Wenn die Wartezeit zu lang wird und Alternativtitel unter den Erwartungen liegen, muss man sich vielleicht mit dem Gedanken des „Abwarten und Tee trinken“ abfinden... Oder man hat das „Glück“ mit Ablegern seiner Lieblingsspielreihe bei der Stange gehalten zu werden. Das diese Titel meist weit unter ihren Möglichkeiten liegen und den Haupttiteln nie das Wasser reichen können, ist einem waschechten Fan egal. Hauptsache er oder sie muss nicht mehrere Jahre auf eine Fortsetzung warten.

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm Revolution - German Launch Trailer

Naruto is back!

Es gibt kaum einen Titel, der das Dilemma zwischen „Ich will aber endlich ein neues Spiel der Reihe“ und „Ich kann warten, Hauptsache der nächste Titel wird richtig gut“ besser zum Ausdruck bringt als „Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm Revolution“. Das Spiel bietet genau das, was man braucht, um die Wartezeit bis zum vierten Teil zu überstehen. Und bietet gleichzeitig alles, was man an einem Ableger so sehr hasst.

So könnt ihr euch schon einmal von dem Gedanken eines anständigen Singleplayer-Erlebnisses verabschieden. Revolution tritt damit in die Fußstapfen von „Naruto: Ultimate Ninja Storm Generations“ und setzt lieber darauf, die Lücke zwischen Teil drei und vier zu stopfen. Das bedeutet weniger Liebe zum Detail, eine lachhafte „Geschichte“, aber dafür wieder massig Charaktere und unfassbar viele Möglichkeiten, sich gegenseitig auf die Kapuze zu kloppen.

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm Revolution - Der perfekte Ableger?

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Naruto is back!
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Die Modi

Was von der Kampagne übrig geblieben ist, sind drei Modi, die allesamt keine sonderliche Erwähnung verdient hätten. Zum einen könnt ihr ein wenig in die Geschichte des Naruto-Universums eintauchen und in nie gezeigten Anime-Sequenzen aus erster Hand erleben, wie Akatsuki gegründet wurde und das Leben von Shisui ein Ende fand. Dabei ist es natürlich schön, über 50 Minuten exklusives Anime-Material bestaunen zu dürfen.

Doch leider habt ihr dabei nichts zu tun. Ein/zwei Kämpfe und des Rest besteht aus Anime. Szenen, die nur Fans der Reihe wirklich verstehen. Der Rest guckt in die Röhre. Wir erinnern uns: beim letzten Naruto-Ableger war es genau so. Wo man sonst eine schöne und verständliche Geschichte serviert bekam, werden jetzt nur noch die Hardcore-Naruto-Fans bedient.

Packshot zu Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm RevolutionNaruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm RevolutionErschienen für PS3, Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Und selbst denen scheint man vor die Füße spucken zu wollen, denn die anderen Möglichkeiten, das Singleplayer-Erlebnis zu „genießen“, sind kaum besser. Anders, aber nicht wirklich eine Verbuchung auf der pro-Seite.

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Leider ist das Singleplayer-Erlebnis alles andere als der "Hit".
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Der Turniermodus und Mecha-Naruto

Im großen Welt-Ninja-Turnier kehrt ihr zu dem Grundprinzip der Naruto-Storm-Kampagne zurück. Ihr lauft durch die Gegend, erledigt Nebenquests, kämpft gegen Freund und Feind und verfolgt eine neue Geschichte... Jedoch in stark vereinfachter Form. Man wollte scheinbar einfach irgendetwas bieten, ohne sich sonderlich viel Mühe geben zu müssen.

Das Grundprinzip ist dabei einfach: lauft durch die Gegend, sammelt Gegenstände, werbt Verbündete durch nervtötende Nebenquests an und steigt durch registrierte Kämpfe in eurem Rang auf. Dabei kommen so ziemlich alle Charaktere vor, die jemals im Naruto-Universum aufgetaucht sind.

Der fast perfekte Ableger und Kandidat für das beste Beat ’em up 2014.Fazit lesen

Was jedoch wirklich nervt, sind die eben erwähnten Nebenmissionen, um in diesem speziellen Modus überhaupt neue Charaktere freischalten zu können. Ihr lauft die meiste Zeit sinnlos von 'A' nach 'B' und kommt euch dabei vor, wie der Laufbursche des Dorfs. Die meiste Zeit hat man kaum eine Ahnung, wo man eigentlich hin soll und wer glaubt, das auch nur eine dieser „Geschichten“ Sinn macht, sollte sich vor Augen führen, dass in diesem Turnier jeder mitkämpft. Ob bereits besiegt, vergessen, tot oder in dreifacher Ausführung vertreten, spielt dabei keine Rolle.

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Die Team-Unterstützung ist wirklich sehr cool.
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Und das spiegelt sich auch im Ablauf der Handlung dieses Modi wieder. Viel „bla bla“, wenig Sinn und noch weniger Verstand. Was in den früheren Naruto-Teilen noch einer ernsthaften Geschichte glich und für Fans dieser Machart eine Menge Spaß bedeutete, ist jetzt nur noch ein langatmiger Prozess, der die Zeit zwischen zwei Kämpfen sinnlos in die Länge zieht.

Von der zweiten Version dieses Turnier-Modus, der Geschichte um Mecha-Naruto, möchte ich eigentlich gar nicht anfangen. Die Figur ist albern und passt sich der Welt und der Geschichte von Naruto in keiner Sekunde an. Der Ablauf der Handlung ist ein Graus und gleicht der gemeinen Filler-Folge. Seine Stimme nervt, seine Attacken nerven … Ja, die ganze Figur kann von mir aus gestohlen bleiben und der dazugehörige Modus gleich mit.

Kann sein, dass ihr euren Spaß damit habt. Aber für das Konzept des Spiels ist die Figur und die kurze Geschichte dazu völlig unnötig und stört tatsächlich den Gesamteindruck.

Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm Revolution - Bilder aus dem Spiel

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Und mehr Modi, die einer anständigen Kampagne wenigstens ähneln, gibt es nicht. Dieser Ableger der Storm-Reihe ist, genau wie „Generations“, darauf ausgelegt, einfach nur mehr Kämpfer und Kampfmöglichkeiten zu bieten. Auf eine Story und dem dazugehörigen Spielerlebnis, müssen wir wohl bis zum vierten Teil warten. Doch der könnte fantastisch werden. „Revolution“ gibt mit seinen Gameplay-Änderungen schon einen guten Vorgeschmack auf das, was uns da erwartet...

Neuerungen und ihr Sinn

Die Storm-Reihe von Naruto gehört für viele zum Besten, was es im „Beat ’em up“-Genre zu kaufen gibt. Zu Recht. Tiefgang und strategische Möglichkeiten, sowie Aufbau der Kämpfe, sind einzigartig und bieten ein völlig anderes Spielerlebnis als beispielsweise „Tekken“ oder „Mortal Kombat“. Doch eine Sache hat diese Spiele immer runter gezogen.

Wo ist die kämpferische Vielfalt? Wo es in anderen Spielen dieses Genre neue Attacken, Kombos und Fähigkeiten gibt, die von Teil zu Teil dazukommen und den Umfang eines jeden Charakters erweitern, gibt es bei Naruto wie eh und je nur eine handvoll Attacken/Fähigkeiten und stattdessen immer wieder neue spielbare Charaktere, die jedoch im gleichen Umfang wenig zu bieten haben.

Doch wie soll man den Fans neue Möglichkeiten bieten und trotzdem beim altbewährten Konzept bleiben? „Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm Revolution“ hat dieses Problem recht geschickt gelöst.

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Den Turniermodus kann man storytechnisch vergessen.
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Nein, keine Sorge. Das bedeutet nicht, dass sich dieser Titel mehr der Konkurrenz nähert und es keine neuen Charaktere gibt. Die sind in Massen vorhanden. So viele, dass ich noch gar nicht dazu kam, mit allen zu spielen. Doch am Kampfablauf wurden gravierende Veränderungen vorgenommen.

Wenn ihr jetzt einen Teamkampf beschreitet, müsst ihr euch entscheiden, welche Taktik eure Figur anwenden soll. Entweder setzt ihr auf Team-Unterstützung im Kampf, wählt die Fähigkeit des wahren Erwachens oder setzt auf das ultimative Jutsu.

Team-Unterstützung

Was in den alten Titeln noch ganz normal in die Kämpfe integriert wurde, hat im Zusammenspiel mit den anderen Fähigkeiten zur Unübersichtlichkeit geführt und wurde daher zu einer eigenständigen Kampftaktik weiterentwickelt. Zwar kann jeder seine Verbündeten – wie immer – im Kampf rufen und sich dadurch taktische Vorteile sichern, doch nur, wer sich im Vorfeld für die Team-Unterstützung entscheidet, ist in der Lage, seine Verbündeten quasi am laufenden Band zu rufen und – wenn die Spezialleiste aufgefüllt wurde – ein Siegel zu beschwören, dass die Spezialfähigkeiten seines Gegners blockiert.

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Die Geschichte von Akatsuki ist spannend, aber ohne spielerischen Tiefgang.
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Ultimatives Jutsu

Was in allen Storm-Titeln bisher möglich war ist nun ebenfalls eine gesonderte Taktik, für die man sich zu Beginn entscheiden muss. Wer das tut, kann erneut ein Jutsu und ein ultimatives Jutsu im Kampf nutzen. Wer lange genug durchhält um seine Spezialleiste zu füllen, kann eine dritte, vernichtende Attacke vom Stapel lassen. Absolut zerstörerisch.

Das wahre Erwachens

Auch die Möglichkeit, sich während des Kampfes zu verwandeln, wurde von den anderen Spezialfähigkeiten abgekoppelt. Wer diesen Kampfstil wählt, kann sich jederzeit für einen kleinen Push entscheiden, der euch kurz verbesserte Werte beschert, aber im Anschluss einen Debuff vom Stapel lässt.

Doch wer geduldig ist und abermals wartet, bis sich die Spezialleiste gefüllt hat, kann das wahre Erwachen aktivieren. Jede Figur die dies tut, wird unglaublich mächtig und kann fast jeden Feind mühelos in die Knie zwingen. Im Anschluss seid ihr zwar stark geschwächt, doch wer diese Taktik richtig nutzt ist fast unbesiegbar...

Diese Änderungen im Spielablauf geben der Storm-Reihe eine ganz neue Dynamik und Spieltiefe. Aus dem taktisch anspruchsvollen Beat ’em up wird dadurch eine noch intensivere Erfahrung. Außerdem ermöglicht diese Neuerung, dass viel mehr Leute in der Lage sind, sich mit dem Spielprinzip von Naruto anzufreunden und ihre Freude damit zu haben. Zusätzlich macht es enorm Spaß herauszufinden, welche Taktik mit welchem Charakter am besten harmoniert.

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Der Turniermodus artet oft in Unübersichtlichkeit aus.
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Der Arena-Modus

Auch das Weltturnier, was mit seiner schäbigen Version einer Kampagne die Spieler beleidigt, hat einen neuen Ablauf erhalten. Bis zu vier Charaktere prügeln sich hier um Punkte, die sie verlieren, wenn sie von anderen getroffen werden. Es geht darum, über mehrere Runden, in denen die Punkte weitergegeben werden und sich die Gruppenmitglieder die Klinke in die Hand geben, mit der höchsten Punktzahl abzuschneiden.

Die Idee dahinter ist wirklich cool, leidet aber an der nicht vorhandenen Übersichtlichkeit. Ihr seht nicht wo ihr seid, ihr seht nicht wo die anderen sind. Dauernd greift euch wer an und ihr könnt ihn nicht richtig anvisieren, da die Zielmarkierung viel zu hakelig ist. Das Ganze endet dadurch meist in einem irren Gewusel, das sowohl am Spielspaß, als auch an den Nerven nagt.

Noch schlimmer wird es durch die ganzen Neuerungen während dieser Kämpfe. Die an sich sogar richtig Spaß machen und das Spiel nochmal ordentlich anfeuern, aber die eben erwähnte Unübersichtlichkeit deutlich erhöhen. Kugeln, damit ihr euch auch in diesem Modus verwandeln oder das ultimative Jutsu verwenden könnt. Schienen, mit denen ihr über das Schlachtfeld rast und schweren Flächenschaden verursacht. NPCs, die in die Kämpfe eingreifen und euch dauernd behindern...

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Mecha-Naruto nervt...
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All das macht wirklich Spaß und kommt so überraschend wie erfreulich quasi aus dem Nichts. Doch es macht diese Turnierkämpfe auch zu einem ungeheuerlichen Gewusel. Spaß 'on the max'. Aber Übersichtlichkeit im Keller. Wäre das Markieren von Feinden nicht so klobig, würde es wohl kaum was auszusetzen geben. So, sind die Kämpfe auf Dauer jedoch schwer zu ertragen.