Umsetzungen mehr oder minder erfolgreicher Anime-Serien sind ja nun wirklich nichts Neues: Fing die ganze Hysterie mit dem Pokémon-Wahn an, ging es bis zu eher mittelmäßig ertragreichen Spielen zu Digimon weiter, bis Vorlagen wie Ghost in the Shell und Dragonball Z an der Reihe waren. Ebenfalls nicht verschont blieb Naruto, der nun mit "Ultimate Ninja Heroes" einen PlayStation-Portable-Ableger gefunden hat. Wir haben ihn für Euch natürlich unter die Lupe genommen.

Anderer Name, gleiches Spiel?
Wer begeisterter Naruto-Fan ist, wird sich vermutlich bereits die Ableger für die PlayStation 2 gekauft haben. All diejenigen, auf die das zutrifft, können sich Naruto: Ultimate Ninja Heroes für die PSP eigentlich getrost sparen, denn hier haben wir es wie schon oft in der jüngsten Vergangenheit mit einem fast gänzlich kopiertem Spiel unter abgeändertem Namen zu tun.

Naruto: Ultimate Ninja Heroes - Ninja in der Tasche: Trotz Macken sorgt Naruto auch auf der PSP für Spaß.

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Voll auf die Omme: Zwar ist die Präsentation recht kindlich, die Attacken tun aber auch beim Hinsehen weh.
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Wie schon das Konsolenpendant bietet auch Ultimate Ninja Heroes wieder den bekannten Heroes-Mode, in dem Ihr aus festgelegten Dreier-Gruppen eine Reihe von immer schwieriger werdenden Kämpfen startet, an deren Ende der Bossgegner im letzten Kapitel steht, also ähnlich dem Arcade-Modus von Tekken. Ausgetragen werden die Scharmützel dennoch nicht wie einem Team-Prügler, sondern Mann gegen Mann. Verliert einer Eurer Kämpfer, ist der nächste an der Reihe. Wurden alle eigenen Figuren vom Bildschirm gefegt, ist das Match verloren und man darf sich erneut an der jeweiligen Stage versuchen.

Das kann mitunter für Einsteiger vor allem gegen Ende hin öfters vorkommen. Die letzten drei Kämpfer-Gruppen sind selbst im leichtesten Schwierigkeitsgrad eine mehr als harte Nuss, an der sich nicht nur Anfänger die Zähne ausbeißen werden. Nur zu gut, dass Naruto: Ultimate Ninja Heroes kein rein zweidimensionaler Prügler ist: Jedes Areal, in dem ein Kampf ausgetragen wird, bietet nämlich mindestens noch eine weitere Kampfebene, auf die man per Knopfdruck gelangen kann. Kloppen wir uns zum Beispiel auf einem Vorhof die virtuelle Birne ein, können wir mit einem Druck auf die obere Richtungstaste auf die Dächer des im Hintergrund stehenden Hauses springen.

Von Goodies und hektischen Kämpfen...
Selbst dann geht es immer noch eine weitere Ebene nach oben. Ihr braucht dann aber nicht erst auf euren Kontrahenten zu warten, sondern könnt ihn bereits aus der Distanz mit Spezialfähigkeiten beharken. Und die haben es mitunter in sich: Ist die so genannte Chakra-Leiste unter Eurer Lebensanzeige blau gefüllt, gibt es auf Knopfdruck eine eigene Spezialattacke des jeweiligen Kämpfers, der dem Gegenüber ordentlich die Pantoffeln auszieht. Voraussetzung: Der Gegner blockt den Angriff nicht und ihr steht nahe genug, um ihn zu greifen.

Naruto: Ultimate Ninja Heroes - Ninja in der Tasche: Trotz Macken sorgt Naruto auch auf der PSP für Spaß.

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Müssen die denn alle immer so grimmig gucken?
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Wurden diese beiden Punkte erfüllt, schaltet der Kampf kurz in eine Sequenz, in dem hübsch inszeniert die Attacke zelebriert wird, danach geht es weiter im Kampf. Apropos hübsch: Die Animationen der Charaktere wurden mit Liebe zum Detail gestaltet, genauso wie die schicken Effekte. Bei den Arenen hätte man sich aber mehr Objekte und Lebendigkeit gewünscht. Um im umgewandelten Arcade-Modus erfolgreicher zu sein, bietet sich gerade für Neulinge der so genannte Aufstiegstest an, eine Abfolge von Kämpfen, die es unter bestimmten Konditionen zu gewinnen gilt.

Hält man sich hier an die Richtlinien, lernt man neue Moves kennen. Seid Ihr im Heroes-Modus fleißig und knackt den schwierigen Bossgegner, hagelt es Goodies, die Ihr dann im Menü "Narutos Haus" bewundern dürft. Neben verschiedenen Bildern, Artworks und Musikstücken könnt Ihr Euch auch noch das eine oder andere Filmchen zu Gemüte führen. Man könnte "Narutos Haus" somit als das Anime-Pendant des "Tekken Theaters" bezeichnen.

Trotz oder gerade wegen der vielen unterschiedlichen Attacken und der hohen Geschwindigkeit der Kämpfe artet Naruto: Ultimate Ninja Heroes mitunter schon einmal in hektisches Button-Gekloppe aus, in dem nicht selten die Übersicht flöten geht. Sehr schade auch, dass unser Charakter gerade im hitzigen Schlagabtausch nicht sofort unsere Eingaben umsetzt. Schnell gibt es dann eine Klatsche nach der anderen - vor allem in den letzten Stages - und man liegt auf den virtuellen Brettern.

Naruto: Ultimate Ninja Heroes - Ninja in der Tasche: Trotz Macken sorgt Naruto auch auf der PSP für Spaß.

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Naruto holt zum Special Move aus: In solchen Sequenzen wird die Attacke zelebriert.
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Fairer geht's demnach im rund wirkenden Wireless-Modus zu, denn hier haben beide Gamer mit diesem Problemchen zu kämpfen. Gut gefallen haben uns jedoch die Musikstücke, die jedem Stage einen eigenen Stil verpassen. Man mag es kaum für möglich halten: Die Synchronstimmen der Anime-Figuren gingen uns nicht auf den Zeiger, sondern passen recht gut zum hohen Tempo der Fights.