Über ein Jahr ist es nun her, dass Electronic Arts einen komplett neuen Sim-Titel herausgebracht hat. Von der Zocker-Szene weitgehend unbeachtet, scheint das Spiel immerhin interessant genug, um in diesem Jahr eine erweiterte Version für den PC zu rechtfertigen. Damit kommen auch wir kaum noch umhin, uns die kleinen Ableger der großen Sims etwas näher anzusehen.

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Auch die Kleinen wollen Großes

Meine Sims, deine Sims, unsere Sims. Von homoerotischen Urlaubserlebnissen bis hin zur schwedischen Wohn- und Lebensart hat das große Schwesterchen so ziemlich alles erlebt, was ihre selbst entworfene virtuelle Familie hergibt. Mittlerweile ist sie der Sache entwachsen und spielt lieber Counterstrike – und das sogar ohne zu schummeln. Damit wäre ihr kleines Brüderchen, der jüngste Spross der Familie, garantiert noch überfordert – genau wie mit den anderen Titeln im Regal. Doch gibt es überhaupt passende Spiele für den Kleinen?

My Sims - Mein Sim, Dein Sim, unser Sim...

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Die Stadt lockt Besucher an. Manche davon vergessen nach dem Picknick auch mal die eine oder andere wichtige Essenz.
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Bislang nicht, denn während sich Nintendo auf dem Konsolensektor um die Neuzugänge und den Nachwuchs unter den Spielern kümmert, fehlen dem PC-Markt die Titel für Junge und Alte, für Spielanfänger und Casual Gamer. Zwar leistete Moorhuhn eine Weile eine gewisse Aufbauarbeit auf diesem Sektor, doch nervte das Federvieh auf Dauer zu sehr, als dass es zu weiteren virtuellen Entdeckungen animiert hätte.

Und genau da kommt MySims ins Spiel. Das verspricht ein komplexes Gameplay für Einsteiger und kommt ohne Schockmomente aus, wie man sie von den regulären Sims kennt - wenn das Baby plärrt, die Schmeißfliegen um den Teller kreisen und die Frau Mama im Flur aus Zeitnot auf den Boden nässt.

Erste Erfolgserlebnisse garantiert

Fast wie bei den Spielen für die Großen gilt es zu Beginn, den Avatar zu entwerfen. Zwar stehen dem Spieler dabei nicht die Optionen manch anderer Titel zur Verfügung, doch genau darum geht es ja den Machern. Wer es hier erstmals mit einem Computerspiel zu tun bekommt, für den wird die masken- und kostümbildnerische Auswahl komplex - und die erfolgreiche Schöpfung alsbald Grund genug sein, mit erfolgsbegleitendem Gebrüll durch die Wohnung zu düsen.

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Lecker Pizza essen – fast wie bei den großen Sims.
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Das Düsen fällt auch im Spiel nicht schwer, denn gesteuert wird mit den üblichen Tasten, während man mithilfe der Maus Aktionen auslöst – auch das ist wie bei den Profis. Etwas einfacher gestrickt ist da hingegen die Geschichte. Die Ortschaft, in der sich der Spieler wiederfindet, ist im Begriff eine Geisterstadt zu werden. Der Grund liegt im Verschwinden des wichtigsten Mannes – des Architekten. Der war vorwiegend dafür verantwortlich, Wohnraum zu entwerfen und die Einrichtung gleich dazu.

Knuffiger Bastelspaß für Alt und Jung. Für die Generation dazwischen allerdings gilt: Casual-Warnung!Fazit lesen

Zurückgeblieben sind ein paar hoffnungslose Bewohner und ihre Bürgermeisterin, die den Neuankömmling sogleich einspannt und ihm seine erste Aufgabe im neuen virtuellen Leben verpasst. Die besteht darin, sich ein Häuschen zu erbauen. Was einem aus der eigentlichen Sims-Reihe noch als ausgesprochen komplex in Erinnerung geblieben sein mag, erweist sich hier als betörend einfach. Ein paar Blöcke für das Haus, ein Dach, ein Schornstein, ein wenig Zierrat und fertig ist das Eigenheim.

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Strebsam, freakig, gruselig... Die Bewohner gleichen bald der vom Spieler geschaffenen Umgebung.
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Doch was ein echter Sim ist, der will auch einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. Und was läge da näher, als sich als Architekt und Retter der neuen Wahlheimat zu verdingen? Die Bürgermeisterin ist entzückt und die Werkstatt ebenso schnell errichtet wie kurz zuvor das Wohnhaus. Endlich besteht für die Stadt wieder etwas Hoffnung, es zum alten Glanz zu bringen. Und der wird unter anderem am Sternlevel der Stadt sichtbar. Dieser erhöht sich mit dem Wirken des Spielers und schaltet gleichzeitig neue Optionen und Gebiete frei.

Dafür gilt es, den Bewohnern ein wenig zur Hand zu gehen und Aufgaben für sie zu erfüllen. Die bestehen meist darin, dringend benötigte Gegenstände zu bauen. Das geht wieder erfreulich einfach von der Hand, setzt aber einen Entwurf voraus sowie Essenzen. Macht das Erbauen von Dingen die eine Hälfte des Spiels aus, so lebt die andere vom Erwerb der Essenzen. Das sind Materialien und Gegenstände, die man für seine Bauvorhaben unbedingt benötigt.

In den Besitz der wichtigen Güter kommt man auf unterschiedlichste Art und Weise. Manche lassen sich ernten, nach anderen muss man suchen, wieder andere erhält man durch Interaktion mit anderen Bewohnern. Die Möglichkeiten sind vielfältig und das eine oder andere überraschende Erfolgserlebnis ist garantiert. Noch mehr Überraschungen kommen ins Spiel, wenn man beginnt, die Interessen zu entdecken.

So ganz allein in der eigenen Stadt

Mit denen lässt sich die generelle Ausrichtung der Stadt bestimmen. Niedlich, lustig, lecker, freakig, strebsam und gruselig kann ein Objekt mittels Essenz werden und die Gesamtheit der Objekte bestimmt dann den Charakter der Stadt. Je mehr gruseliges Interesse man also verbreitet, desto mehr gruselige Bewohner werden sich von der Stadt angezogen fühlen. Langfristig gleicht keine Stadt der anderen. Sollte man bislang eine wirkliche Gemeinsamkeit des Spiels mit den anderen Sims-Spielen vermisst haben, so hat man sie spätestens an dieser Stelle gefunden.

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Geteilte Freude: Fortgeschrittene nutzen das Internet zum Datentausch.
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Und so wird der Spross viele erlebnisreiche Stunden in der neuen Welt verbringen können, immer auf der Suche nach Essenzen und immer darum bemüht, den Sternlevel der Stadt zu verbessern, um so auch an neue Werkzeuge zu gelangen, die wiederum neue Möglichkeiten mit sich bringen. MySims ist einfach zu spielen und auch nicht schwer zu meistern. Trotzdem hält es für den jüngsten Nachwuchs genügend Inhalte bereit, damit Papa und Mama in den Weihnachtsferien auch mal ungestört ausschlafen zu können.

Der Inhalt ist auch das klare Argument für die PC-Version. Zwar macht das Konstruieren auf der Wii naturgemäß mehr Freude, ist zum Zuschauen besser geeignet und damit gesellschaftsfreundlicher – inhaltlich wurde die Konsolenversion allerdings deutlich abgehängt. Auf dem PC wartet mehr Content und damit zusätzlicher Langzeit-Spaß auf den Nachwuchsspieler.

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Wer NPCs gerne mal eine Freude bereitet, wird eine ebensolche an MySims haben.
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In dieser Hinsicht wäre MySims allerdings auch noch ausbaufähig gewesen. Der Multiplayer-Modus bietet ausgesprochen eingeschränkte Möglichkeiten. Spielern ist es zwar möglich, Freunde in einem entsprechenden Garten zu treffen und dort Gegenstände auszutauschen, doch ein wirklich gemeinsames Spielerlebnis wird nicht geboten. Außerdem muss man den Spieler vorher kennen. Eine Lobby oder einen öffentlichen Platz, an dem sich neue Bekanntschaften schließen lassen, vermisst man schmerzlich.

Ohnehin nichts vermissen werden Neueinsteiger in Sachen Technik. Die Grafik ist kindgerecht, dürfte in aller Schlichtheit aber auch ältere Spieler ansprechen. Vor allem besticht das Spiel durch seine Übersichtlichkeit. Der Sound, das Gebrabbel der Figuren und die Musik im Hintergrund sind typisch für einen Sim-Titel. Bisweilen fühlt man sich an die Teletubbies erinnert. Doch auch damit treffen die Entwickler eigentlich am ehesten die Ansprüche der vorgesehenen Zielgruppe.