusel von Event zu Event, von einem Sammelobjekt zum nächsten, sind die Cops das Letzte, was man gebrauchen kann. Nicht weil sie einem die jüngst verdienten Speed-Points abluchsen, mit denen man neue Rennen und Duelle freischaltet. Nein, es ist der reine Umstand, dass ein Stelldichein mit den Cops so weitflächig vonstattengeht, dass man meist sein ursprüngliches Ziel aus den Augen verliert.

Bleiben die Cops am Ball, so steigt die Fahndungsstufe in sechs Leveln an. Dann heißt es Fuß auf‘s Gas und weg hier. Am besten mitten in die Pampa, in der Hoffnung, dass die Bullen eine Abfahrt verpassen. Da alle Hubschrauberpiloten von Fairhaven gleichzeitig ihren Urlaub beantragt haben, braucht man sich zum Glück nur mit bereiften Gesetzeshütern anzulegen, doch die sind schon stressig genug.

Fahndungsstufe sechs bekommen Normalsterbliche nicht einmal nach zehn Minuten Fersengeld geknackt. Das ist Stress pur! Glückt die Flucht durch Straßensperren und an gepanzerten SUVs vorbei, steht man in der Regel in einem völlig anderen Stadtteil als zuvor und die Suche nach den Collectibles beginnt von vorne.

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Dass hinter Most Wanted die Burnout-Macher von Criterion stecken, ist deutlich zu spüren.
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Abhilfe schaffen höchstens weitere Wagenupgrades, die man für jede Karre einzeln verdienen muss. Uff! Bei über fünfzig Spritschleudern nicht nur ein Geduldsspiel, sondern auch ein Nerventest, da sich viele Rennevents wiederholen. Sammelobjekte sollen der Langeweile entgegenwirken, werden jedoch ständig durch Auseinandersetzungen mit den Cops unterbrochen. Ein Kreislauf beginnt, den man nur mühselig durchbricht.

Die unzureichende GPS-Funktion der Straßenkarte trägt mit daran schuld, denn sie erlaubt leider nicht, einen Zielpunkt beliebig zu setzen. Der Straßenführer lässt sich lediglich an feste Icons der Karte koppeln, was den Sinn der Sache verfehlt. Werbeschilder zeigt die Karte etwa nur dann an, wenn man sie schon durchbrochen hat. Was aber, wenn man nur den Weg zu einem Ort sucht, an dem man die Zufahrt zu einem Schild vermutet? Pech gehabt!

Ein Manko, das auch im Mehspieler-Modus negativ auffällt. Im Gegensatz zum jüngst erschienenen Forza Horizon darf der Spielleiter einer Sitzung keine GPS-Markierung für sich und Mitspieler legen. Einander in einer Online-Session zu finden, ist manchmal schon die erste Hürde einer zünftigen Zusammenkunft mit Freunden.

Von der Grafik geblendet

Begegnungen mit der Polizei enden in der Regel als ambivalentes Erlebnis. Sie machen tierisch viel Spaß, weil sie schweißtreibend und hitzig sind. Nur tauchen die Gesetzeshüter – wie könnte es anders sein? – regelmäßig im falschen Moment auf, was zu einer strikten Trennung der Burnout- und Need-For-Speed-Elemente führt.

Während man den Cops entkommt, hat man selten ein Auge für Werbeschilder und Co. Während eines Rennens gegen einen der zehn ominösen „Most Wanted“-Flitzer, die man nicht nur besiegen, sondern anschließend noch mit einem Rammmanöver ausknocken soll, wirken sie sogar unheimlich lästig. Mehr als einmal rollt man die Augen und denkt „Och Mensch, nicht schon wieder die Bullen“.

Der einhergehende Stressfaktor hängt von der Dauer der Verfolgung ab. Wer geschickt durch Seitenstraßen und nicht verzeichnete Gassen manövriert, kann gegebenenfalls in Sekundenschnelle entkommen. Allerdings hängt das nicht ausschließlich von der Ortskenntnis ab, sondern ebenfalls von einer Portion Glück und der Tageszeit.

Eines schönen Tages muss jemand bei Criterion in den Büros herumgelaufen sein, um die Botschaft zu verkünden, das Studio müsse das letzte bisschen Grafikpower aus den aktuellen Maschinen quetschen, völlig gleich, was dabei herauskommt. Insbesondere bei Sonnenauf- und Untergang bekommt man das zu spüren, denn das Licht des Wärmespenders blendet so arg, dass Straßenverlauf und Gegenverkehr unkenntlich werden.

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Sieht schon toll aus.
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Obwohl es nie regnet (es nieselt höchstens leicht) reflektieren Pfützen auf beinahe allen großen Straßen das Bild der Umgebung und lenken zusätzlich ab. Schwenkt die dynamische Tageszeit zur Nacht, leuchten Laternen und Scheinwerfer.

Klingt doch toll, oder? Sieht auch ziemlich beeindruckend aus, weil Criterion alles dreckig und verbraucht erscheinen lässt. Selbst auf der virtuellen Kamera sind Schmutzpartikel und Wasserflecken zu erkennen.

Wäre auch so toll, wie es auf dem Papier klingt, wenn die Grafik den Spielfluss nicht torpedierte. Sonnenlicht und Co. spielen genauso eine Rolle wie die vorhandenen Kamerawinkel, denn eine Fahrt aus Stoßstangen-Sicht gleicht einem Lottospiel. Die Kamera hängt so tief, dass man einen Spachtel hinhalten möchte, um sämtliche Kaugummis vom Asphalt zu kratzen. Erzeugt natürlich einen tierischen Geschwindigkeitsrausch bei sowieso schon völlig übertriebenem Tempo. Mindert die Chance auf eine erfolgreiche Flucht aber erheblich, weil Übersicht ein Fremdwort wird.

Jeder noch so kleine Hügel resultiert in einer verkürzten Sichtweite, jede zugestellte Kurve wird zum Ratespiel. Wenn dann noch die Sonne blendet und Cops im Nacken den Druck erhöhen, sind Crashs unvermeidbar. Zusammenstöße mit anderen Verkehrsteilnehmern, mit der Straßenbegrenzung, ja mit allem, was so herumsteht.

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Verfolgungsjagden mit der Polizei sind an der Tagesordnung.
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Spektakuläre Blechfaltungs-Animationen wie in Burnout Paradise bekommt man leider nicht zu sehen. Sichtbare Schäden halten sich allgemein in Grenzen. Zersplitterte Windschutzscheiben ähneln optisch eher zerknülltem Papier als gesprungenem Glas und mehr als eine halb abhängende Stoßstange möchte Criterion den Lizenzwagen nicht zumuten. Ist auch nicht weiter schlimm, denn im Normalfall möchte man nach einem Crash sowieso schnellstmöglich weiterfahren. Warum selbst ein lapidarer Standgas-Crash mit einer Zwischensequenz zelebriert und mit Soundeffekten unterlegt wird, die einem Frontalzusammenstoß auf der Autobahn gleichen, bleibt trotzdem rätselhaft.

Warum die beiden Konsolenfassungen technisch geringfügig schwächeln ist dagegen offensichtlich. Dreißig Bilder die Sekunde sind bei Criterion unüblich, wegpoppende Wasserreflexionen sowie seltene Slowdowns ebenfalls. Wundert trotzdem niemanden, denn Konsoleros müssen sich mit einer Portierung vom PC zufriedengeben.

Am Rechner begeistert Need For Speed: Most Wanted mit hochgezüchteter DirectX-11-Grafik, die in 60 sauberen Frames über den Screen flitzt, sofern genügend Rechenpower zur Verfügung steht. Von dieser Pracht können PlayStation 3 und Xbox 360 nur träumen.

Bis zum Backenzahn vernetzt

Leider ist die Audio-Abteilung ebenfalls ein wenig gewöhnungsbedürftig, weil auf Effekte getrimmt. Die Motoren brummen heftig, was bei Rennspielen immer viel zur Stimmung beiträgt. Doch der Mix mit Musik und Stimmen leidet darunter. Über eine 5.1-Anlage sind weder Ansagen noch Polizeifunksprüche gut zu verstehen, weil sie ausschließlich aus der Center-Box kommen, während der Subwoofer Erdbeben produziert. Alles klingt bassig und dröhnig und wenig differenziert. Schießt Nitro in den Motor, verkehrt sich das Ganze für die Musik ins Gegenteil und der Sound wird höhenlastig.

Zugegeben, der akustische Effekt hat Einfluss auf das Geschwindigkeitsgefühl. Doch in Verbindung mit grafischem Overkill und Tunnelblick in der verwinkelten Stadt Fairhaven steigt der Stressfaktor ebenfalls. Need for Speed: Most Wanted fühlt sich über weite Strecken weniger wie ein Rennspiel als wie ein Belastbarkeitstest an. Keine andere Marke stellt die reine audiovisuelle Darstellung über die Sichtbarkeit der Strecke.

Das kann man mögen oder auch nicht. Fakt ist, dass kein aktuelles Rennspiel die Adrenalin-Ausschüttung so massiv beeinflusst wie dieses. Es geht um mehr als nur hohe Geschwindigkeit und gute Reaktion. Stadterforschung, Rempelattacken, Abkürzungen, Gegenverkehr – solche Spielelemente sind auch in Forza Horizon anzutreffen, doch wirkten sie dort nobler und erhabener, wenn auch etwas braver als beim aktuellen Need for Speed.

Mit Most Wanted möchte Criterion die Wildsau in euch zutage bringen, eine Zeitbombe auf Rädern, die nur bremst, wenn es unvermeidlich wird. Dazu noch nette Tracks wie „Weatherman“ von Dead Sara im Ohr und ab geht's. Macht Spaß, ermüdet auf Dauer jedoch ein wenig.

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Sich mit seinen Mitspielern abzusprechen, gestaltet sich schwierig.
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Diese kleine Stadt ist schlichtweg überfrachtet. Mit allem. Und Autolog macht es nicht besser, denn jede winzige Kleinigkeit wird abgeglichen. Es gibt keinen Tag an dem nicht irgendwer in eurer Freundesliste den nächstbesten Sprungrekord oder eine Blitzermessung übertrifft. Kann genauso motivieren wie Frustrieren. Zumal ein direkter Abgleich in einer Online-Sitzung sowieso viel mehr Spaß macht.

Schade, dass Criterion auf Hilfsmittel verzichtet, die eine gemeinsame Erkundung Fairhavens begünstigen könnten. Wer Forza Horizon zuvor im Laufwerk hatte, vermisst dessen freie GPS-Funktion schmerzlich. Selbst die Versammlung aller Teilnehmer an einem fixen Startpunkt zwecks Drift-Challenge, Straßenrennen oder Sprung-Meisterschaft wurde unschön gelöst, denn sobald der zugehörige Timer abläuft, versetzt das Spiel alle Teilnehmer automatisch an den Startpunkt.

Ist zwar praktisch, wenn Nachzügler mal wieder den Weg nicht finden, nimmt der offenen Umwelt jedoch viel von ihrer Attraktivität. Dass man etwa die Glasskulptur in der Innenstadt für einen beherzten Sprung auf das Dach des Kaufhauses nutzen kann, wäre in gemeinschaftlicher Erforschung viel spannender als in einer vordefinierten Challenge, die man per Menüklick anwählt. Hier hat Criterion Potenzial verspielt.

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Bei diesem Auto serienmäßig: grünes Licht.
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Ist im Solo-Spiel übrigens ähnlich. Alle enthaltenen Flitzer stehen offen in der Stadt herum. Einmal gefunden, darf man jederzeit zu ihrem Startpunkt zurückspringen und einsteigen. Sei es per Autolog oder über die Ingame-Straßenkarte. So praktisch und zuvorkommend diese Regelung zuerst wirkt, so schnell nutzt sich der Schauwert ab, denn abgesehen von den zehn „Most Wanted“-Wagen, die man mühsam besiegt, weiß man keinen Schlitten wegen seiner Eigenschaften zu schätzen.

Kurioserweise scheint ein fester Wagen, den man beherrscht und ordentlich ausbaut, plötzlich erheblich attraktiver. Insbesondere weil man mit jedem Wagenwechsel in einen anderen Teil der Stadt springt. Mühseliges Zurückfahren inklusive.