Autor: Andreas Müller
Motorradfans dürften die Moto GP Serie nicht nur aus dem TV sondern auch durch die hervorragenden Rennspiele kennen. Sämtliche Originalstrecken, eine realistische Steuerung und neuerdings sogar ein Arcade-Modus mit Straßenkursen und Tuning sind die Vorzüge der Konsolenversionen.

Wir drehen am Gashahn und finden heraus, welche dieser coolen Features sich auch auf der PSP wieder finden.

Als dann bekannt wurde, dass das Spiel von Namco entwickelt wird - die bereits mit Tekken Dark Resurrection und Ridge Racer unter Beweis gestellt haben, dass sie ihr Handwerk verstehen - stiegen die Erwartungen noch weiter an. Also rein ins Spiel und ab auf die Rennstrecke.

Technisch solide
Die Darstellung der Rennen wirkt sehr überzeugend. Sämtliche Motorräder sind für PSP-Verhältnisse recht detailliert und mit ansehnlichen Texturen überzogen. Die originalen GP Kurse wirken allerdings von Natur aus steril und bieten nur sehr wenige Streckenrandobjekte, wie vereinzelte Tribünen oder Reifenstapel zum Schutz der Fahrer.

MotoGP - Enttäuschte Erwartungen auf der PSP: Vor allem Simulationsfans werden entsetzt sein.

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Sichtweite und Performance sind gut - der Streckenrand aber etwas karg.
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Selbst bei vielen darzustellenden Motorrädern bleibt die Spieldarstellung flüssig und kommt ohne Ruckler aus. Auch die Sichtweite ist überzeugend, was vor allem bei den schön inszenierten Wiederholungen im Anschluss an ein Rennen auffällt.

Vereinfachtes Fahrmodell
Die Steuerung ist gegenüber den Konsolenversionen etwas gutmütiger und weniger differenziert. Gebremst wird per Knopfdruck, statt Vorder- und Hinterradbremse wie bisher gewohnt getrennt und feinfühlig zu bedienen.

MotoGP - Enttäuschte Erwartungen auf der PSP: Vor allem Simulationsfans werden entsetzt sein.

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Wer sich vor der Kurve nicht aufrichtet, macht schnell Bekanntschaft mit dem Gras.
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Fans der Serie werden dafür wenig Verständnis haben, da das differenzierte Bremsen immer ein charakteristisches Merkmal der Steuerung war und somit ein typischer Bestandteil des Gameplays auf der Strecke bleibt.

Die Gewichtsverteilung des Fahrers lässt sich allerdings auch auf der PSP per Analogstick kontrollieren. Drückt ihr den Analogstick nach vorne, lehnt sich der Fahrer vor, während die entgegen gesetzte Bewegung gepaart mit Vollgas einen Wheelie bewirkt.

Auf eine Cockpitperspektive müsst ihr ebenfalls verzichten, wodurch der Simulationscharakter der Konsolenversionen endgültig verloren geht. Zwar gibt es ein Äquivalent zur Cockpitperspektive, doch werden hier weder Instrumente noch die Windschutzscheibe dargestellt. Alternativ dürft ihr das Spiel auch aus der Verfolgeransicht steuern.

Wenig extremer Grandprix
Leider müsst ihr bei der Handheld-Fassung ohne den zuletzt auf der Xbox 360 eingeführten Extrem-Modus auskommen, der das bis dato etwas steril wirkende Spiel um Fantasie-Straßenkurse und Naked Bikes ergänzt.

Inwieweit man auf diesen Modus verzichten kann, ist sicherlich Ansichtssache. Spieler, die sich ohnehin nur für die Moto GP Serie interessieren, wird das nicht stören - alle Anderen hätten den Extrem-Modus sicherlich als Bereicherung angesehen.

Fakt ist, dass sich die PSP Version auf sämtliche Daten und Strecken der Saison 2005 und 2006 beschränkt und darüber hinaus Motorräder verschiedener bekannter Hersteller wie Honda, Yamaha oder Ducati zu bieten hat.

Realistischer Rennverlauf
Fans des Rennsports werden sich über die Möglichkeit freuen, vor jedem Rennen ein Training samt Qualifikation zu fahren. Wer hier gut abschneidet, startet im Hauptrennen aus guter Position. Da ihr auch die Anzahl der Rennrunden variieren könnt liegt es an euch, wie lange eine Moto GP Saison dauert.

MotoGP - Enttäuschte Erwartungen auf der PSP: Vor allem Simulationsfans werden entsetzt sein.

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Vorbildlich: Schulterblick auf der Rennstrecke.
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Die KI der Gegner ist gelungen und sorgt für einen spannenden und nachvollziehbaren Rennverlauf. Ein fetziger Soundtrack, Zeitrennen und die Möglichkeit gegen Freunde per WiFi Verbindung anzutreten, runden das Gesamtangebot ab.

Im Laufe der Spiels schaltet ihr zudem viele weitere Motorräder und Extras frei - somit wird die Motivation eine Weile aufrechterhalten.

Ausblick
Leider konnte uns die PSP-Umsetzung von Moto GP nicht so sehr begeistern, wie wir es erwartet haben. Arcade-Fans werden von den sterilen Grandprix-Strecken abgeschreckt und müssen auf den Extrem-Modus verzichten.

Simulationsfans werden geradezu entsetzt sein, dass auf der PSP per simplen Tastendruck gebremst wird und keine Cockpitperspektive vorhanden ist. Somit punktet das Spiel in keinem der beiden Lager und liegt irgendwo zwischen Arcade und Simulation.

Dennoch handelt es sich um eine gelungene Umsetzung des Motorradrennsports, die sowohl technisch als auch in punkto Steuerung sehr solide wirkt.