Rechts und links schlagen die Pfeile neben mir ein. Doch das hält mein Schlachtross nicht auf. Nach meinem ersten Schwertschwung fällt einer der gegnerischen Bogenschützen, dann der nächste. Schon folgen meine Mannen und machen kurzen Prozess mit den Gegnern. Geschafft, die Truppen des Fürsten Klargus sind besiegt. Nun ist seine stolze Burg an der Reihe erobert zu werden.

Was sich liest wie eine Szene aus einem Schlachtenfilm vor dem Hintergrund des Mittelalters ist im ersten Spiel des noch unbekannten Entwicklers Taleworlds spielbar. Im fiktiven Lande Calradia nehmt ihr kämpfend und handelnd Einfluss auf die Geschicke von fünf Königreichen.

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Im Spiel zieht ihr auf einer zugegebenermaßen recht hässlichen Übersichtskarte umher, bringt Handelswaren von Stadt zu Stadt, erfüllt Aufträge, die euch von Dorfvorstehern oder den Fürsten des Landes erteilt werden, und heuert in Tavernen und Dörfern neue Mitstreiter an.

Mount & Blade - Dem Jakob sein Lieblingsspiel

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Mount & Blade schickt euch ins mittelalterliche Schlachtengetümmel.
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Hauptbestandteil des Spiels sind jedoch Kämpfe mit auf der Karte umherziehenden Karawanen, gegnerischen Armeen oder vogelfreien Banditen und Deserteuren. Dann könnt ihr eure Mannen entweder allein ins Gefecht schicken oder aber selbst mit in die Schlacht ziehen. In ersterem Fall wird der Kampf vom Computer berechnet. Damit würdet ihr aber das spaßigste Element des Spiels verpassen.

Für die Ehre!

In zufallsgenerierten Landschaften befehligt ihr eure Truppen mit einfachen Befehlen wie „Bogenschützen, Position halten!“ oder „Alle, mir nach!“ und kämpft gleichzeitig an ihrer Seite selbst zu Pferd oder zu Fuß mit in der Schlacht. Dabei kommt dann auch echte Schlachtenatmosphäre auf. Die Pfeile zischen links und rechts an euch vorbei oder bleiben in eurem Schild stecken, während rund um euch Freund und Feind fallen.

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Neben dem umfangreichen Strategiepart setzt der Titel v.a. auf actionreiche Kämpfe.
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Je nach eurer Geschwindigkeit machen Schwertangriffe mehr oder weniger Schaden, weshalb ein berittener Angriff auf ein paar Infanteristen verheerend wirken kann. Haben diese nun aber lange Speere oder tretet ihr gegen Lanzenreiter an, kann die Länge der Waffen euren Ausfall jäh stoppen. So bietet Mount and Blade ein bisschen vom gewohnten Stein-Schere-Papier-Prinzip, wenngleich auch nicht allzu ausgewogen. Mit einer ausschließlich aus schwerer Reiterei bestehenden Armee gewinnt ihr beispielsweise so gut wie jedes Gefecht.

Nach einem erfolgreichen Kampf erhalten eure Truppen abhängig von der Stärke des besiegten Gegners Erfahrung und können so im Verlauf des Spiels zu starken Fernkämpfern, Nahkämpfern oder berittenen Truppen ausgebildet werden. Die Rekruten, die ihr in den verschiedenen Dörfern des Reiches anheuern könnt, unterscheiden sich je nach Fraktionszugehörigkeit des Dorfes. So können nur die Khergiten berittene Bogenschützen ausbilden, während das Königreich Swadia die am besten gerüstete Reiterei zu bieten hat.

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Auch Helden und Rollenspiel-Elemente sind vorhanden.
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Neben den Standardtruppen und starken Söldnern, die ihr in Tavernen anheuern könnt, trefft ihr im Laufe des Spiels auch auf besondere Helden. Diese haben so ihre kleinen Eigenheiten und streiten sich eventuell mit anderen Gruppenmitgliedern in eurer Party. Trotzdem lohnt es sich, die mäkeligen Recken einzustellen, da ihr sie individuell mit bei Schlachten gefundenen oder in Städten gekauften Rüstungen, Waffen und Pferden ausstatten könnt.

Wie ihr selbst steigen auch eure Helden mit der Zeit im Level auf. Abhängig von den verteilten Charakterwerten wird so aus dem einen Recken ein schlauer Heilkundiger, während eine andere angeheuerte Heldin zur Schwert schwingenden Nahkämpferin aufsteigt.

Realismus statt Fantasy

Wo andere Titel mit Rollenspielelementen beliebige Versatzstücke der Fantasy wie Heiltränke oder Zaubersprüche einbauen würden, setzt Mount & Blade auf puristischen Realismus. Eure Truppen brauchen einige Spieltage, um geheilt zu werden, und nur durch einen guten Talentwert in der Fähigkeit Wundversorgung oder die Übernachtung in einer Stadt kann die Genesung der angeschlagenen Söldlinge beschleunigt werden.

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Statt Macht und Magie zelebriert Mount & Blade den Realismus.
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Eine hochstufige Truppe bei bester Gesundheit und Moral (bei niedrigem Moralwert desertieren Soldaten) solltet ihr bei den Burgbelagerungen im Spiel bereithalten. Ohne eine Übermacht an eigenen Truppen solltet ihr allerdings an einen Ansturm auf befestigte Burgmauern gar nicht erst denken – der gegnerische Pfeilhagel erweist sich in dieser Beziehung als gnadenlos.

Aber habt ihr es geschafft, könnt ihr die Burg in euren Besitz nehmen und ein eigenes Reich gründen. Vorausgesetzt natürlich, ihr dient keinem Fürsten, der Anspruch auf eure Burg erhebt. Leider geht die spielerische Freiheit nicht so weit, dass man kurzerhand das Bündnis aufkündigen kann, um sich die Burg endgültig unter den Nagel zu reißen. Steht ihr aber hoch in der Gunst eures Königs und habt ihm ewige Treue geschworen, so besteht zumindest eine gute Chance, dass er euch die Burg zum Lehen überlässt.

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Quests sorgen für lang anhaltenden Spielspaß.
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Neben Turnieren in den Städten, bei denen ihr Ruhm und Geld gewinnen könnt, bieten sich für den langhaltenden Spielspaß noch zahlreiche Quests und letztlich die Eroberung des ganzen Landes Calradia an. Leider gibt es keine durchgehende Story im Spiel. Zwar erzählen euch die mitreisenden Helden manches Mal in drögen Textfenstern ihre Lebensgeschichten. Mangels Vertonung und teils schlechter Lokalisation kommt hier wenig Atmosphäre auf und auch die von verschiedenen Personen gestellten Aufgaben sind recht dröge. Hier haben die Entwickler wohl versucht, etwas Abwechslung einzubauen, aber gegenüber den spaßigen Kämpfen motivieren die Aufträge zu wenig.