Das kanadische Entwicklerstudio Artificial Mind and Movement (kurz A2M) hat sich in der Vergangenheit nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Ob es nun um die qualitativ eher minderwertigen Ports und Spinoffs größerer Titel ging (Dante's Inferno für PSP, Mercenaries 2 für PS2 und zahllose DS-Versionen anderer Titel), um Spiele mit durchaus lohnenden Ansätzen, die unzureichend umgesetzt waren (WET) oder darum, Fans von Serien und Franchises mit unterdurchschnittlichen Versoftungen ordentlich die Geldkatze zu melken (Iron Man, Kim Possible uva.), A2M war immer gern mit von der Partie.
Insofern sollte es keinen wundern, dass die gesamte Redaktion bereits beim Auftauchen der ersten Trailer zu Naughty Bear die Nase rümpfte und Wetten abschloss, wie schlecht genau der bärige Titel werden würde. Die Trailer selbst trugen mit ihrem aufgesetzten Humor ihren Teil dazu bei. Sollten wir uns geirrt haben? Schafft es Naughty Bear tatsächlich, der erste gute Titel der Damen und Herren aus Québec zu werden? Wir werden sehen.
Zwei Stunden Spaß und dann unendliche Reue? Dafür sind 50 Euro zu viel! Abwechslung und Langzeitmotivation sucht man hier vergebens, einzig für die Ausleihe und den kleinen Spaß zwischendurch ist das böse Bärchenspiel geeignet.FazitNaughty Bear ist eine traurige Gestalt: Der braune Teddy lebt alleine auf einer Waldlichtung und wird von den anderen Bärchen, die auf seiner Insel leben, nicht recht akzeptiert. Das mag daran liegen, dass er überall Nähte und Narben hat, aus denen bereits der Plüsch guckt, vielleicht aber auch daran, dass er den anderen Honigschleckern regelmäßig das Leben zur Hölle macht. Dabei will Naughty eigentlich nur geliebt werden!
Der arme Naughty hat es nicht leicht.Eines Tages ist er nicht zu einer Geburtstagsfeier auf der Insel eingeladen, entschließt sich aber, als Friedensangebot dennoch ein Geschenk anzufertigen und vorbeizubringen. Als die anderen Bären ihn daraufhin auslachen, reißt Naughty endgültig der Geduldsfaden. Es ist Zeit, die Rechnung zu begleichen, naughty-style!
Vielleicht muss an dieser Stelle erklärt werden, dass Naughty Bear keine wirklich zusammenhängende Story hat, sondern aus einzelnen Missionen besteht. In aller Regel fühlt sich Naughty irgendwie von den anderen bedroht und entschließt sich, ihnen die Watte aus den Körpern zu reißen. Dazu kommen optionale Ziele, etwa das Zerstören der Geburtstagsgeschenke auf der Party. Eigentümlich ist, dass die von Naughty „entplüschten“ Bewohner in der jeweils nächsten Mission wieder putzmunter sind.
Hack 'n Plüsch: Naughty legt los.Man übernimmt also die Steuerung von Naughty aus der Third-Person-Perspektive, findet ein geeignetes Werkzeug zum Auftrennen von Nähten und stellt den Bärchen nach. Zuerst fällt auf, dass jede Mission in mehrere Areale unterteilt ist und man in jedem Gebiet eine Punktzahl zu erreichen hat, bevor man fortfahren darf. Es gibt laut A2M über 200 verschiedene Möglichkeiten, Punkte zu verdienen und das ist leicht zu glauben: In jedem Abschnitt gibt es zahlreiche interaktive Objekte und jede noch so kleine Aktion erhöht das Gemeinheitskonto und drückt gleichzeitig einen Multiplikator nach oben, der mit der Zeit aber wieder absinkt, insofern steht man etwas unter Druck, schnell zu agieren.
Hauptsächlich verdient man natürlich Punkte, indem man den arroganten Bären möglichst direkt und grausam zusetzt. Man ist tatsächlich zunächst versucht, Naughty Bear als ein ganz normales Hack'n Slay zu spielen: Man sucht sich eine der herumliegenden Äxte, Baseballschläger, Macheten, Pistolen, Ninjaschwerter, Stöcke, Cricketschläger oder ein anderes Verkrüppelungsgerät, haut auf die Bären (von denen je nach Level zwischen einem halben Dutzend und etwa 20 durch die Gegend laufen), freut sich darüber, dass jede Waffe eine eigene „Kill-Animation“ hat... und wundert sich dann, warum man kaum Punkte hat. Anfangs erhält man noch relativ leicht eine Goldtrophäe für den Abschluss des Levels, doch relativ schnell erhält man nicht einmal genug Punkte, um innerhalb eines Levels fortzufahren. Wo liegt also der Fehler?
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Genau wegen solch sadistischen Spielen beschwert sich alle Welt über "Killerspiele". Von mir aus kann es auf den Index!