Es kommt nicht oft vor, dass Konkurrenten den Geschäftserfolg eines anderen Mitbewerbers als positiv bewerten. Genau dies hat aber kürzlich der Chef der MMORPG-Spieleschmiede NC Soft (Nordamerika), Robert Garriott, getan. In einem Interview bezeichnete er den Erfolg von World of Warcraft (WoW) mit über zwei Millionen Abonnenten weltweit als "sehr gut für sein Business", da es sehr viele neue Kunden für das MMORPG-Genre begeistert habe, die zuvor kein Interesse an solchen Spielen hatten. Ganz nach dem Motto "Konkurrenz belebt das Geschäft", würde WoW monatlich an die 200.000 neue Spieler für Online Rollenspiele begeistern.

Das Ziel seines Unternehmens müsse freilich sein, zumindest einen Teil dieser Menschen abzuwerben und für die eigenen Produkte (z.B. Lineage, Guild Wars, City of Heroes) zu gewinnen und auf diese Weise selbst von diesem Boom zu profitieren. Zwei weitere Faktoren für wirtschaftliches Wachstum des MMO-Marktes seien aber auch die zunehmende Verfügbarkeit von Breitband Internetzugängen und auch die Next-Generation-Konsolen, die zukünftig deutlich besser für MMORPGs geeignet sein werden. Um auch weiterhin neue Kunden zu gewinnen, müsse das Genre jedoch davon wegkommen, sich thematisch zu sehr auf Mittelalter-Fantasy zu fokussieren: "Der einzige Weg wie ein Unternehmen wie NCSoft weiterhin wachsen kann, ist sich von dem kleinen Genre mittelalterlicher Fantasy-RPGs zu lösen und die Sichtweise der Leute darauf zu ändern, was als Onlinespiel definiert wird."