Autor: Oliver Dombrowski

In Japan ist Shonen Jumps »Naruto« bereits seit Jahren fester Bestandteil der großen Anime- und Mangakultur. Bei uns startete der junge Ninja in Ausbildung erst vor kurzem auf RTL2, erfreut sich jedoch jetzt schon großer Beliebtheit.

Höchste Zeit also, auch die zahlreichen Spielumsetzungen nach Europa zu bringen. »Naruto: Ultimate Ninja« ist das erste Videospiel aus dem Land der aufgehenden Sonne, das es zu uns geschafft hat. Werfen wir also einen Blick auf den Pioniertitel.

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Eines Tages werde ich Hokage!
Naruto ist ein 12-jähriger Junge, der in seiner Heimatstadt Konoha die Ninja-Akademie besucht. Sein Ziel ist es, der größte Ninja aller Zeiten und Hokage (Anführer) seines Dorfes zu werden. Doch als Tollpatsch und Klassenclown hat Naruto große Schwierigkeiten, Freunde zu finden und im Unterricht Schritt zu halten. Auch die meisten Bewohner Konohas meiden ihn aus Angst, denn zu seiner Geburt griff einst ein riesiger Feuerfuchs das Dorf an und wurde schließlich vom vierten Hokage in Narutos Körper verbannt.

Naruto: Ultimate Ninja - Eben noch im Budokai, jetzt schon Ultimate Ninja - der Japan-Hype geht weiter!

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Sexy no jutsu! Das haut jeden gestandenen Mann um!
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Doch Naruto will diesen negativen Erwartungen trotzen und allen zeigen, dass er eines Tages das Zeug zum Hokage hat. Nach Abschluss der Akademie trainiert Kakashi, ein Jounin (höherer Ninja) der Stadt, Naruto, den begabten Uchiha Sasuke und die ängstliche Haruna Sakura als ein Team. Zusammen erleben sie viele Abenteuer und werden auf ihrer Reise immer stärker.

Während die »Naruto«-Serie in Japan bereits weit über 200 Folgen zählt und es etliche Videospiele zum Franchise gibt, befinden wir uns in Deutschland gerade bei etwa Folge 80. »Ultimate Ninja« erzählt die Geschichte der jungen Ninja von Beginn an und endet auch etwa dort, wo die deutsche Fassung der Serie sich im Moment befindet.

Bekannte Gesichter
Insgesamt stehen dem Spieler zwölf bekannte Gesichter zur Auswahl, darunter Naruto, Sasuke, Sakura, Kakashi, Shikamaru, Gaara, Orochimaru, Rock Lee und viele mehr. Als zwei größte Spielmodi wären der Storymodus und der Missionsmodus zu nennen.

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Schnell an den Tasten, schnell im Spiel! So trifft euch der Gegner nie.
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Im Storymodus lässt sich für je einen Charakter die entsprechende Kampagne mit seiner individuellen Geschichte nachspielen. Leider wird diese nur in knappen Dialogen erzählt und ist nach etwa sechs Kämpfen auch schon wieder vorbei. Damit wird der Storymode trotz weiterer freischaltbarer Kampagnen der Komplexität der Serie nicht gerecht. Wer die Serie nicht verfolgt, wird deshalb schnell überfordert sein. Doch auch Fans werden nur bedingt auf ihre Kosten kommen.

Im Missionsmodus lassen sich verschiedene Missionen je nach eurem Ninja-Rang (Akademie-Schüler, Genin, Jounin ...) erfüllen. Im Prinzip gilt es, in verschiedenen Kämpfen ein bestimmtes Item zu finden oder den Gegner mit einer vorgegebenen Technik zu bezwingen.

Beide Modi belohnen den Spieler für jedes abgeschlossene Kapitel mit Geld, für das man im Shop in einer Art Tombola tonnenweise Extras freispielen kann. Das können unter anderem Videos, Kampfszenen oder gar »verbotene« Techniken sein. Damit gewinnt »Ultimate Ninja« in Abetracht der knappen Spielmodi etwas an Langzeitmotivation zurück.

Kage Bunshin no Jutsu!
Das Kampfsystem in »Ultimate Ninja« lässt sich als einfach und doch vielfältig beschreiben. Die Steuerung des Charakters geschieht lediglich per Schlag-, Tritt- und Sprungtasten, dennoch lassen sich damit schnelle und effektive Angriffskombinationen ausführen. Allerdings gelten für alle Figuren die gleichen Kombinationen, was mit der Zeit sehr einseitig wirkt.

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Ninja sind (wortwörtlich) bis an die Zähne bewaffnet!
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Aufgrund der nicht gerade aufwendigen Steuerung laufen die Kämpfe dementsprechend rasant (beinahe schon hektisch) ab - bieten jedoch einiges an Dynamik. Dafür sorgt unter anderem auch die interaktive Umgebung, in der je nach Stage verschiedene Seriencharaktere im Hintergrund stehen und auf Berührung lebensregenerierende Items, Wurfgegenstände und vieles mehr fallen lassen. Manchmal greifen sie sogar direkt ins Spielgeschehen ein und attackieren euren Gegner.

Doch auch die Spezialattacken haben es in sich. Jeder Charakter besitzt 3 verschiedene Supertechniken, die originalgetreu dem Serienvorbild nachempfunden sind und je nach Stärke eine unterschiedliche Menge an Chakra (Energie) verbrauchen. Diese reißen die Spieler kurzzeitig völlig aus dem Spielgeschehen in eine Art Sequenz, bei der eine neue Anzeige erscheint. Dort wird von den Spielern eine schnell ausgeführte Tastenkombination gefordert, um den zugefügten oder erlittenen Schaden zu maximieren beziehungsweise zu minimieren und den Angriff fortzuführen. Da die Kämpfe mit voller Energieanzeige starten, wiederholen sich einige Attacken, vor allem die Spezialangriffe, leider viel zu häufig.

Den Duellen gegen die KI sehr ähnlich laufen die Kämpfe im Multiplayer ab. Ein wenig ärgerlich ist, dass es lediglich einen Duellmodus gibt. Teamkämpfe mit mehreren Spielern gegeneinander hätten dem Spiel sicherlich etwas mehr Attraktivität verleihen können.

Animegerechte Präsentation
Was die Präsentation betrifft, macht NamcoBandai mal wieder (fast) alles richtig. Klasse Soundeffekte, die gekonnt zur Atmosphäre des Anime/Manga passen, und eine original amerikanische und japanische Sprachausgabe setzen dem Ganzen die soundtechnische Krone auf. Einziger Kritikpunkt: Fans hätten sich sicherlich über eine deutsche Lokalisierung gefreut, auch wenn die deutsche Variante der »Naruto«-Serie qualitativ nicht mit der original japanischen Synchronisation mithalten kann.

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Kakashi setzt zum Chidori an… und du stehst besser nicht im Weg!
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Die Celshading-Grafik passt ebenfalls hervorragend zum Animethema. Auch die originalgetreuen Animationen und das sehr detailreiche Leveldesign verschaffen dem Spiel einen glaubwürdigen Look. Die Zwischensequenzen und spektakulären Effekte ergänzen das rasante Gameplay hervorragend. Dennoch wirkt alles in Anbetracht des Alters von »Naruto: Ultimate Ninja« ein wenig angestaubt.