Interview Gerard Wiener, Vize-Präsident Games Business Programm Nokia

Gerard, wir haben in deiner Präsentation und in anderen Statements heute viele interessante Visionen zum N-Gage gehört. Allerdings bewegt mich doch eine Frage am meisten.

Wie steht ihr denn nun wirklich zur Situation des N-Gage im Bezug auf die Gaming-Handhelds PSP und DS, die ja eigentlich eure direkten Konkurrenten sind, oder?

"Ich denke es gibt einige definitive Unterschiede zwischen dem N-Gage und PSP und DS, welches übrigens ein wunderbares Gerät ist - ich besitze selbst eins.

Aber es ist eine Art Multimedia-Terminal, es hat aber keine Telefon-Funktionalität. Es ist ein Handheld-Gerät, aber es gibt (noch) keine Interaktivität, es ist sozusagen alleinstehend. Wenn ich an N-Gage denke, ist es eben mobil.

In erster Linie ist seine Aufgabe Kommunikation, es ist ein Telefon. Das führt zu unterschiedlichen Inhalten und natürlich auch zu unterschiedlichen Features, die die Geräte besitzen. Wenn ich beispielsweise über die "DNA" unseres Gerätes im Vergleich zu der genannten Konkurrenz nachdenke, dann unterscheidet sie sich deutlich. Zwar erkenne ich schon, dass wir auf gewisse Weise mit ihnen konkurrieren, z. B. wenn es ums Geld oder Platz in den Regalen der Händler geht. Die Existenzberechtigung für unser Gerät ist aber auf den Mobile-Markt fokussiert."

N-Gage Event Barcelona - NGage: Interview mit Gerard Wiener, Vizepräsident Games Business Programm Nokia

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Glaubst du nicht, dass die Zielgruppe für N-Gage sowie PSP und DS eher aus Gamern besteht und nicht aus Mobilfunknutzern?

"Nochmals: Gamer sind definitiv unsere Zielgruppe, es enthält ein Handy und ist mobil, es passt zu unserer Demografie. Aber gleichzeitig haben wir noch mehr Vorteile weil die Verkäufer und die Publisher auf der Mobile-Seite bereits mit uns zusammenarbeiten."

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Wenn man bedenkt was ihr gerade präsentiert habt, die Visionen die Nokia hat - vor allem wenn es um die Portierung des N-Gage auf andere Smartphones geht. Glaubst du nicht, dass es da Probleme geben wird, vor allem auch deshalb, weil diese nicht fürs Gaming optimiert sind?

"Ich würde sagen, für uns geht es um die Erweiterung der Reichweite, mit dem Casual-Markt als Zielgruppe und dabei geht es eher um den Gelegenheitsspieler und nicht die Hardcore-Zocker. Wollen wir ein Gerät anbieten, das fürs Gaming optimiert ist? Ja! Das steht definitiv auf unserem Zettel. Gleichzeitig denke ich aber, das es einige coole Geräte gibt, die über alle normalen Funktionen verfügen, aber darüber hinaus auch einige Extras anbieten, die schon auf die nächste Generation ausgerichtet

sind. Sie haben beispielsweise größere Bildschirme und bessere Grafik und sind die Geräte, auf die wir uns konzentrieren. Danach können wir dann unsere Aufmerksamkeit auf spezielle Gaming-Geräte richten."

Ich muss nochmal auf meine Frage zurückkommen. Man kann ja die schönsten und größten Bildschirme haben, aber wie soll man auf normalen Smartphones vernünftig spielen. Stichwort: Ergonomie.

"Wie wir versuchen die Geräte herauszufiltern, auf denen unsere Spiele laufen sollen ist ungefähr so: Wir nehmen 10-15 Spiele, die sich unterscheiden und geben sie den Entwicklern, die dann rausfinden sollen, was sie damit anfangen können. Dann gibt es drei mögliche Reaktionen: 1. Ja, wir bekommen es zum Laufen. 2. Wir müssen die Konfiguration der Tasten ändern, denn es gibt z. B. keine "Shoulder-Keys", es gibt dieses nicht und es gibt jenes nicht. Sehr selten - aber es passiert - sagen sie, dass es nicht funktioniert. Für uns geht es also darum herauszufinden, auf welchen Geräten die Spiele vernünftiglauffähig sind und auf welchen nicht."

Einer der Hauptkritikpunkte an der N-Gage Hardware ist die Tatsache, dass man gezwungen ist seine SIM-Karte in das Gerät einzusetzen, um spielen zu können. Gibt es Pläne das zu ändern?

"Ja, wir benötigen einen Offline-Mode, sodass man nicht verbunden sein muss, um spielen zu können. Wenn man sagt, dass es ein Gaming-Gerät sein soll und es nur funktioniert, wenn die SIM-Karte des Mobiltelefons eingesetzt wurde, dann ist das natürlich kontraproduktiv. Wir müssen uns diesem Problem definitiv zuwenden und werden uns bemühen die Games auch im Offline-Modus spielbar zu machen."

Wann soll es denn soweit sein? "Das kommt darauf an, welche Next-Generation-Geräte in Zukunft auf den Markt kommen werden und uns erlauben, den Boot-Prozess ohne SIM-Karte ablaufen zu lassen und dann die Spiele aktivieren zu können. Es ist eigentlich nicht so schwer das umzusetzen, wir benötigen nur die Smartphone-Software, die uns diese Vorgehensweise ermöglicht."

Wird das möglicherweise schon in die Launcher-Version 2.5 integriert sein?

"Nicht in 2.5, aber vielleicht wird es in der nächsten Version des Launchers möglich sein."

Wird 2.5 via Download erhältlich sein, auch für die alten N-Gage-Geräte? "Ja, und der Grund dafür ist, dass ich selbst noch ein altes Gerät benutze. So habe ich darauf bestanden, dass sie das Neue auch für mich machen.(lacht) Das Problem war, dass die alten Geräte-Versionen eine ältere Fassung von Symbian (Handy-Betriebssystem) nutzen und es schwieriger war, Version 2.5 dazu kompatibel zu bekommen.

Wir haben versucht beide Versionen zur selben Zeit erhältlich zu machen, aber da sich einige Schwierigkeiten ergeben haben, habe ich zugestimmt, die QD-Version zuerst zu veröffentlichen. Die andere Version sollte in den nächsten Wochen erhältlich sein."

Gerard, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mit uns zu sprechen.