Man mag es gar nicht glauben, aber die Geschichte der Basketball-Videospiele lässt sich in diesem Jahr auf exakt 40 Jahre zurückdatieren. Da stand meine Mutter nicht mal in der pubertären Phase und ich schon gar nicht zur Debatte. Aber die basketballverrückten Amerikaner wollten schon damals selbst mit einfachsten technischen Möglichkeiten ihr sportlich liebstes Kind nach dem American Football über die Bildschirme der Arcade-Automaten flimmern sehen – der Grundstein für ein neues Genre war gelegt, das dieses Jahr mit NBA 2K15 seinen neuesten Zuwachs begrüßt.

NBA 2K15 - Tailer MeinPark 5 weitere Videos

Mit einem Automaten fing alles an

Es war das Jahr 1974. In einer verschneiten Kleinstadt – wahrscheinlich irgendwo in der Straße, in der auch die Garagen von Bill Gates und Steve Jobs standen – sehnten sich ein paar Basketballfans nach einer Möglichkeit, ihren Lieblingssport auch im Winter ausüben zu dürfen. Natürlich hätten sich einfache Sporthalle angeboten, aber diese Herren sehnten sich nach einer Möglichkeit zu spielen, ohne sich zu bewegen – eben zu zocken!

Und so erblickte das erste Basketball-Automatenspiel mit dem puristischen Namen „Basketball“ aus der Feder von Entwickler Taito das Licht der Welt. Publisher und somit Vertreiber der Automaten war damals keine geringere Firma als Midway – heute vor allem für die Mortal-Kombat-Reihe bekannt. Den findigen Entwicklerköpfen von Taito hat die Videospielwelt auch Perlen wie „Space Invaders“ oder aktuell „Left 4 Dead: Survivors“ zu verdanken.

NBA 2K15 - Vom Pixelmännchen zum Starspieler: Die Geschichte der Basketballspiele [Advertorial]

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 6/101/10
Dürfen wir vorstellen: Basketball, die gleichnamige erste digitale Umsetzung der beliebten Sportart.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

1983, ganze neun Jahre später, erschien erstmalig auch ein Basketballtitel von EA auf dem Markt. Entwickelt in Personalunion von Eric Hammond, war „Julius Erving & Larry Bird: One on One“ optisch keine Augenweide und inhaltlich auf das bezeichnende Duell der damaligen Superstars beschränkt, trotzdem aber ein finanzieller Erfolg. Nicht zuletzt, weil es das erste Spiel war, das auch von den damaligen Superstars promotet wurde, um so natürlich eine große mediale Aufmerksamkeit zu erreichen – was heute mittlerweile selbstverständlich ist.

Ab dem Folgejahr mischte zudem Konami im Basketball-Genre mit seinen Vertretern „Super Basketball“ und „Double Dribble“ mit. „Double Dribble“ war 1987 auch der erste Basketballtitel, der es auf die NES-Konsole von Nintendo geschafft hatte. Der Grundstein für den Siegeszug – weg von den Arcade-Automaten, rein in die heimischen Wohnzimmer – war hiermit gelegt. Electronic Arts legte ein Jahr später mit „Jordan vs. Bird: One on One“, dem Nachfolger des erfolgreichen Erstlings, ebenfalls auf dem NES nach.

NBA 2K15 - Vom Pixelmännchen zum Starspieler: Die Geschichte der Basketballspiele [Advertorial]

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 6/101/10
Bevor sich die 2K-Spiele die Krone aufsetzten, war das Genre der Basketballspiele einigermaßen fest in der Hand von EA.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Bis Visual Concepts – Entwickler der aktuellen NBA-2K-Reihe – das erste Mal auf der Bildfläche erschien, sollten noch neun Jahre ins Land ziehen, in denen nicht nur von EA jährliche NBA-Ableger erschienen, sondern sich auch zahllose andere Entwickler und Publisher an den beliebten Basketballspielen versuchten. Stolze 37 Basketballtitel erschienen in diesen neun Jahren: EA etablierte in dieser Zeit ab „NBA Live 95“ ihre Live-Serie, während sich Midway, Konami und Accolade als aktivste Konkurrenten auch ein Stück des Basketballkuchens zu sichern versuchten.

Visual Concepts entwickelte 1997 mit „NBA Action 98“ für den Sega Saturn das erste Basketballspiel, gleichzeitig aber auch für die Konkurrenz aus dem Hause Sony für deren PlayStation den Titel „NBA Fastbreak '98“. Dann sollte es zwei Jahre ruhig werden um die Entwickler. Während diese Zeit von EAs „NBA Live“-Serie, Konamis „NBA In the Zone“-Reihe und Midways 30-Meter-durch-die-Luft-wirbeln-und-den-brennenden-Ball-in-den-Korb-donnern-Hangtime-Titeln dominiert wurde, mischte Visual Concepts erst im November 1999 wieder mit.

Der Aufstieg zum Genrethron

Der für Segas Dreamcast entwickelte Titel trug den zur Jahrtausendwende passenden Namen: „NBA 2K“. Die Reihe hatte damit ihren Anfang gefunden. Von nun an entwickelte Visual Concepts jährlich einen Ableger für die Konsolen aus dem Hause Sony, Microsoft und gelegentlich auch für PC-Spieler und Nintendo-Besitzer. Die Nase vorn bei den Verkäufen hatte vorerst aber weiterhin Electronic Arts, das seine Titel ab 1998 unter dem firmeneigenen Brand „EA Sports“ entwickelte und erfolgreich verkaufte.

NBA 2K15 - Vom Pixelmännchen zum Starspieler: Die Geschichte der Basketballspiele [Advertorial]

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 6/101/10
Vor zehn Jahren sah die 2K-Reihe noch so aus. Für damals eine beachtliche Leistung.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Doch dieser Umstand sollte sich mit den kommenden Jahren ändern, als Take-Two Interactive die Entwicklerschmiede 2005 von Sega aufkaufte, aus ihr 2K-Sports machte und der Vorsprung von EAs Live-Serie kontinuierlich dahinschmolz. Schließlich musste EA Sports nach „NBA Live 2010“ einsehen, den Kampf gegen die 2K-Konkurrenz verloren zu haben und ihre Reihe vorerst einstellten, um sich den Madden- und FIFA-Teilen zu widmen. Man musste sich eingestehen, dass die 2K-Reihe näher an der perfekten Basketball-Simulation war, es bis heute geblieben ist und den Fans das rundere Basketballerlebnis liefert. Visual Concepts wurde das Feld überlassen – doch diese dachten gar nicht daran, sich dank des Genremonopols auf ihren Lorbeeren auszuruhen.

„NBA 2K6“ war Ende 2005 der erste Teil, der es auf die gerade veröffentlichte Xbox 360 schaffte und sofort überzeugen konnte. Auch der Nachfolger ein Jahr später für die PlayStation 3 ging neue Wege. So nutzte man die Sixaxis-Funktionen des PS3-Controllers, um die Freiwürfe intuitiver ausführen zu lassen. Auch „NBA 2011“ war ein Pionier in seinem Gebiet, denn es unterstützte erstmals stereoskopische 3D-Fernseher und den PlayStation-Move-Controller. 2012 konnte 2K-Sports mit „NBA 2K11“ über vier Millionen Exemplare verkaufen und erhielten einen beeindruckenden Metascore von satten 90 von 100 Punkten.

Die Reihe wurde kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Mit „NBA 2K14“ schaffte es die Reihe auf die neuen Konsolen von Microsoft und Sony. Auf Xbox One und PlayStation 4 war es mit der Alleinherrschaft allerdings vorbei, denn EA Sports unternahm einen neuen Versuch, wieder auf dem Markt mitzumischen. Und so veröffentlichte EA Sports „NBA Live 2014“, das von der Presse und den Fans aber zerrissen und gemieden wurde, während sich „NBA 2K14“ über großartige Verkaufszahlen freuen durfte. Und nun ist es am 10. Oktober wieder soweit: Das neueste Baby aus dem 2K-Bauch will sich auch in diesem Jahr wieder die Genrekrone krallen.

Gelingen soll das mit über 5000 neuen Animationen, animierten Haaren, noch realistischeren Spielermodellen und -gesichtern, dem eigens für das Spiel komponierten Soundtrack von Pharrell Williams (N.E.R.D.) und erstmals auch den europäischen Euroleague-Mannschaften. So ist damit sogar ein FC Bayern München vertreten, der an seiner Spielweise auch anhand dieser erkannt werden soll. Das gilt natürlich nicht nur für die Bayern – jede Mannschaft der europäischen oder amerikanischen Profiliga soll den Spielstil ihres realen Vorbilds originalgetreu übernehmen und diese entsprechend widerspiegeln.

NBA 2K15 - Vom Pixelmännchen zum Starspieler: Die Geschichte der Basketballspiele [Advertorial]

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 6/101/10
Demnächst schickt sich NBA 2K15 an, den Genrethron an sich zu reißen. Die Chancen dafür stehen ziemlich gut.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Neu ist auch das Wurfsystem, das den Spieler direkter an die Situation des ballführenden Spielers binden will. So seht ihr beim ballführenden Spieler nun eine Leiste und einen Balken, der bei jedem Wurf so mittig wie möglich in dieser Leiste gestoppt werden muss, um den Ball optimal auf den Weg in Richtung Korb zu schicken. Je nach Deckung durch die Gegenspieler, die eigenen Wurffähigkeiten und den Stand zum Korb macht euch das Spiel das nun aber schwerer. So muss der Spieler ein Gefühl für günstige Wurfsituationen und das dazugehörige Timing, gleichzeitig aber auch ein direkteres Gefühl für die Würfe entwickeln.

Auch bei den Spielmodi hat sich einiges verändert. So wurde der MyCareer-Modus mit einer neuen Handlung bestückt und die Freizeitmanager bekommen mit dem MySeason-Modus nun die volle Kontrolle über ihr Lieblingsteam – auch über die Trades, die im Vorgänger bei den Fans durch das unorthodoxe Handeln bei so manchem Fan noch für Unmut gesorgt haben.

Wenn „NBA 2K15“ das einhalten kann, was es jetzt schon prophezeit, dürfte ihnen der erneute Genrethron trotz erneuter, ehrgeiziger Konkurrenz aus dem Hause EA sicher sein.