Es war einmal ein kleiner Ninja, der hieß Naruto. Dann ging er in die große weite Welt hinein, aber nicht allein. Denn sein perverser (O-Ton) Meister war dabei. Und der hat ihm ganz viele tolle Tricks beigebracht. Nach drei Jahren kehrt der nun nicht mehr ganz so mickrige Naruto in seine Heimat zurück, wo er von seiner (nicht perversen) Freundin Sakura freudig begrüßt wird. Gerade noch rechtzeitig, um eine böse Gefahr zu bannen, die das mystische Ninja-Reich bedroht ...

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Nein, das ist keine alberne Halloween-Geschichte. Das ist zusammengefasst in etwa der Plot von „Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm 2“, der Umsetzung einer in Japan seit Jahren höchst erfolgreichen Anime-Serie. Hierzulande erleben wir das actionreiche Geschehen selbstverständlich in Form eines Prügelspiels, bei dem so richtig die Fetzen fliegen. In bunt. Und mit ohne Blut. Ist doch auch mal schön, müssen ja nicht immer Gedärme fliegen und Genicke knacken. Dafür rotieren Spiele-DVDs und Shuriken nun auch in der Xbox 360, nachdem der Vorgänger nur für PS3 erschien.

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 2 - Knalliges Neunschwanzgeknüppel - Spaßbombe incoming?

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Kampfeffekte und Umgebungsgestaltung sind erste Sahne und stehen dem TV-Vorbild in nichts nach.
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Bevor ihr euch mit einem eurer über 40 Lieblingsrecken in Versus-Kämpfe stürzen dürft, heißt es Fleiß zu beweisen - wie ein richtiger Ninja eben. Der Grund: Von dieser stattlichen Anzahl gefürchteter Anime-Martial-Arts-Experten steht euch Genre-typisch von Beginn an nur etwa die Hälfte zur Verfügung. Um die anderen Streiter freizuschalten, habt ihr zwei Möglichkeiten: Ihr kämpft euch entweder stupide durch drölf Millionen Versus-Fights oder ihr spielt den Abenteuermodus. Hier trefft ihr dann auch auf perverse Ausbilder und verklemmte Sidekicks wie Sakura und rennt mindestens 15 Stunden lang von einem Ende der bildhübsch inszenierten Stadt zum anderen - und wieder zurück.

Packshot zu Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 2Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 2Erschienen für PS3 und Xbox 360 kaufen: ab 19,39€

Auftrag abholen, zum Kampf latschen und dann wieder zurück. Dazwischen sammelt ihr Kräuter und allerhand sinnloses Zeugs, bis ihr des ständigen Knöpfchendrückens überdrüssig seid. Denn der Vorteil, den ihr durch diese Gegenstände in Kämpfen erhaltet, ist meist marginal. Außerdem labern die fünf Fantastillarden Charaktere, die mit keiner Silbe eingeführt oder erklärt werden, pausenlos ellenlange, uninteressante Textwüsten zusammen. Wer sich mit Naruto Shippuden nicht auskennt, rafft nix. Hallo, das ist ein Prügelspiel. Ich will mich kloppen, nicht totgequasselt werden. Danke!

Wir fordern: Prügeln statt labern

Kommen wir zum Kern des Ganzen: den Prügeleien. Hier muss man Namco zugestehen, dass das simple Kampfsystem gut funktioniert. Ein Tastendruck genügt für alle Grundattacken, Modifikationen nehmt ihr mit einem weiteren Button vor. Dieser lädt die ominöse Chakra-Energie auf und führt zu abwechslungsreichen und teils unvorhersehbaren Angriffsvariationen, die mit tollen Animationen und ansehnlichen Effekten unterlegt sind. Darüber hinaus setzt ihr mit zwei weiteren Knöpfen gekaufte, gesammelte oder zusammengesetzte Gegenstände ein, die euch stärken oder den Gegner schwächen, oder ihr schießt mit Fernwaffen auf eure Opfer.

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Immer wieder nervt der Abenteuermodus mit monotoner Rumrennerei.
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Viel Spieltiefe dürft ihr von „Ultimate Ninja Storm 2“ jedoch nicht erwarten, die meisten Kontrahenten besiegten wir locker mit einer ausdauernden Buttonmashing-Technik, auf die kaum ein Feind eine Antwort weiß. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, und das ist auch hier nicht anders. Der Sonderfall heißt in diesem Fall Bossfights.

Sie sind noch viel spektakulärer inszeniert als die herkömmlichen Arena-Begegnungen und laufen in mehreren Stufen ab. Den Höhepunkt stellen dabei die hochexplosiven, völlig abgefahrenen Quicktime-Events dar. Das liegt nicht unbedingt an ihrem Ablauf, denn der ist meist kinderleicht und wird so oft wiederholt, bis man entweder K.o. geht oder endlich fix genug die richtigen Knöpfe gedrückt hat.

Vielmehr sorgt die sensationelle Gestaltung der interaktiven Aktionen für Aufsehen. Hier übertrifft das Replikat wohl noch die beeindruckende Aufmachung des Originals (sprich: der Fernsehshow), Hunderte Narutos fliegen plötzlich durch die Luft, der Himmel scheint unterzugehen, unglaubliche Explosionen verdunkeln den Himmel. Allein die prächtige Präsentation dieser Fights ist zumindest das Anspielen dieses Beat-'em-ups wert. Wer in den Duellen in die Bredouille gerät oder sich das Leben einfacher gestalten will, pfeift übrigens per Knopfdruck seinen Sidekick in die Arenen. Sie helfen euch mit ihren speziellen Fertigkeiten, den Bösewichten der sieben Kapitel so richtig in den Hintern zu treten. Selbst gemeinsame, höchst effektive Kombos sind möglich.

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Ist das a) ein fernöstlicher Adventskalender oder b) ein Quicktime-Event?
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Ähnlich geht das übrigens auch im Versus-Modus, der nun erstmals online spielbar ist. Dort nennt sich das dann Team-Battle: Bis zu zwei Figuren hocken auf der Ninja-Ersatzbank und warten auf ihre Einwechslung. In der Praxis hat das bis auf einige Latenzprobleme ganz gut geklappt. Trotz der recht geringen Spieltiefe taugt Ultimate Ninja Storm 2 im Mehrspielermodus zumindest für einige unterhaltsame Sessions.