Dass der südkoreanische MMOG-Publisher NCsoft seine europäische Außenstelle schließen würde, sei durchaus zu erwarten gewesen, glaubt Branchenexperte Adam Martin. Die erste Stufe ist abgeschlossen und jetzt sage man "auf Wiedersehen, europäische MMO-Industrie". Mit den jüngsten Entlassungen nehme man lediglich die notwendigen Aufräumarbeiten vor.

Jetzt sei es an der Zeit, die Firma so zu führen, wie es seit 2001 hätte geschehen sollen. Für Adam Martin steht damit fest: "Bei NCWest fand eine simple Übergabe der Herrschaft statt - von der OSI Mafia (ehemals Origin-Leute, wie Robert Garriott, Richard Garriott, Peter Jarvis, Starr Long usw.) zu den Direktoren von Arena.Net (von denen nur Mike O'Brien zurückbleibt, der jetzt Arena.Net leitet."

Allerdings gehe man zu langsam vor, findet Martin und kritisiert außerdem, dass man Europa aufs Kreuz gelegt habe. Obwohl der Markt rund 30 % mehr hergibt als der amerikanische, habe man in Europa nun keinen großen MMO-Entwickler oder Publisher mehr.

Doch wirtschaftliche Nischen bleiben selten lange offen und mit dem Kauf der Cryptic Studios könnte jetzt sogar MMO-Newcomer Atari eine Chance haben, den europäischen Onlinethron zu erklimmen.