Zeitreise gefällig? So ungefähr in die Mitte der Neunziger, als das SNES seine Sternstunde hatte und 2D-Scroller den Höhepunkt der Game-Entwicklung darstellten? Als Begriffe wie Kollisionsabfrage und Sprites noch zum täglichen Geschäft eines jeden Zockers gehörten? Nein, eigentlich will man nicht dorthin zurück. Naruto Ninja Council 2 ist das egal und schickt den Spieler geradewegs in die tiefsten Abgründe der Spiele-Vorzeit. Willkommen im Gestern!

Da steht man nun also auf einer Plattform in fadem 2D und darf Gegnerhorden vermöbeln. Déjà Vu der unangenehmen Sorte, diese Konstellation hat man schon zu oft gesehen. Sie ist ein Relikt der alten Tage des Gaming, auch wenn gut gemachte Jump’n’Run-Titel nicht nur Nostalgiker in den Bann ziehen können. Doch Naruto Ninja Council 2 kann nicht in den erlesenen Kreis eines New Super Mario Bros aufgenommen werden.

Ninja mit Rückendeckung

Es geht los mit einer Story, die sich mehr oder weniger an den Anime hält und sich auf ein simples „verfolge den Bösewicht und seine Schergen“ reduzieren läßt. Um dies zu tun, kann man sich aus einer kleinen Schar an Ninjas den richtigen Recken aussuchen und sich anschließend noch zwei Kämpfer zur Unterstüzung herauspicken.

Naruto Ninja Council 2 - Zeitreise in die Untiefen der Spiele-Historie

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 32/341/34
Ninja Council 2 käut alte 8bit-Zeiten wieder.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Diese dienen als Back-Up, wenn das Geschehen auf dem oberen Screen zu brenzlig wird. Tippt man eines der Portraits auf dem Touchscreen an, so springen die Ninjas von der Ersatzbank direkt ins Getümmel, lassen einen ordentlichen Angriff vom Stapel und verschwinden wieder. Nach einer kurzen Zeit lädt sich deren Energie wieder auf und sie sind erneut voll einsatzfähig. Smart-Bombs nannte man das früher.

Doch auch der Hauptcharakter kann eine stürmischen Spezialattacke, das so genannte „geheime Jutsu“, entfesseln, allerdings ist diese etwas kniffliger in der Ausführung. Erst sind die beiden Schultertasten zu drücken, dann wird kräftig mit dem Stylus über den Touchscreen gerührt und anschließend muss noch eine individuelle Aufgabe gelöst werden, die für jeden Charakter unterschiedlich ausfällt – erst beim erfolgreichen Absolvieren dieser eher nervigen Prozedur wird der Gegner auf die Bretter geschickt.

Packshot zu Naruto Ninja Council 2Naruto Ninja Council 2Erschienen für DS kaufen: Jetzt kaufen:

Button-Gehacke ohne Anspruch

Das restliche Kampfgeplänkel ist ebenfalls recht unterdurchschnittlich. Ein einziger Button führt die stets selbe Combo aus – da ist es egal, welchen Charakter man zuvor gewählt hat, das Grundprinzip fällt immer gleich aus. Raffinierte Kombinationen und trickreiche Schlagvarianten sucht man vergebens. Es gibt nur einen Button, fertig. Nicht sehr filigran und schon gar nicht motivierend, nach ein paar Minuten ist die Spiellust im Keller.

Naruto Ninja Council 2 - Zeitreise in die Untiefen der Spiele-Historie

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 32/341/34
Naruto trägt hier gerade seinen guten Namen zu Grabe.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die anderen Knöpfe dienen dem Springen, Rennen oder Auflesen von herumliegenden Waffen. Wird man getroffen, verliert man seine schönen Wurfsterne. Doch nicht nur die Angriffshilfen und Energie gehen bei einem Feindkontakt flöten. Wie in den eher nicht so guten alten Zeiten springt der schreckhafte Ninja ein paar Meter zurück – im ungünstigen Fall direkt in einen tiefen Abgrund. Das war schon früher ein Ärgernis und ist heute absolut unverzeihlich.

Doch noch mehr Relikte der Vergangenheit tauchen unverhofft auf: Das Springen ist unpräzise und eine schwammige Angelegenheit. Bis man auf dem angepeilten Dach sitzt, können einige frustige Sekunden vergehen, die man als verschenkte Lebenszeit verbuchen darf. Zwar können die geschickten Ninja auch Wände hochlaufen – das bringt allerdings nicht in allen Situationen den Charakter an die gewünschte Stelle. Stattdessen ist wieder sinnloses Hüpfen angesagt.