Dass es Ärger zwischen Richard Garriott und NCsoft Korea gab, wurde schon lange gemunkelt. Statt des erwarteten Bestseller-MMOGs lieferte der Entwickler-Veteran mit Tabula Rasa ein Spiel ohne Langzeit-Inhalte ab. Statt sich um den Auf- und Ausbau der Community zu kümmern, flog der als Exzentriker bekannte Garriott ins All. Jetzt, kurz nach der Landung, zieht er die Konsequenzen und dankt ab.

In einem offenen Brief an die Community verkündet er, dass er das Unternehmen verlässt. Was genau der Altmeister des Gamedesigns jetzt vorhat, verrät er nicht. Klar ist aber, dass er etwas zu planen scheint:

"Viele von euch werden sich sicher gefragt haben, was ich nun für Pläne habe, da ich meinen Lebenstraum verwirklichen konnte und ins All geflogen bin. Nun, diese unvergessliche Erfahrung hat einige neue Interessen hervorgebracht, denen ich meine Zeit und Resourcen widmen möchte. Und deshalb verlasse ich NCsoft, um diese Interessen zu verfolgen."

Das Team von Tabula Rasa wird diese Nachricht kaum schockieren, sie mussten seit dem Release des Titels ohnehin weitgehend ohne Garriott auskommen, der die meiste Zeit mit dem vorbereitenden Training für den Raumflug beschäftigt war.

Welche personellen Veränderungen mit Garriotts Ausscheiden einhergehen, ist noch nicht abzusehen. Sein Bruder Robert Garriott ist zeichnet immerhin für die globalen Geschäfte des koreanischen Softwaregiganten NCsoft verantwortlich. Zusammen halten die Brüder Garriott knapp vier Prozent der Anteile am Unternehmen.