Fast zwei Jahre sind nun schon seit der Veröffentlichung der PlayStation 3 und eines ihrer damaligen Zugpferde, Motorstorm, ins Land gezogen. Galt der Offroad-Racer damals noch als eines der Referenz-Werke dieses Genres, hat die Konkurrenz nicht geschlafen und Spiele wie Pure oder Baja in die Regale der Händler gestellt, die sich durchaus sehen lassen können.

Nun hat Entwickler Evolution Studios zurückgeschlagen und mit MotorStorm: Pacific Rift den Nachfolger des PS3-exklusiven Rennspiels veröffentlicht. Wir haben uns auf die vermatschten Parcours begeben um die Frage zu klären, ob es sich dabei immer noch um ein Must Have der Sony-Konsole handelt.

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Immer noch ein Hingucker

Optisch hat sich auf den ersten Blick einiges geändert: Von den verstaubten Pisten des Monument Valley im Herzen Amerikas verschlägt es uns nun nach Hawaii. Die tropische Insel im Pazifik bietet mit ihrer Flora und Fauna eine ungleich höhere Abwechslung und das spiegelt sich auch im Streckendesign wieder. Gleich vier unterschiedliche Rennzonen bietet man diesmal in der Einzelspielerkampagne namens Festival sowie im Multiplayer-Modus an:

MotorStorm: Pacific Rift - Vier Gänge für ein Halleluja

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Wer nicht rechtzeitig Platz macht wird niedergewalzt!
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Die Earth Zone führt euch tief in die dschungelartigen Wälder des Eilands wogegen die Herausforderungen der Air Zone über der Baumgrenze liegen und mit steil ansteigenden und abfallenden Klippen und Abhängen anspruchsvolle Sprünge vom Spieler fordern. Während ihr in der Fire Zone an Lavafeldern und vulkanischen Felsen entlang brettert, verschafft ihr euch in der Water Zone der Meeresküste Abkühlung, macht die Strände unsicher oder passiert tosende Wasserfälle.

Die Ausblicke sind bei MotorStorm: Pacific Rift nach wie vor herausragend und vor allem die enorme Weitsicht weiß zu überzeugen, wenn auch einige Texturen in der Nahansicht das eine oder andere Detail mehr vertragen könnten. Im Eifer der Renngefechte fällt dieser Umstand aber eher weniger ins Gewicht als die beeindruckende Optik des abgelegenen feuchten Surfertraums im Pazifik.

Packshot zu MotorStorm: Pacific RiftMotorStorm: Pacific RiftErschienen für PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Verdoppelte Streckenanzahl

Um dieser Vielfalt Rechnung zu tragen, hat man die Streckenanzahl im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt und bietet nun 16 Parcours - jeweils vier in den entsprechenden Klima-Zonen. Wie gewohnt sind die Parcours auch diesmal nicht streng linear aufgebaut, sondern bieten gleich mehrere Lösungsansätze. Den optimalen Weg gibt es bei MotorStorm: Pacific Rift traditionell nicht. Vielmehr hängt euer Erfolg nicht nur von eurem fahrerischen Können ab, auch die Auswahl der Vehikel ist dafür mit entscheidend.

MotorStorm: Pacific Rift - Vier Gänge für ein Halleluja

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In die Lava zu springen wäre eine denkbar schlechte Idee...
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Insgesamt stehen euch diesmal acht unterschiedliche Fahrzeugklassen zur Verfügung. Mit den dicken Brocken wie LKWs und Monster Trucks heizt ihr etwa problemlos durch dicke Schlammlöcher und Wasserhindernisse und lasst leichte Motorräder oder Quads alt aussehen. Diese haben jedoch nicht nur einen enormen Beschleunigungsvorteil, sie machen sich auf anderen Streckenabschnitten deutlich besser. So trägt letztendlich eure Fahrzeug-Wahl genau so viel zum Ausgang des Rennens bei, wie eure Entscheidungen auf den Pisten selbst.

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Viel Zeit für Sightseeing-Touren habt ihr nicht!
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Daher führt bei Pacific Rift der Weg aufs Treppchen vor allem im späteren Spielverlauf nur über eine sehr gute Streckenkenntnis. Anfänglich verfranst man sich noch des Öfteren auf den unübersichtlichen Pisten und fährt mit Karacho an die Felswand, stürzt in gähnende Abgründe oder brettert in glühend heiße Lavaströme. Diese Crashs sind spektakulär in Zeitlupe inszeniert, bis auf einen geringen Zeitverlust haben sie jedoch keine Auswirkung aufs Gameplay. Eure Offroader tragen keinen bleibenden Schaden davon, der sich beispielsweise auf die Steuerung auswirken würde.

Keine Veränderungen am Spielprinzip

Am Spielprinzip selbst haben die Entwickler also praktisch kaum etwas geändert. Nach wie vor rast ihr durch einen rockigen Soundtrack unterlegt mit ca. einem Dutzend KI-gesteuerten Kontrahenten über Stock und Stein bzw. Wasser und Lava und versucht einen der ersten drei Ränge zu belegen.

MotorStorm fällt leider nicht mehr in die Kategorie Must-Have.Fazit lesen

Nur dann erhaltet ihr kostbare Punkte, mit denen ihr in der Meisterschaft voranschreitet, neue Kurse, Vehikel und Fahrer freischaltet. Trophäen-Sammler werden sich diesmal übrigens über üppige Herausforderungen freuen. Ausschlaggebend für vordere Positionen ist neben einer guten Streckenkenntnis vor allem der taktische Einsatz des Boosts, mit dem ihr euch in entscheidenden Momenten von der Konkurrenz absetzt.

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Schäden wirken sich nicht auf das Fahrverhalten der Vehikel aus.
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Es bewährt sich in der Regel, eine Weile im Strom der Widersacher mitzufahren und so die Unwegsamkeiten und Fallen der Kurse kennen zu lernen und kurz vor dem Ziel den Turbo so richtig zu zünden - ohne sich dabei aufzurauchen. Denn nach wie vor führt übermäßiger Einsatz des Boosts dazu, dass ihr in einem Feuerball aufgeht.

Insgesamt bietet das Spielgeschehen auf Dauer aber doch zu wenig Motivation und Abwechslung. In der Regel absolviert ihr Rundkurs-Rennen, die gelegentlich von Eliminations-Wettkämpfen oder Time-Trials aufgelockert werden. Multiplayer-Fans können möglicherweise Motivation aus den Online-Rennen (bis zu 12 Spieler) und dem neuen Splitscreen-Modus für vier Gamer gleichzeitig beziehen, wenn ihnen die KI-Konkurrenten nicht mehr genug Herausforderung bieten.

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Nur weil es viele Sprünge gibt werdet ihr noch lange nicht zum Überflieger!
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Das Handling der Fahrzeuge ist im Prinzip gut ausgefallen und es wirkt sich tatsächlich auf das Spielgeschehen aus, für welche Klasse ihr euch entscheidet. Allerdings erscheint das Balancing der Fahreigenschaften nicht wirklich optimal ausgefallen zu sein, einige Vehikel eiern leider mehr über die Strecken, als dass sie sich wirklich vernünftig steuern ließen.

Manches Mal wundert man sich daher über den einen oder anderen "Abflug", wenn aus heiterem Himmel das Gefährt ins Schlingern gerät. Es spielt auch kaum eine Rolle, dass man sich durch die Gegend schubsen kann. Zum einen bringt es euch kaum einen Vorteil (im Gegenteil, solche Scharmützel kosten eher Zeit) und zum anderen wird sich ein Quad-Fahrer wohl kaum absichtlich mit einem Monster Truck anlegen wollen.