NBA Live 06 (PS2-Test)
von Jan Keitsch

Sie sind aus der Spieleszene kaum noch wegzudenken: die jährlichen Updates von EA Sports. Auch zum Ausklang des Jahres 2005 will Electronic Arts zu diversen Sportarten wieder eine neue Referenz auf den Markt bringen.

Mit NBA Live 06 ist nun ein potenzieller Hit für alle Basketball-Fans erschienen. Doch kann EA die starke Konkurrenz übertreffen und die Schwächen des Vorgängers ausmerzen? Wir sagen es Ihnen!

NBA Live 2006 - Trailer 2Ein weiteres Video

Nach der Europameisterschaft im letzten Monat grassiert in Deutschland noch immer das Basketball-Fieber.

Trotz der Finalniederlage gegen Griechenland war die EM für das deutsche Team um NBA-Superstar Dirk Nowitzki ein voller Erfolg! Höchste Zeit also, auch auf PC & Konsole wieder den Ball in die Hand zu nehmen und ein paar Körbe zu werfen! Wer jedoch gerne die Kontrolle über das deutsche Team übernehmen möchte, der wird auch in NBA Live 06 enttäuscht. Während das Eishockey-Pendant von EA Sports seit Jahren auch Nationalmannschaften bietet (von Fifa muss man wohl gar nicht erst sprechen), muss sich der Spieler bei NBA Live 06 mit den Teams der amerikanischen Profiliga begnügen.

Trotz dieses Mankos kann sich der Umfang auf den ersten Blick durchaus sehen lassen. Was dem Titel an Mannschaften fehlt, gleicht er mit zahlreichen Spielmodi wieder aus. Ob man nur ein unkompliziertes Freundschaftsspiel absolvieren will,

im Freien mit zwei Spielern den größten Superstar der NBA zu ermitteln versucht, im Training die eigenen Fähigkeiten verbessern möchte, beim NBA All-Star-Weekend spekatakuläre Dunks demonstrieren möchte, eine komplette Saison absolvieren will oder im Dynasty-Modus als großer Denker und Lenker die Geschicke eines Profiteams lenken möchte - NBA Live 06 bietet all diese Möglichkeiten.

Allerdings wird der erfahrene Kenner der Reihe bemerken, dass alle Modi bereits letztes Jahr dabei waren und der Nachfolger diesbezüglich keine Verbesserungen bietet. Neben dieser Stagnation gibt es zudem noch einen Rückschritt zu bemängeln.

Während man sich im Vorgänger noch online gegen Spieler aus aller Welt messen konnte, unterstützt keine (europäische) Version des Nachfolgers (weder für PC, noch für Xbox, PS2 & Gamecube) einen Online-Modus. Besonders ärgerlich erscheint dieser Umstand, wenn man weiß, dass amerikanische PlayStation 2- und Xbox-Besitzer

NBA Live 2006 - Gelingt EA mit NBA Live 06 der Slam-Dunk?

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einen Online-Modus besitzen. Weshalb dieser für Europa gestrichen wurde, kann uns wohl nur EA erklären.

Das Gameplay - Revolution oder Rückschritt?
Während der Umfang von NBA Live 06 im Vergleich zum Vorgänger enttäuscht, wurde am Gameplay kräftig gearbeitet. Seit Jahren geht der Trend bei Sportspielen zur Simulation.

Packshot zu NBA Live 2006NBA Live 2006Erschienen für GameCube, PC, PS2, PSP und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Auch die Entwickler bei EA Sports haben das inzwischen bemerkt und bemühen sich, dem arcadelastigen Gameplay mehr Realismus zu verpassen, um auch Fans der realistischen NBA 2K-Reihe für sich zu gewinnen.

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Die größte spielerische Neuerung ist die so genannte Freestyle-Steuerung. Große Stars der NBA (wie Dirk Nowitzki oder Shaq O'Neal) haben ihre persönlichen Moves und entsprechen so stärker den realen Vorbildern.

Das ist nicht nur realistisch, sondern bringt auch bedeutend mehr Abwechslung ins Spiel. Während andere Sportspiele bis auf unterschiedliche Stärken nicht zwischen einzelnen Spielern des Teams differenzieren, spielt sich in NBA Live 06 jeder Superstar auf seine individuelle Art und Weise. Jedoch hat dieses System auch einen Haken. Nur Top-Stars der NBA besitzen ihre individuellen Aktionen. Durchschnittsspieler haben keine speziellen Attribute und haben so gewisse Nachteile gegenüber den Stars. Dank einer guten Ausbalancierung stellt dieses Problem aber nur ein kleines Manko dar. Auch die Position eines Spielers entscheidet über seine Möglichkeiten. Während im Vorgänger alle Spieler unabhängig von ihrer Position ähnliche Aktionen zeigten, besitzt nun ein Center z.B. besondere Defensivmanöver, die dem Power Forward vorenthalten bleiben. Ebenso hat dieser natürlich Möglichkeiten in der Offensive, die der Center nicht besitzt. Durch diese Einteilung gewinnt der taktische Aspekt an Bedeutung, da Alleingänge seltener zum Erfolg führen. Geschickter Einsatz der jeweiligen Stärken erfordert Sachverstand und Erfahrung, was der Langzeitmotivation äußerst zuträglich ist. Allerdings hat man wieder nicht genug an der Ausbalancierung zwischen Defensive und Offensive gearbeitet, weshalb es noch immer viel zu leicht fällt, die gegnerische Defensive erfolgreich zu umgehen.

Zwar lebt Basketball natürlich von der starken Offensive und den zahlreichen Körben, eine etwas stärkere Defensive hätte dem Spielfluss allerdings nicht geschadet. Lediglich Einsteiger profitieren von dieser fehlenden Balance, da sich erste Erfolgserlebnisse auch gegen starke Gegner schnell einstellen.Wer das Spiel jedoch etwas länger spielt, der wird sich häufig über fehlende Möglichkeiten in der Defensive ärgern. Zwar wurden die Möglichkeiten deutlich aufgestockt (so kann zum Beispiel zwischen Mann- und Zonendeckung ausgewählt werden), wirklich überzeugend wirkt es aber leider noch immer nicht.

Das Passspiel wurde dagegen konsequent verbessert. Zwar wirkt die Ballphysik des Öfteren sehr unrealistisch, aber die Erfolgsquote bei wahllosen Pässen ist klar gesunken. Bis NBA Live 2005 kamen auch ungenaue Pässe meist beim Mitspieler an, in NBA Live 06 muss man aber ein genaues Auge haben, wo sich frei Mitspieler aufhalten.

Grafik & Sound - Wie präsentieren sich die Stars der NBA?
Neben den guten Lizenzen überzeugen Titel aus dem Hause EA Sports seit Jahren besonders durch gute Grafik und eine einwandfreie Präsentation. Während die Titel spielerisch oft stagnierten, entwickelte sich die Präsentation stetig weiter.

So auch in NBA Live 06? Jein. Zwar wirken die Bewegungen der Spieler durch die individuellen Moves bedeutend besser und lebensechter, Ruckler, zum Teil schlechte Animationen und häufige Clipping-Fehler (besonders in Wiederholungen) trüben jedoch das Bild. NBA Live 06 sieht noch immer gut aus, im Vergleich zum Vorgänger hat sich jedoch wenig getan. Lediglich die PC-Version wirkt frisch und läuft ohne lästige Ruckler, auf der Konsole existieren aber klare technische Defizite.

Zwar lässt sich nicht abstreiten, dass die aktuelle Konsolengeneration vor ihrem baldigen Ende steht, Ruckler und Clipping-Fehler lassen sich aber auch damit nicht entschuldigen. Aber vielleicht hat EA die aktuellen Konsolen bereits aufgegeben und investiert lieber in die Variante für die Xbox 360, die bereits im Dezember erscheinen soll. Bis auf diese kleinen Defizite bietet aber auch NBA Live 06 gewohntes EA-Drumherum auf hohem Niveau. Besonders der Sound lässt kaum Wünsche offen.

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Der englische Kommentar wirkt passend und stimmungsvoll, die Zuschauer passen sich dynamisch dem Spielverlauf an und peitschen ihr Team tatkräftig nach vorn und auch die Geräusche auf dem Spielfeld sind gewohnt authentisch. Der englische Kommentar wirkt passend und stimmungsvoll, die Zuschauer passen sich dynamisch dem Spielverlauf an und peitschen ihr Team tatkräftig nach vorn und auch die Geräusche auf dem Spielfeld sind gewohnt authentisch. Der englische Kommentar wirkt passend und stimmungsvoll, die Zuschauer passen sich dynamisch dem Spielverlauf an und peitschen ihr Team tatkräftig nach vorn und auch die Geräusche auf dem Spielfeld sind gewohnt authentisch.