"Naruto Ultimate Ninja Storm" und "Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 2" gehören für mich zu den besten Kampfspielen, die der Markt je gesehen hat. Schnell, einfallsreich, mit viel Abwechslung und einem fantastischen Kampfsystem sowie einem tollen Einzelspielermodus. Ein Genuss für Auge und Spielerherz, und das nicht nur für Fans der Anime-Serie. Und hier kommt Generations. Der würdige Nachfolger, auf den alle gewartet haben. Oder nicht?

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Wer hat den Story-Modus geklaut?

Die Vorgänger haben gar keinen so schlechten Job geleistet. Der Story-Modus vereinfachte die Geschichte um den jungen Ninja Naruto zwar ungemein, war aber dennoch leicht verständlich und hatte letztendlich stets Sinn. Es gab zahlreiche Nicht-Fans der Serie, die die Geschichte im Spiel verfolgt haben und nachvollziehen konnten. Außerdem wurde alles pompös in Szene gesetzt und passend mit Musik untermalt. Ein Traum.

Und dann kam "Naruto: Ultimate Ninja Storm Generations - Shippuden". Der Unterschied zu den ersten Teilen? Mal abgesehen von den immer schlimmer werdenden Zungenbrecher-Titeln... Gravierend. Aus einer schön erzählten und mit prächtigen Videosequenzen in Szene gesetzten Geschichte wurde eine lose Aneinanderreihung von Fakten und Infos aus der Ninjawelt, die in einzelnen Bildern erzählt wird und von der nicht wirklich viel hängen bleibt.

Naruto: Ultimate Ninja Storm Generations - Shippuden - Stets zwei Schritte vor, doch drei zurück

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Die Kämpfe sind wie immer bombastisch animiert.
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Nur die Anfangssequenz einer einzelnen Geschichte, beispielsweise der von Sasuke, dem besten Freund und ärgsten Feind des Protagonisten, wird schön und mit überwältigenden Bildern präsentiert. Die Auswahl der Anime-Szenen mit der wunderschönen Musikuntermalung lässt einen im ersten Moment hoffen und glücklich grinsen. Nur damit dann eine bildliche Faust aus dem Bildschirm saust und einem die Träume aus dem Kopf prügelt.

Die einzelnen Geschichten setzen sich zu achtzig bis neunzig Prozent aus dem Storymodus von Teil 1 und 2 zusammen und sind stark verkürzt worden. Innerhalb einer Stunde habt ihr die Geschichte eines wichtigen Charakters durch und in circa der Hälfte die der unwichtigeren Nebencharaktere.

Die einzige Herausforderung bietet die erhöhte Schwierigkeit, die ihr auswählen müsst, um wirklich alle Charaktere freizuschalten. Aber für den geübten Spieler ist das auch eher ein witzloser Versuch, die Spielzeit zu erhöhen. An einem halben Nachmittag habt ihr auch das geschafft und könnt nun die letzten Geschichten spielen. Die genauso kurz und prachtlos sind wie die, die ihr zum Freispielen meistern musstet.

Packshot zu Naruto: Ultimate Ninja Storm Generations - ShippudenNaruto: Ultimate Ninja Storm Generations - ShippudenErschienen für PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Dementsprechend könnt ihr zwischen den Missionen auch nicht mehr im Ninja-Dorf umherwandern und verschiedenen Aufträge annehmen. Dieser Teil der Vorgänger war zwar eh stets stark umstritten, hatte aber doch irgendwo seinen Reiz. Man wurde nicht lieblos von einem Kampf in den nächsten geschoben und bekam zusätzlich einen Bezug zur Welt der Ninja.

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Doch der Storymodus verkam zu purem "1vs.1" - Gekloppe
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Jetzt nicht mehr. Ihr prügelt euch nur noch von einem Kampf zum nächsten, bekommt immer mal wieder einen Happen Story und wenn ihr Naruto nie gesehen beziehungsweise gelesen habt, guckt ihr so beschränkt wie ein Auto - nur nicht so schnell. Als würde euch jemand die Alien-Reihe in fünf Bildern erklären wollen und zu jedem einen Satz verlieren...

Alle Charaktere, Fähigkeiten, Ausrüstungsgegenstände und sämtliches andere Zeug werden in diesen Kämpfen freigespielt. Wer also wirklich gut ist, hat an einem Tag so gut wie alles erreicht und kann sich danach ganz und gar den Versus-Modi widmen.

Noch immer ein sehr spaßiges, gut durchdachtes Kampfspiel. Und trotzdem nur ein billiger Ableger der ersten beiden Titel.Fazit lesen

Und da liegt offenbar auch der Schwerpunkt dieses Ablegers (mehr als ein Ableger ist es wirklich nicht): mit vielen Charakteren und noch mehr freischaltbaren Equipment gegen Freunde und Spieler auf der ganzen Welt Ninjakrieg führen. Was eigentlich schade ist, denn der Storymodus war immer sehr schön anzusehen und hat Spaß gemacht. Nun ist er nur noch eine Randerscheinung.

Und dieser Randerscheinung hat man zusätzlich die legendären Bosskämpfe geklaut. Gab es in Teil 1 und 2 noch gigantische Monster, die man auf unkonventionelle Art und Weise legen musste, oder wenigstens schön inszenierte Endkämpfe (der Endfight zwischen Naruto und Sasuke im zweiten Teil war grandios inszeniert), gibt es nun nur noch einen finalen Kampf. Nicht besser und nicht schlechter als alle Kämpfe, die ihr auf dem Weg dorthin bewältigen müsst. Schade.

Eine gewaltige Ninja-Armee...

Was der Storymodus in einzigartiger Weise versaut hat, versuchen Namco Bandai und CyberConnect mit einer Vielzahl an spielbaren Charakteren wieder auszugleichen. Und, meine Güte! Mit 73 Charakteren ist die Auswahl auf den ersten Blick überwältigend.

Aber auch hier schreit alles wieder lauthals: Ableger! Denn Generations wird seinem Namen dadurch gerecht, dass es viele Charaktere, beispielsweise Naruto selbst, aber auch viele seiner Ninja-Kameraden, in zich Ausführungen gibt.

Da hätten wir beispielsweise Naruto als junger Ninja aus Teil 1, Naruto etwas älter, Naruto aus Teil 2, Naruto als ausgebildeter Ninja und Naruto als Eremit. Wir haben also hier vier verschiedene Versionen des gleichen Kämpfers. Dafür unterscheiden sich alle vier in verschiedenen Punkten, wie Kampfgeschwindigkeit, finalen Attacken, Equipment und Kampfstil. Vielleicht hätte man die Figur trotzdem als "eine" anbieten können und á la DragonBall verschiedene Formen zur Auswahl gestellt durch die man per Controller "switched". Aber so wäre man ja nicht auf die sagenhafte Zahl von über 70 Kämpfern gekommen...

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Einige der neuen Charaktere sind sehr beeindruckend - Andere sind einfach nur billige Kopien.
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Aber auch an anderen Stellen wird ein wenig geschummelt. Denn wer sich auf neue Charaktere freut, wird weitgehend enttäuscht. Die meisten Figuren wurden aus Teil 1 und 2 verwertet und wiederverwendet. Weder Outfit, noch Fähigkeiten und Equipment haben sich dabei auch nur einen Hauch verändert. In Generations wurden einfach wenige neue Figuren zugematscht und das soll die Fans nun glücklich machen. Da freut man sich natürlich um so mehr, wenn man endlich Charaktere freigeschaltet hat, die es in Ninja Storm 1 und 2 noch nicht gab, wie die Kage (Anführer) der anderen Ninjadörfer.

Einzig die große Zahl an verschiedenen Ninjatechniken, die ihr freispielen könnt, machen einen echt guten Eindruck. Jeder wichtige Charakter kann sowohl für sein Jutsu, als auch für sein ultimatives Jutsu (Sozusagen: Spezialangriff und Finisher) eine alternative Attacke freischalten. Zusammen mit den unterschiedlichen Ausrüstungsgegenständen und wirklich vielen schön gezeichneten Maps ergibt sich daraus langanhaltender, abwechslungsreicher Kampfspaß... Aber nur im Versus-Modus.

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Vor allem der Versus-Modus kann begeistern.
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Dieser wartet diesmal mit interessanten Modi auf. Zum einen gibt es den Turniermodus, wo ihr gegen Spieler aus aller Welt (Offline oder Online) und / oder gegen KI-Gegner antreten könnt. Hier sieht man Parallelen zu den DragonBall-Spielen, die schon seit jeher auf einen solchen Modus setzen. Und der Spielspaß spricht da für sich.

Zum anderen gibt es den sehr netten Überlebensmodus, wo ihr nach jedem Kampf ein wenig Lebensenergie zurück bekommt und dann wahlweise gegen insgesamt 2 bis 10 Gegner hintereinander weg antreten müsst. Das ist nicht nur unglaublich fordernd, hebt zusätzlich den Abwechslungsreichtum und damit den Spielspaß.

Die Kämpfe sind wie bei den Vorgänger aller erste Sahne. Schnell, abwechslungsreich und absolut spannend. Das Kampfsystem hält sich dabei an Teil 2 und ist dementsprechend etwas einfacher, als noch zu Zeiten von "Naruto: Ultimate Ninja Storm". Das ist zwar schade, geht doch so etwas an taktischen Möglichkeiten verloren, ist aber erträglich. Hauptsache die Kämpfe machen Spaß. Und das tun sie.

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"Generations" scheint nicht mehr als ein Platzhalter für "Ultimate Ninja Storm 3" zu sein.
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Selbst Nicht-Fans des Anime, beziehungsweise der Mangavorlage, haben hier in der Regel ihren Spaß. Die großen, offenen Arenen bieten viele Möglichkeiten für taktisches Vorgehen. Dank der verschiedenen Kampffähigkeiten und Techniken der Charaktere, die sich zudem in Geschwindigkeit, Stärken und Schwächen stark unterscheiden, bleibt immer noch viel Spielraum für taktisches Vorgehen.

Andererseits sind die Charaktere spätestens dann unglaublich unausgeglichen, wenn man in den "Erwachen"-Modus wechselt. Eine Art letztes Aufbäumen stark angeschlagener Charaktere. Während manche gerade einmal böse gucken, wenn sie diese Stufe erreichen und ein wenig an Stärke und Geschwindigkeit dazugewinnen, verwandeln sich andere in abartige Monstrositäten, die man kaum bezwingen kann. So kann der letzte Depp den Kampf noch gewinnen, wenn er es nur schafft, rechtzeitig die Verwandlung zu vollführen.

Gleichzeitig sind manche Figuren von Beginn an anderen absolut überlegen. Es gibt beispielsweise eine Figur, Gaara beim Namen, mit der ich seit Teil 1 noch nie verloren habe. Einfach weil diese Figur so abartig stark ist, das es einen echt guten, nicht zu sagen überwältigend guten, Gegner braucht, um ihn zu erlegen. Und selbst dann hat dieser Gegner keine Chance, wenn der Spieler von Gaara genauso gut ist.

Klar, damit ist die Figur einfach nur so, wie ihn der Manga beschreibt. Das macht die Frustration seiner Gegner aber nicht unbedingt geringer.