Anschnallen und an die Straßenverkehrsordnung halten? Haben wir bisher nicht getan und fangen wir auch gar nicht erst an. Nachdem sich obercoole Proletencrews auf PC, Wii, Playstation 2 und Xbox 360 in die Herzen der Verkehrsbehörden gerast haben, bietet Electronic Arts auch auf der Playstation 3 die Nachschulung der etwas anderen Art an. Alles anders, alles neu? Nicht wirklich.

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Das grundlegende Konzept von »Need for speed: Carbon« entspricht naturgemäß dem der anderen Plattformen: Ihr spielt einen anonymen Verkehrsrowdy, der versucht, durch Straßenrennen konkurrierende Gangs aus der Stadt Palmont City zu werfen. Hierzu steigt er in eins von rund vierzig Vehikeln, die in Exoten, Tuner und Muscle-Cars unterteilt sind. Er rast durch Straßenschluchten, belästigt Polizisten sowie gesetzestreue Bürger und verdient Geld für immer dickere Schlitten in Modi wie Kontrollpunkt-, Drift-, Massen-, Radarfallen- oder Canyonrennen. Die Tuningmöglichkeiten sowohl hinsichtlich Leistung als auch Optik der Autos sind entsprechend mannigfaltig. Für ausführlichere Details genereller Natur verweise ich auf den entsprechenden Test von Ned.

Need for Speed: Carbon - Endlich auch auf Sonys Neuer: lahme Ente oder steiler Zahn?

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Fährt NfS auf der PS3 den anderen Versionen davon?
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Im Folgenden soll es vielmehr um die Besonderheiten der PS3-Fassung gehen. Oder besser gesagt, dem Fehlen solcher. Denn das erste, was insbesondere gegenüber der Xbox-360-Version ins Auge fällt: Die Optik ist nahezu identisch. Außer den aufgebohrten Lichteffekten macht sich selbst im direkten 1:1-Vergleich kein nennenswerter Unterschied bemerkbar. Umso verblüffender dagegen, dass die Framerate noch weniger stabil ist als aufs Microsofts Radauwürfel. Das PS3-»Need for speed« beinhaltet Abschnitte, in denen Leid gewohnten PC-Usern automatisch »Wird Zeit für eine neue Grafikkarte« in den Sinn kommt, nur um dann traurig die Ironie dieses Gedankens zu erfassen.

Das nächste Problem folgt auf dem Fuße und ist teils Sonys Konsole und teils EA zuzuschreiben. Zu ersterem: Der Sixaxis-Controller liegt schlicht und ergreifend schlechter in der Hand als das Microsoft-Pad. Vor allem, wenn man die NfS-Standardsteuerung verwendet, in der der rechte hintere Knopf das Gaspedal darstellt. Der sitzt tief, ist analog und lässt sich dementsprechend noch weiter drücken. Das hat zur Folge, dass bei jeder durchschnittlich großen Hand der rechte Teil des Pads aus der Handfläche rutscht, was der Spielfreude nicht eben zuträglich ist.

Letztlich führt dieses Problem zu einer extrem verkrampften Haltung, und obwohl ich mittlerweile seit 20 Jahren Dauerdaddeleisessions gewöhnt bin, muss ich hier halbstündlich pausieren, um wieder Leben in meine Finger zu massieren. Darüber hinaus ist der Sixaxis-Controller recht leicht und weist (bekanntermaßen) kein Rumble-Feature auf. Das schlägt sich in einem äußerst faden Renngefühl nieder.

Need for Speed: Carbon - Endlich auch auf Sonys Neuer: lahme Ente oder steiler Zahn?

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Wie im richtigen Leben: PS3 und Xbox 360 gleichauf...
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Der zweite Kritikpunkt geht - wie bereits angesprochen - auf die Kappe von EA. Denn die können zwar nichts für die oben genannten Nachteile der Hardware, aber sie versäumen, die gleichzeitig vorhandenen Vorteile auszunutzen. So ist es leider unmöglich, die Lenkung über das Kipp-Feature des Pads zu bedienen. Zwar ist letzteres angeblich dergestalt integriert, dass bei vollem Einschlag nach links oder rechts durch Neigen des Pads noch ein wenig mehr »Kurve« herausgeholt werden kann. Nur habe ich davon nichts mitbekommen, so sehr ich darauf auch geachtet habe.