"Was habe ich gerade gesehen?", haben sich vermutlich viele von uns während des LevelUp-Events von Bandai Namco gedacht, als wir die ersten Szenen vom neuen Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 4 anspielen durften. Zwei Ninjas, die auf einer Kröte reiten, die wiederum auf den meterlangen Armen eines zehnschwänzigen steinigen Ungeheuer entlangschlittert. So verrückt es auch anmuten mag, so sind solche Szenen im Naruto-Universum gang und gäbe.

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Wenn man mal genau darüber nachdenkt, ist die Vorstellung allein schon abgefahren genug. Trotz manch einem „What the Fuck“-Moment wirkte das Spielgeschehen auf die meisten Anwesenden alles andere als befremdlich. Wer solche typisch japanischen Over-the-Top-Szenarien zur Genüge kennt, konnte diesen hohen Absurditätsgrad bereits in den ersten Minuten der Demo mit einem wohlwissenden, breiten Grinsen akzeptieren.

Und gerade Naruto-Kenner wissen, dass die sich von Mal zu Mal steigernden Klimax-Kämpfe auch mitunter das Highlight des Manga darstellen. Da uns die Demo bereits mitten in den Vierten Shinobi-Weltkrieg und den Kampf gegen das Zehnschwänzige Ungeheuer hineinwirft, gibt uns das schon mal einen guten Eindruck, dass es im vierten Hauptteil der "Ultimate Ninja Storm"-Reihe nicht weniger brachial als in den Vorgängerteilen zugehen wird. Auch der zu bestreitende Bosskampf folgt der "Größer, stärker, krasser"-Devise und gibt uns einen Vorgeschmack auf weitere Konfrontationen mit übergroßen und vor allem massenhaft anrückenden Widersachern.

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 - Ninja, Riesenkröten, zehnschwänzige Monster und was noch so zu einem Krieg gehört

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Das legendäre Team 7, bestehend aus Naruto, Sakura und Sasuke, ist zurück und stärker als je zuvor.
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Ein Versuch, das Maximum zu übertreffen

Over-the-top ist in dem Fall wohl auch die treffendste Art, den Kampf gegen den zehnschwänzigen Obermotz zu beschreiben. Im sicheren Griff der beschworenen Riesenkröte Gamabunta bahnt sich Naruto seinen Weg durch einen Wald. Dabei hat die kolossale rotgehäutete Amphibie keine Probleme, durch die Massen an Gegnern zu stampfen, was sich auch in der stetig steigernden vierstelligen Zahl des Kill-Counters am Bildschirmrand widerspiegelt.

In den entscheidenden Kampfmomenten dominieren Quick-Time-Events euren Kampfverlauf, die vermutlich in der fertigen Spielversion mehr als einmal euren Controller ganz schön in Anspruch nehmen werden. Oft muss ein Verteidigungswall durchbrochen oder einer starken Attacke standgehalten werden, indem man blitzschnell auf denselben Knopf einhämmert oder den Stick im Kreis dreht.

Packshot zu Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4Erschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Später schlittert man mit dem kolossalen Kröterich sogar auf den lang gestreckten Armen des Zehnschwänzigen entlang und muss in altbekannter Manier eines 3D-Sonics während der Raserei diversen Hindernissen ausweichen. Mag man über die Existenzberechtigung solch simpel gestrickter Quick-Time-Events sagen was man will, an guten Inszenierungen und abwechslungsreichen Spielpassagen mangelte es dem Kampf jedenfalls nicht.

Es soll alles umfangreicher werden, doch vieles bleibt spielinhaltlich beim Alten. Die konventionelle Schiene hat der Ablegerreihe nie geschadet, etwas Mut zu Neuerungen täte das aber auch nicht.Ausblick lesen

Und gerade diese actiongeladenen Auseinandersetzungen haben nun mal schon immer einen Großteil zur Dramatik der Naruto-Saga beigetragen. Gerade treue Manga-Leser und Anime-Zuschauer, die die Geschichte um den Ninja-Jungen Naruto von Anfang bis Ende verfolgt haben, dürften in etwa wissen, was sie im Verlauf des entbrannten Vierten Shinobi-Weltkrieges noch alles erwartet.

Ideal für Neueinsteiger?

Zugegebenermaßen kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur mutmaßen, auf welche Weise das Spiel die Geschichte angeht und inwieweit sie sämtliche wichtige Schlüsselmomente der Original-Handlung abzudecken versucht. Schließlich hieß es, dass das kommende Ultimate Ninja Storm die Handlung mitsamt dem Finale neu zu erzählen versucht, aber darüber hinaus vom Inhalt her auch für Leute zugänglich ist, die die Serie gar nicht verfolgt haben.

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Hoffentlich schauen dann die Kampfszenen so gut aus, ohne dass man dabei die Übersicht verliert.
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Ein wenig skeptisch kann man durchaus sein, wenn man sich einfach mal vor Augen führt, dass der Manga es zu sage und schreibe 700 Kapiteln geschafft hat - und die können wohl kaum einfach in einer gestrafften Videospiel-Fassung nacherzählt werden ohne dabei Verständnisprobleme mit sich zu bringen – oder doch? Noch dazu soll die Auswahl an spielbaren und generell auftauchenden Charakteren die Anzahl aus den bisherigen „Ultimate Ninja“-Teilen übertreffen, die ohnehin schon fast dreistellig waren. Wie da die individuelle Spielbarkeit ausschaut, steht dann nochmal auf einem anderen Blatt.

Alles spricht momentan eher dafür, dass Teil 4 der Philosophie der vorigen Titel folgt und primär auf Fanservice ausgelegt ist. Nicht, dass wir uns falsch verstehen; das muss nichts Schlechtes bedeuten. Allein die Tatsache, dass das Manga-Finale und auch der aktuellste Naruto-Film „The Last“, an dem Naruto-Schöpfer Masashi Kishimoto maßgeblich mitwirkte, mit eingebunden werden, schürt gewisse Erwartungen, dass die Handlungselemente unter Berücksichtigung des Serienkanons stärker als bei den vorigen Teilen im Fokus stehen. Ob Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 4 wirklich halten kann, was es verspricht und Vorlagenanhängern wie auch Neulingen entgegenkommen wird, wird sich dann im kommenden Herbst zeigen.