Es ist ja so eine Sache mit den jährlich erscheinenden Sportspielen. Hübscher, größer, besser sollen sie jedes Jahr werden. Denn sonst kommen wieder die Sparfüchse aus ihrem Fuchsbau gekrochen, um Spott und Hohn über denjenigen auszugießen, die jedes Jahr im Herbst das Portemonnaie zücken. Nicht einfach, diese Standards zu erfüllen, wenn man wie 2K die Latte im Vorjahr mal wieder dermaßen hoch angesetzt hat.

Nun. Warum nicht einfach mal Hollywood-Regisseur Spike Lee für die Inszenierung des beliebten Karriere-Modus engagieren? Was im ersten Moment nach Größenwahn klingt, passt wie Arsch auf Eimer. Lee ist nämlich nicht nur bekennender Fan der New York Knicks, sondern hat auch schon das eine oder andere Basketball-Filmchen abgedreht. „Livin’ Da Dream“ nennt sich seine Geschichte, in der ihr den Aufstieg eures selbst erstellten Alter Egos nachspielen könnt.

Lebe den Traum

Sofern vorhanden, könnt ihr hier einfach euren Avatar aus NBA 2K15 benutzen. Übernommen werden aber natürlich nur die optischen Attribute. Denn auch in der NBA ist bislang noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wer in die beste Basketball-Liga der Welt will, sollte sich schließlich erst auf niedrigerem Level bewiesen haben. Deshalb müsst ihr euch zunächst in der Highschool eure Sporen verdienen. Nach kurzer Zeit steht schon der Wechsel aufs College an. Aber überlegt euch gut, wo ihr hingeht; jede Uni hat ihre ganz eigene Historie. Die Duelle mit den anderen College-Teams sind charmant in Szene gesetzt; mit offiziellen Logos, Maskottchen und netten Anekdoten seitens der Kommentatoren. Aber allzu lange verweilt ihr nicht auf der Uni. Nach der College-Meisterschaft winkt bereits die Draft, bei der ihr je nach erbrachten Leistungen eher früher oder eher später gezogen werdet.

NBA 2K16 - Ein Spiel dauert 48 Minuten und am Ende gewinnt immer 2K

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Für die NBA-2K-Reihe gibt es scheinbar nur diesen Weg: nach oben.
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Spoiler in Sportspielen?!

Spätestens dann geht das Leben auf der Überholspur für euren Spieler richtig los. Ob dubiose Manager, Stress mit den Medien oder geldgierige Freunde. In der Story werden euch auch die Schattenseiten des „American Dream“ eines Basketballers aufgezeigt. Dabei hat Regisseur Spike Lee für meinen Geschmack allerdings etwas zu tief in der Klischee-Kiste gekramt.

Umso bemerkenswerter aber, dass man gegen Ende der Geschichte doch Empathie für die meisten Charaktere entwickelt. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Schauspieler, die über Motion Capturing ihren Weg ins Spiel fanden, ihre Rollen sehr glaubhaft verkörpern. Aber ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, denn NBA 2K16 ist das erste Sportspiel, bei dem man spoilern kann!

Packshot zu NBA 2K16NBA 2K16Erschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Nach eurem Rookie-Jahr ist die Story von „Livin’ Da Dream“ bereits zu Ende erzählt. Dann startet der Karriere-Modus, wie ihr ihn aus den letzten Jahren kennt. Jedoch müsst ihr euch diesmal etwas mehr ums Tagesgeschäft kümmern. Was macht ihr am freien Tag? Trainieren, Sponsoren-Deals eintüten, Fans oder Mitspieler treffen. Hier die richtige Balance zu finden, ist angenehm abwechslungsreich.

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Wir kommen uns ein bisschen vor wie Serienmörder, aber seht doch mal, wie schön sein Schweiß glänzt!
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Pokémon Stadium auf Hawaii

Klar, dass 2K ihrem Schlachtschiff, dem Karriere-Modus, am meisten Beachtung schenken. Von Stagnation kann bei den anderen Modi dennoch keine Rede sein. Im Manager-Modus „MyGM“ kann man jetzt mit seiner Franchise in andere Städte umziehen. Warum nicht aus dem kalten Minnesota nach Hawaii? Klingt in der Theorie spannend. In der Praxis müssen jedoch erst die Besitzer der anderen Teams von eurer Idee überzeugt werden. Sollte euer Antrag durchkommen, muss natürlich eine neue Halle gebaut werden. Mit dem neuen Arena-Editor geht das fix und ist erstaunlich kurzweilig. Von der Farbe der Sitze bis hin zur Gestaltung des Parketts kann man alles einstellen ohne dabei überfordert zu werden. Es gibt auch eins, zwei nette Gimmicks. So könnt ihr für bestimmte Spielsituationen ausgewählte Soundeffekte erklingen lassen, wie z.B. eine Feuerwehrsirene beim Dunking oder das Kreischen eines Falken beim Alley-Oop.

Auch kann man selber Logos für die Werbebanden oder für den Verein designen und auf eine Website hochladen. Das ist bloß etwas umständlich. Schneller geht es, die Designs von anderen aus der Community runterzuladen. Mit einem Pokéball als Mittelkreis und Nintendo-Werbung am Spielfeldrand kann man so z.B. ganz einfach sein eigenes Pokémon Stadium erschaffen.

NBA 2K16 - Be YourselfEin weiteres Video

Von diesen neuen Möglichkeiten könnt ihr u.a. auch im FUT-Klon „My-Team“ Gebrauch machen, in dem die Trikot-, Logo- und Arena-Editoren nach und nach freigeschaltet werden. Das hat schon was, online in den selbst erstellten Stadien seiner Gegner zu spielen.

Ein Spiel mit so wenig Kanten wie ein Basketball. Sport-Simulation done right!Fazit lesen

„Entscheidend ist aufm Platz“

Trotz so viel Drumherum hat 2K auch das Gameplay nicht vernachlässigt. Viele Kleinigkeiten tragen dazu bei, das Erlebnis auf dem Platz realistischer zu machen. Habt ihr einmal zu viel Pick & Roll gespielt, verteidigt die KI das z.B. beim nächsten Angriff cleverer. Oder wenn ein Gegner bei einer Wurftäuschung in euch hineinläuft, setzt der Spieler automatisch einen Wurf an und der Schiedsrichter schickt euch an die Linie.

Apropos Realismus: Die hervorragende Präsentation wurde auch dieses Jahr nochmal verbessert. Zur Pre-Game-Show vom letzten Jahr kommt jetzt noch eine Post-Game-Show inklusive TNT-Analyst Kenny Smith, der das TV-Trio um Earnie und Shaq komplettiert. Mit Witz und Expertise führen die drei durchs NBA-Jahr und erzählen an Festtagen wie Halloween auch mal die eine oder andere nette Anekdote. Um solche sind auch die Kommentatoren nicht verlegen, die selbst zu vermeintlich unwichtigen Bankspielern eine Expertenmeinung zum Besten geben können. Das sympathische Trio der letzten Jahre wurde jetzt allerdings getrennt. Für Meistertrainer Steve Kerr stößt nun Greg Anthony als Experte zum Duo Harlan und Kellogg. Der macht seine Sache zwar gut, ein bisschen vermisst man die alte Dynamik aber dann doch.

NBA 2K16 - Ein Spiel dauert 48 Minuten und am Ende gewinnt immer 2K

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Raum für Verbesserungen gibt's noch, aber die Luft wird langsam eng.
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Legendäre Auswahl aus alten Teams

Wer unbedingt die alten Zeiten aufleben lassen möchte, behilft sich dann eben mit den neuen Legenden-Teams. Da wurde diesmal ordentlich geklotzt. Viele Mannschaften aus der jüngeren NBA-Vergangenheit haben ihren Weg ins Spiel gefunden. Die Mavs mit Steve Nash, die Raptors um Vince Carter und Bostons „Big Three“ sind z.B. dabei. Nur als das Feature vor ein paar Jahren eingeführt wurde, hat 2K in einem Jahr schon mal ähnlich viele Teams hinzugefügt.

Auch bei den Euroleague-Teams wurde auf nun mehr 25 Mannschaften aufgestockt. Zu schade, dass weder die Kader aktuell sind, noch ein entsprechender Spielmodus angeboten wird. Von den weiterhin schmerzlich vermissten Nationalmannschaften ganz zu schweigen.

Aber wenn man euch ein Team fehlt, könnt ihr das ja auch in „Meine Liga“ mitsamt Branding und eigener Arena nachbauen. Oder – und das ist ebenfalls neu – ihr bildet mit ein paar Freunden im „2K Pro-Am“-Modus eine Mannschaft, mit der ihr online gegen fünf andere Spieler zocken könnt.

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