Fast genau ein Jahr ist es nun her, dass mit „Naruto: Rise of a Ninja“ der erfolgreiche Manga und Anime von Masashi Kishimoto exklusiv auf der Xbox360 umgesetzt wurde. Der von Ubisoft entwickelte Titel konnte in unserem Test mit 82% nicht nur Fans der Serie begeistern. Nun steht mit „Naruto: Ultimate Ninja Storm“ die erste exklusive Verwurstung auf der PlayStation3 vor der Tür.

Der Hype um Ultimate Ninja Storm hätte in der Naruto-Community kaum größer sein können. Schon nach Veröffentlichung des ersten Trailers waren Jubelschreie aus den Riegen wackerer Fans zu hören. Diesmal zeichnen sich „NamcoBandai“ und „CyberConnect2“ verantwortlich, die einigen Spielern bereits durch die erstklassige „Dragonball Z: Budokai Tenkaichi“-Reihe bekannt sein dürften.

Beste Vorraussetzung also für eine geniale Umsetzung der mittlerweile auch in Deutschland zum Kult gewordenen Serie „Naruto“? Sollte man denken, doch „Ultimate Ninja Storm“ erweist sich als deutlich schwächer und kann den hohen Erwartungen nicht gerecht werden. Woran genau das liegt, verraten wir euch in unserem Test.

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Wunderbar inkonsistent

Die Geschichte des blonden Nachwuchsninjas Uzumaki Naruto bedarf wohl keiner Einführung mehr. Wir verzichten an dieser Stelle daher auf jegliche Lückenfüller und werfen euch direkt ins Geschehen, den Dreh- und Wendepunkt in „Ultimate Ninja Storm“: Der (ultimative) Missions-Modus. Dieser bildet zusammen mit dem (ultimativen) Kampf-Modus die einzigen beiden (ultimativen) Spielmodi dieses Titels.

Naruto: Ultimate Ninja Storm - Der Ausnahmeninja ist zurück – in Nextgen und Bunt!

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Die Tore bleiben zu. Wir dürfen leider nur in Konoha auf Entdeckungstour.
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Doch so „ultimativ“ ist der Missions-Modus bei weitem nicht. Hier steht Narutos großes Heimatdorf „Konoha“ zwar zur freien Erkundung offen, doch die Eingangstore bleiben geschlossen und andere Schauplätze können nicht wie im Pendant „Rise of a Ninja“ besucht werden (vergleiche Test zu "Rise of a Ninja"). Missionen erhalten wir von Einwohnern des Dorfes. Die Aufträge müssen allerdings aus einem Extra-Menü heraus gestartet werden. Gerade zu Beginn erweist sich das als viel zu unübersichtlich.

„Ultimate Ninja Storm“ versucht anhand dieser Missionen die Geschichte des Anime und Manga bis Episode 135 zu erzählen, verzichtet dabei allerdings auf die Geschehnisse einiger Kern-Episoden. So fehlen zum Beispiel die Handlungen der ersten Episode und der Kampf gegen „Zabuza“ komplett. Zudem werden sie in je einer kurzen Textbox geschildert und Zwischensequenzen kommen erst garnicht zum Einsatz. Atmosphäre kommt so natürlich nicht auf.

Packshot zu Naruto: Ultimate Ninja StormNaruto: Ultimate Ninja StormErschienen für PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Plot in Schnipseln

Auch die Konsistenz der erzählten Geschichte wird dadurch zerstört. Während einer Missionsreihe landen wir beispielsweise nach einer Verfolgungsjagd, in der wir auf den fiesen „Orochimaru“ treffen, plötzlich wieder in der Stadt und müssen erneut in das Missionsmenü, um den Kampf gegen den Obermotz im Wald wieder aufzunehmen. Gerade Spieler, denen die Geschichte nicht einhundertprozentig bekannt ist, wird hier der rote Faden genommen. Es ergibt sich ein unstrukturiertes Wirrwarr aus Missionen und Plot-Schnipseln.

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Gerade erst auf einer Mission, nun schon wieder im Dorf. "Weiß hier einer was los ist?"
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Konoha als Ausgangspunkt für Missionen außerhalb der Stadtmauern zu wählen, ist für solche Zwecke keine gute Entscheidung. Es mag zwar spaßig sein, wie bereits in „Rise of a Ninja“ frei im Dorf herumtollen zu können und alles zu entdecken. Doch um diesen Modus für Spieler schmackhaft zu machen, gehört schon einiges mehr dazu. Von Dach zu Dach zu hüpfen und dabei Münzen einzusammeln ist jedenfall nicht die Erfüllung aller Spielerträume.

Selbst die nicht dem Hauptplot zugehörigen Nebenmissionen motivieren nur zu Beginn. So müsst ihr beispielsweise Zutaten sammeln, um alle Nudelgerichte in Ichirakus „Ramen“-Shop zu essen oder eine bestimmte Anzahl an Schritten gegangen sein. Da sich die Nebenmissionen im Grunde ähneln und uns eigentlich nur von einem Ende des Dorfes zum anderen schicken, bleibt der Spielspaß schnell auf der Strecke.

Ultimative Kämpfe

An einigen Stellen des Spiels starten Mini-Spiele, in denen Naruto durch einen Wald sprintet oder einen Baum herauf rennt. Hier sind Reaktion und Geschicklichkeit gefragt, denn es stellen sich viele Hindernisse in den Weg. Doch hat man erst einmal den Dreh heraus, stellen solche Intermezzos kaum noch eine Herausforderung dar. Insgesamt bietet der Missionsmodus also zu wenig Abwechslung und kann neben der schlecht präsentierten Geschichte kaum langfristig motivieren.

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Zwei Ninjas aus eurem Team helfen euch auf Tastendruck aus der Patsche.
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Viel mehr zu begeistern weiß der (ultimative) Kampf-Modus. Das ist auch gut so, denn immerhin bilden die actionreichen Kämpfe den Großteil des Spielinhaltes, auch im (ultimativen) Missions-Modus. Hier treten zwei Ninjas gemeinsam mit ihrem Team gegeneinander an. Das Team besteht aus insgesamt drei Kämpfern: Dem ausgewählten Charakter und zwei weiteren Ninjas, die sich auf Tastendruck für kurze Zeit in das Kampfgeschehen einmischen und dem Gegner ordentlich auf den Latz geben.

So viel ungenutztes Potential, dass es mein Naruto-Herz bluten lässt. Schade!Fazit lesen

Hierzu lassen sich vor dem Aufeinandertreffen entsprechende Einstellungen vornehmen – zum Beispiel welches „Jutsu“ (Technik) euer Verbündeter ausführen soll. Für jeden Charakter lassen sich verschiedene Jutsus im Missionsmodus freispielen. Insgesamt stehen 25 Charaktere zur Auswahl, womit die bekanntesten Gesichter der Serie abgedeckt sind. Der Clou: Jeder Charakter hat ein anderes Angriffs- und Verteidungsverhalten, welches der Vorlage aus dem Anime und Manga entspricht.

Phänomenal Original

So nutzt Naruto bei fast all seinen Bewegungen „Kage Bunshin no Jutsu“ (die Schattdoppelgänger- Technik), der Sand-Ninja Kankuro kämpft nicht selbst sondern kontrolliert eine lebensgroße Puppe die voller Waffen steckt und die (noch) nahkampfschwache Sakura setzt vor allem auf den Einsatz von Fallen und ausrüstbaren Gegenständen. Letztere lassen sich ebenfalls vor dem Kampf ausrüsten und rufen bei Benutzung einen bestimmten Effekt hervor.

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Effektgeladene Jutsus gibt es während der actionreichen Kämpfe zu sehen.
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Zwar ist die Steuerung sehr simpel gehalten und für jeden Charakter gleich. Doch dank der vielen verschiedenen Prügelstile, der Teampartner und der ausrüstbaren Ninja-Waffen wird aus dem anfangs simpel erscheinenden Kampfsystem schnell eines, welches in Sachen Komplexität und taktischem Tiefgang gut mit einem „Dragonball Z: Budokai Tenkaichi 2“ (vergleiche Test zu "Budokai Tenkaichi 2" ) mithalten kann. Allerdings fehlt auch hier der lang ersehnte Online-Mehrspielermodus.

Vor allem die spektakulären Effekte und originalgetreuen Animationen der Charaktere machen „Ultimate Ninja Storm“ zu einem optischen Leckerbissen. Jeder Ninja hat ein Repertoir verschiedenster Jutsus, die von einer actionreichen Zwischensequenz begleitet werden. Gerade die mächtigen „Ultimativen Jutsus“ enden in einem Feuerwerk der Effekte und lassen Spieler oft mit offenem Mund vor der Konsole zurück.

Gigantomanische Bosskämpfe

Diese kinoreife Inszenierung wird nur noch durch die ausnahmslos rasanten und großartigen Bosskämpfe getoppt, welche im (ultimativen) Missionsmodus stattfinden. Hier gilt es, riesigen Gegnern in gefährlichen Kämpfen auf die Mütze zu hauen und anschließend in treibenden Quicktime-Events den Gar auszumachen. Dies sind leider auch die einzigen Momente in „Ultimate Ninja Storm“, in denen es Zwischensequenzen zu sehen gibt.

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Vor allem die rasanten Bosskämpfe wurden spektakulär in Szene gesetzt.
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Wie bereits die Xbox360-exklusive Umsetzung des Anime und Manga „Rise of a Ninja“ setzt „Ultimate Ninja Storm“ auf Cel-Shading-Grafik. Die Jungs von NamcoBandai haben eben Erfahrung in Sachen Anime-Umsetzungen und wissen, dass sich der japanische Zeichenstil so kaum besser umsetzen lässt. Auch die dreidimensionale Nachbildung des Dorfes Konoha ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden.

Einen kleinen Leckerbissen für Fans der Originalfassung hält „Ultimate Ninja Storm“ in Form von auswählbarer japanischer Originalsynchronisierung parat. Die Vertonung greift dabei auf die Sprecher der japanischen Anime-Serie zurück, lässt sich allerdings auch auf englische Sprachausgabe stellen. Im Optionsmenü lassen sich zudem deutsche Untertitel einstellen, damit es auch keine Verständigungsprobleme gibt. Doch vorsicht, Fans der japanischen Vorlage werden eher mit den deutschen Texten Verständigungsprobleme haben.