Als im Herbst 2006 die ersten Folgen des Anime Naruto im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden, war schnell klar, dass der kleine vorlaute Waise und angehende Ninja im Nu die Herzen der hiesigen Anime-Fans erobern würde. Kein Wunder, schließlich begeistert die Serie aus der Feder des japanischen Zeichners Masashi Kishimoto tausende Fans rund um den Globus.

Mit Naruto: Rise of a Ninja aus dem Hause Ubisoft stürzt sich der kleine Ninja-Held nun auf der Xbox 360 in gefährliche Abenteuer und beweist, dass auch ein westliches Entwicklerstudio das urjapanische Genre anspruchsvoll in Szene setzen kann. Warum, erfahrt ihr in unserem Review.

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Die Geschichte von Naruto: Rise of a Ninja beginnt für unseren Helden denkbar ungünstig: Naruto Uzumaki ist das Problemkind der Ninja-Akademie in einem Dorf namens Konoha-Gakure, hat den ganzen Tag nur Flausen im Kopf hat und ist der schlechteste Schüler der Klasse. Trotz der Zweifel seines Lehrers Iruka am Talent seines Schülers hat Naruto einen Traum: Er will Hokage werden, der oberste Ninja des Dorfes.

Naruto: Rise of a Ninja - Next-Gen mit Ninja: Naruto gibt einen fulminanten Einstieg auf der Xbox 360.

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Das Dorf Konoha-Gakure kann von euch voll erkundet werden.
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Allerdings stehen ihm die Dorfbewohner skeptisch gegenüber, da im Körper von Naruto der Kyuubi versiegelt ist, ein neunschwänziger Fuchsdämon, der zwölf Jahre zuvor das Dorf heimsuchte und viele Bewohner tötete. Der damalige Hokage der vierten Generation, der gleichzeitig Narutos Vater war, opferte sein Leben, um den Dämon mit einer verbotenen Technik in dem Körper seines Sohnes zu versiegeln.

Das Spiel startet mit der verpatzten Ge-Nin-Prüfung, mit der Naruto bei Erfolg offiziell den Rang eines waschechten Ninjas erhalten hätte. Wie das Leben aber so spielt, bestand unser Protagonist die Prüfung nicht. In der Haut von Naruto müsst ihr nun euer Können als Ninja unter Beweis stellen und den vorlauten Waisen auf seinem Weg zum anerkannten Helden begleiten.

Packshot zu Naruto: Rise of a NinjaNaruto: Rise of a NinjaErschienen für Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Das Dorf hinter den Blättern

Und schon befindet ihr euch inmitten eines astreinen Action-Adventures, das euch neben ausgefeilten Beat ´em Up-Einlagen viele weitere Minispiele bietet. Ihr beginnt im Dorf Konoha-Gakure, in dem euch die Bewohner signalisieren, dass ihr aufgrund eurer Vergangenheit nicht willkommen seid. Zum einen wird das durch farbige Symbole über den Köpfen der NPCs signalisiert, zum anderen durch verbale Attacken seitens der Einwohner. Naruto wäre allerdings nicht Naruto, wenn er die zweifelnden und unfreundlichen Einheimischen nicht von seinem Ziel überzeugen würde: ein heldenhafter und bekannter Ninja zu werden.

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Während eurer Missionen seid ihr des Öfteren mit Ninja-Mitschülern unterwegs.
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Um die Bewohner von seinen guten Absichten zu überzeugen, erledigt unser angehender Ninja zu Beginn des Spiels kleinere Missionen für die Dorfbewohner, durch die sich langsam aber sicher immer mehr Freundschaften aufbauen lassen. Anfangs beschränkt sich das Ganze noch darauf, den Leuten kleine Gefälligkeiten zu erweisen, wie beispielsweise Münzen für sie einzusammeln, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Im weiteren Verlauf trefft ihr auf andere Miniquests, in denen ihr ein Rennen gegen die Zeit gewinnen, verloren gegangene Schätze auftreiben und Kräuter einsammeln müsst.

Abwechslung bieten diese Minimissionen allerdings nur zu Beginn des Spiels, da sich die Quests ständig wiederholen und euch im Grunde nur von einem Ende des Dorfes zum anderen schicken.

Von Chakra zu Jutsus

Habt ihr eine der Aufgaben erfolgreich abgeschlossen, bekommt ihr je nach Mission auch einen größeren Gesundheitsbalken oder mehr Chakra. Für alle Nicht-Naruto-Fans: Chakra ist die innere Kraft der Ninjas, die für das Ausführen von Jutsus benötigt wird. Jutsus sind hingegen halsbrecherische Manöver, mit denen Naruto seinen Gegnern besonders viel Schaden zufügen kann. Diese Spezialkombos können bei eurem Sensei erlernt werden, um dann im Kampf für Abwechslung zu sorgen. Dafür haben sich die Entwickler eine besondere Vorgehensweise einfallen lassen: In Kombination mit der linken Schultertaste müsst ihr die beiden Sticks auf dem Pad so bewegen, dass sie die vorher erlernte Kombination ergeben.

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Die Jutsus der Gegner sind ebenfalls mächtig.
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Diese Sonderangriffe können euch aber nicht nur während der Kämpfe von Nutzen sein. Das Schattendoppelgänger-Jutsu kann während eurer Streifzüge durch die Außenwelt des Spiels dazu verwendet werden, den Weg blockierende Felsen oder Metalltore zu zerschlagen. Setzt ihr dieses Jutsu allerdings im Kampf ein, wird ein kleines Minispiel gestartet, in dem ihr euch selbst Tastenkombinationen vorgebt, die dann als Quicktime Reaction nachgespielt werden müssen. Das Resultat: Eurem Kontrahent wird mit einem großen Schaden meist der Garaus gemacht. Das gleiche Prinzip trifft auch auf das Sexy-Jutsu zu, das Naruto bei Gelingen kurzzeitig in eine durchaus ansehnliche junge Dame verwandelt, die liebeskranke Dorfbewohner von ihrem Kummer befreit. Setzt ihr diese Spezialattacke hingegen im Kampf ein, wird der Gegner verwirrt.

Das richtige Timing ist bei den Jutsus allerdings unerlässlich, so dass der Einsatz immer wohl überlegt sein sollte. Um während der Konzentrationsphase von eurem Gegner nicht gestört zu werden, solltet ihr diesen entweder mit einer Kombo auf den Boden schleudern, oder – was noch viel besser ist – weit weg von euch prügeln. Durch das ausreichende Zeitfenster steht der Ausführung des Jutsus somit nichts mehr im Wege. Natürlich ist ein bis zum Maximum gefülltes Jutsu deutlich effektiver als eines auf der ersten Stufe. Lasst ihr den Schulterbutton allerdings zu früh oder zu spät los und brecht dadurch Narutos Konzentration ab, ist nicht nur die Zeit verschwendet, sondern euer Held für einen kleinen Moment auch unbeweglich.

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Kämpfen für den Traum

Natürlich kommt auch Naruto: Rise of a Ninja nicht ohne Kämpfe aus. Auf euren Erkundungstouren außerhalb des Dorfes trefft ihr immer wieder auf verschiedenste Arten von Gegnern. Da stellen sich euch beispielsweise Banditen und Bandenbosse bis hin zu Ninjas und dem ein oder anderen Obermotz in den Weg. Dabei könnt ihr euch die Kämpfe aber nicht aussuchen. Vielmehr werden die Szenen automatisch initiiert, sobald der Gegner vor euch auftaucht.

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Die Effekte bei erfolgreichen Kombos können durchaus beeindrucken.
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Im Kampf selbst stehen euch dann zwei Tasten für Schläge und Tritte, eine für Block sowie eine für Würfe zur Verfügung. Diese minimale Tastenbelegung lässt zu Beginn zwar auf wenig verschiedene Angriffsmöglichkeiten schließen, entpuppt sich im Laufe des Spiels aber als ausreichend. Ein besonderes Feature stellt während einer Auseinandersetzung die Wut-Anzeige dar, die sich mit der Zeit auflädt. Einmal ausgeführt, ist Naruto für eine bestimmte Zeit unbesiegbar und deutlich stärker. Aber Vorsicht: Auch die Gegner machen sich dies im späteren Verlauf des Spiels zu Nutze.

Mit viel Liebe zum Detail

Was Naruto: Rise of a Ninja zu einem absoluten Hingucker macht, ist die grafische Gestaltung des Titels. Allein schon die dreidimensionale Nachbildung der Gemeinde Konoha-Gakure samt der herumlaufenden, arbeitenden und sogar faulenzenden Bevölkerung ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Auch die Außenareale können überzeugen und beeindrucken trotz relativer Linearität mit kleinen aber feinen Grafik-Schmankerln: So bewegt sich das Gras unter Narutos Füßen, während die Wassereffekte ebenfalls ausgezeichnet aussehen. Die gekonnte Mischung zwischen Cel-Shading und realistischen Texturen rundet die grafische Präsentation ab.

Auch die Kämpfe werden durch die Kulisse eindrucksvoll in Szene gesetzt und durch farbenfrohe Effekte bei gelungenen Kombos unterstrichen. Besonders viel Lob gebührt den Entwicklern hingegen für die Implementierung von originalen Serienausschnitten, die in storyrelevanten Spielbereichen eingestreut werden. Atmosphärisch lässt Naruto: Rise of a Ninja also keine Wünsche offen.