Nintendogs (DS-Preview)
von Jörg Pitschmann

Hundefans und Life-Simulation-Freaks aufgepaßt! Ab Oktober nimmt Euch Nintendo an die Leine. Denn mit »Nintendogs« erscheint eine echte Hundesimulation für den DS, die es dem Spieler ermöglicht, aus einer Vielzahl von Digitaltölen seinen

Traumwuff auszuwählen und mit diesem viel Spaß zu haben - fast wie mit einem echten Hund. Nur die Exkremente fehlen, und das ist nicht mal das Schlechteste. Wir haben einen Blick auf die vorab veröffentlichte Demo geworfen und sind dabei echt auf den Hund gekommen…

Ein Hundeleben
Wir wußten es ja schon immer: Spieleredakteure haben ein echtes Hundeleben. Zumindest dann, wenn sie den neuesten Streich aus dem Hause Nintendo in die Finger bekommen. Denn »Nintendogs« läßt den Spieler zum Herrn über Wohl und Wehe eines virtuellen Flohfängers werden.

Die Idee, ein Tölenleben zu simulieren, stammt übrigens aus Japan. Das wird niemanden verwundern, denn die schrägsten Spielideen kommen nunmal immer wieder aus dem Land der aufgehenden Sonne und des ewigen Lächeln. Und ein ebensolches soll sich ab 7. Oktober auf den Gesichtern der zahlreichen DS-Besitzer zeigen, wenn das Spiel in hiesigen Gefilden erscheint.

Zumindest, wenn es nach den Entwicklern und der hochmotivierten Presseabteilung des Herstellers geht. Wer sich angesichts des Titels dabei an so erlesene Simulationen wie das schräge »Animal Crossing« erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch.

Doch anders als in der comichaften und quietschbunten Lebenssimulation, die unter anderem das Bewirtschaften eines ganzen Bauernhofes umfaßt, simuliert »Nintendogs« nur das Leben eines Hundes. Hinzu kommt der Umstand, dass »Animal Crossing« zunächst für den großen Bruder des DS erschien und erst in zweiter Linie für den Handheld, während die Köterei der kleinen Klappkonsole vorbehalten ist und deren technische Möglichkeiten konsequent nutzt.

Lust auf einen Quickie?
Vom spielerischen Aspekt her bietet die derzeit verfügbare Demo leider noch nicht allzu viel. Der Grund: viele angekündigte Features sind noch nicht implementiert, und die Spieldauer der Vorabversion beträgt nur fünf Minuten.

Danach bricht das Spiel ab, und man muß wieder von vorn beginnen. Das ist auch nötig, denn die derzeit schon verfügbaren Möglichkeiten lassen sich nicht in einem einzigen Durchgang erkunden. Am Beginn des Spiels steht dabei

NDS - Nintendogs... ist Nintendo auf den Hund gekommen?

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das Offensichtliche: der künftige Kötereigner sucht sich die Töle seines Herzens aus einer Ansammlung kleiner, superniedlicher Flohfänger aus und macht sich zunächst mit dem Tier bekannt. In der Demo stehen dabei nur drei der kleinen zuckersüßen Viecher zur Auswahl. Hat man sich entschieden, kann man seine Neuerwerbung bespielen, füttern, ihr scheußlichen Schmuck in Form von Blümchen oder Schleifen anlegen - wobei jedes dieser Gadgets durchaus einen Sinn hat - und das Tier natürlich nach Herzenslust kraulen. Dabei dient der Stift als Streichler, und je nachdem, wie intensiv man Hundi liebkost, fühlt er sich entsprechend sauwohl, legt sich auf den Rücken oder reckt das Kinn vor. Mehr ist in der Demo allerdings nicht möglich, man kann den Vierbeiner weder abrichten noch ihm Befehle ins Mikrofon bellen. Das bleibt der finalen Version vorbehalten.

Spiel ohne Ziel
»Nintendogs« ist - streng genommen - eigentlich kein Spiel, da es kein zu erfüllendes Ziel gibt. Es sei denn, man betrachtet Aufzucht und Pflege seines simulierten Welpen als Zielvorgabe. Stattdessen haben die Entwickler viel Wert auf eine möglichst realitätsnahe Umsetzung des Umgangs mit einem Hund gelegt. So muß der Spieler laut Herstellerangaben in der Vollversion

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mit seinem kleinen Liebling all jene Dinge tun, die auch für echte Köter gelten. Man gibt ihm einen Namen, bürstet, wäscht und füttert ihn, erzieht ihn oder bringt ihm kleine Kunststücke bei. Pflegt man ihn nicht gut, bekommt er beispielsweise Flöhe. Wichtig ist auch ein gewisses Training, damit der Vierbeiner in Form bleibt und nicht fett und faul wird. Also kramt man in der virtuellen Sportkiste und spielt zum Beispiel eine Runde Frisbee mit ihm, was man in der Demoversion bereits sehr schön ausprobieren kann. Nintendo gibt an, daß man seinem Hund in der Vollversion zahlreiche Tricks beibringen kann, die dem Tier über das eingebaute Mikro zugerufen werden. Hat man ihm einigePossierlichkeiten antrainiert, kann man mit dem Vieh an Wettbewerben teilnehmen. Die eingeheimsten Preisgelder investiert der stolze Digi-Tierbesitzer dann in nützliche Gadgets wie neues Futter, Bälle und so weiter. Laut Pressevertreterin wird es sogar möglich sein, mit der im Spiel verdienten Kohle immer komplexere Anschaffungen zu tätigen, bis hin zum hundegerecht ausgebauten Haus - davon kann so mancher Realköter nur träumen, von seinen Besitzern mal ganz zu schweigen.

Wer übrigens mit einem Vierbeiner nicht zufrieden ist, kann sich natürlich weitere anschaffen. Und wem es irgendwann zuviel wird, der gibt seinen Köter im virtuellen Hundehotel ab. Eine schönere Entsorgung von überflüssigen Haustieren kann man sich eigentlich nicht wünschen. Realistischer wäre es fraglos gewesen, wenn man, wie gerade in der Ferienzeit immer wieder zu beobachten, den Kläffer einfach an der Autobahn aussetzt. Aber na gut, das liefe dem durchweg zuckersüßen Spielprinzip zuwider.Und das kann nun wirklich niemand wollen. Außerdem haben Nintendos Hunde einen entscheidenden Vorteil: wenn man keine Lust mehr auf sie hat, wechselt man einfach das Spielmodul und zockt zum Beispiel eine Runde Mario Kart. Ob »Nintendogs« schlussendlich wirklich so viel Spaß macht, wie es die Vorankündigung vermuten läßt, wird sich im Oktober zeigen. Sicher ist allerdings, daß die Demo schon jetzt Lust auf mehr macht. Bleibt eigentlich nur eine Frage: Was machen eigentlich Katzenfans?

Pro&Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ Schöne Grafik + Sound + Hoher Suchtfaktor

Contra:
- (Noch) zu wenig Hunde - (Noch) zu wenig AbwechslungUnser Eindruck

Mit »Nintendogs« steht ein ganz heißer Anwärter auf einen gamona-Award vor der Tür. Natürlich wird erst die Vollversion die ganze Funktionalität an den Tag bringen. Wenn man aber vom Fun- und Süßfaktor der fünf Minuten spielbaren Demo ausgeht, steht allen DS-Besitzern im Herbst ein absoluter Pflichtkauf ins Haus. Das Spiel nutzt die vielfältigen technischen Funktionen der kleinen Taschenkonsole voll aus, und die spielbaren Köter sind einfach herzallerliebst. Einzig die in der Demo stark eingeschränkten Interaktionsmöglichkeiten dämpfen derzeit noch die Freude. Wer Tamagotchi & Co. geliebt hat und auf innovative Spielprinzipien steht, sollte sich ab Oktober eine virtuelle Hundeleine zulegen. Wuff, wir haben gesprochen!