Monster Hunter ist für viele Spieler der Inbegriff von Abenteuer. Mit Monster Hunter World geht es zusammen mit Freunden zurück an die dicken Waffen und ran an die bissigen Ungetüme. Doch macht das Spaß? Spoiler: Hell, yeah!

Wir kamen, wir sahen, wir siegten! gamona gegen den Anjanath:

Monster Hunter World - Anjanath - Wir haben ihn erlegt und es war kein Leichtes!41 weitere Videos

Ihr jagt gerne große, fiese Monster mit noch größeren und fieseren Waffen? Dann habt ihr garantiert schon einmal etwas von Monster Hunter gehört. Immerhin schickt Entwickler Capcom willige Jäger bereits seit vielen Jahren immer wieder auf die wilde Hatz. Mit Monster Hunter: World geht ihr endlich mit Freunden gemeinsam auf PS4 oder Xbox One (und ab Ende des Jahres auch auf dem PC) auf die große Entdeckungstour. Doch lohnt sich der Ausflug überhaupt? Wir haben uns für euch die Nächte um die Ohren und die bösen Viecher zu Klump geschlagen!

Die Charaktererstellung ist umfangreich und bietet eigentlich für jeden Geschmack etwas. Ob Spiegelbild des Spielers oder eher etwas verrückt – alles ist möglich.

Ein Klapps auf den Po und los

Ihr bekommt in Monster Hunter: World wirklich nichts geschenkt. Nach einer detaillierten Charaktererstellung stolpert ihr direkt ins Abenteuer. Sobald ihr euren ersten sicheren Hafen namens Astera erreicht, steht ihr vor einem ganzen Brett an Informationen und Tutorials. Das wirkt auf den ersten Blick abschreckend, allerdings verpackt Capcom auch viel logischen Kleinkram hinter sehr großen Textblöcken. Dennoch ist der neueste Teil der Monster-Hunter-Serie durchaus zugänglich – sofern man sich ein paar Minuten gibt und sich auf die Hinweise und Tipps einlässt.

Das erste richtige Abenteuer startet kurz nach eurer Ankunft in Astera, denn in der Welt lauern überall Gefahren in Form von Monstern. Ihr seid ein Jäger der Fünften Flotte und entsprechend begehrt bei den ansässigen Forschern. Also frisch ans Werk – lasst die Jagd beginnen Und was braucht man dafür? Genau, eine passende Waffe! Das ist in Monster Hunter: World allerdings etwas kompliziert, denn ihr wählt aus einem riesigen Arsenal. Egal, ob Bogen, Zweihandschwert, zwei Dolche, Schwert mit Schild oder Exoten wie ein Axt-Schwert-Hybrid oder eine Lanze, die mit einem Insekt kämpft – das Angebot ist riesig. Damit ihr nicht gleich vom erstbesten Monster vernascht werdet, dürft ihr ausgiebig im Trainingsbereich herumtoben und ausprobieren. Dieses Angebot solltet ihr auch tatsächlich wahrnehmen, denn jede Waffe spielt sich anders und erfordert ein Mindestmaß an Verständnis, damit die erste Jagd nicht gleich zum Reinfall wird.

Immer mit dabei: Palico, eine Art sprechendes Katzenwesen. Es kämpft mit euch, beschafft Heilung oder sucht Verbündete. In Gruppen ist das putzige Tier allerdings nicht dabei.

Auf in den Kampf!

Wenn ihr die richtige Waffe gefunden habt, wagt ihr euch hinaus in die Welt der Gefahren. Eine riesige Anzahl an Monstern trollt durch die Natur – und ihr dürft so gut wie alle töten. Unterwegs hilft euch – sofern ihr nicht mit Freunden unterwegs seid – euer treuer Palico. Es handelt sich dabei um eine Art Katzenwesen, das sogar eine Rüstung trägt und eine Waffe führt. Ganz nebenbei hat das Kerlchen aber auch kluge Kommentare auf Lager und heilt euch bei Bedarf. Ein Ersatz für echte Mitspieler ist das knuffige Wesen trotzdem nur bedingt.

Das Hauptaugenmerk in Monster Hunter: World liegt allerdings – unabhängig davon, wer euch begleitet – voll und ganz auf dem Kampf gegen die Monster. Während kleinere Wesen recht schnell umkippen, setzen euch die dicken Brocken massiv zu. Jedes dieser Ungetüme greift euch mit einem eigenen Set an Attacken und Fähigkeiten an, reagiert auf eure Konter und Gegenstände anders und ist anfällig auf unterschiedliche Dinge. Das klingt nicht nur kompliziert, das ist es manchmal auch. Einfach stupide draufhauen? Ist zwar möglich, jedoch sehr anstrengend und oft auch tödlich. Ihr müsst die Gegner genau beobachten, die Bewegungsabläufe studieren und notfalls auf Berichte der Forscher in Astera zurückgreifen. In der Gruppe sind die Kämpfe natürlich oft etwas einfacher, weil die überdimensionalen Feinde meist nur einen Gegner anvisieren. Doch auch zu viert geht ihr – bei unachtsamer Spielweise – schnell vor die Hunde. Genau diese Herausforderungen machen aber den Reiz von Monster Hunter seit Jahren aus.

Das richtige Abenteuer erlebt ihr natürlich direkt am Feind. Doch Obacht: Seid ihr unvorsichtig oder ist der Gegner zu stark, dann werdet ihr schnell ohnmächtig und fangt von vorne an.

Die kleinen Dinge des Lebens

Warum tötet man eigentlich all die Monster? Abgesehen von der Geschichte gibt es einen wichtigen Anreiz: Beute! Und zwar in allen Formen und Farben. Ihr findet in der Welt so unfassbar viele Gegenstände, dass schnell einmal die Tasche aus allen Nähten platzt. Man bräuchte dafür nicht nur einen zweiten Rucksack, sondern gleich auch noch eine ganze Karawane mit Lasteseln. An jeder Ecke findet ihr Blumen, Pilze, Käfer, Erz und anderen Kram. Zudem lässt sich jedes Monster nach einem Kampf kurzerhand auseinandernehmen, wodurch ihr wertvolles Material für den Schmied erhaltet. Besucht den Handwerker mit euren vollen Taschen, und er wird euch wunderbare Waffen und Kleidung anfertigen, die das Kämpfen erleichtern und gleichzeitig einfach cool aussehen. Dabei geht es aber nicht nur um puren Schaden und massiven Widerstand: Allerlei Effekte und Elemente haben Einfluss auf eure Kämpfe und eure Lebensdauer.

Monster Hunter: World bietet einen einfachen Einstieg für unerfahren Jäger, für den Experten-Status müsst ihr jedoch viele Stunden in das Abenteuer investieren. Das gelingt aber mit Leichtigkeit, denn alleine die Geschichte rund um riesigen den Drachenältesten Zorah Magdaros verschlingt rund 50 Stunden. Und die Story ist nicht nur euer roter Faden, sie ist außerdem interessant erzählt und winkt immer wieder mit netten Zwischensequenzen.

Nach einer gelungenen Jagd geht‘s ans Eingemachte: die Abrechnung. Bekommt ihr eine Belohnung? Wie hoch ist euer Jägerrang? Und, viel wichtiger noch: Wie fett war das Vieh, das ihr erlegt habt?

Farmen auf Repeat

Allerdings gibt es einen massiven Spielspaß-Nachteil für all jene, die nicht gerne Farmen und die immer gleichen Aufgaben erneut bewältigen. Monster Hunter: World ist, wie auch seine Vorgänger, oft extrem repetitiv und erfordert maximale Disziplin vom Spieler. Für die meisten Rüstungen und Waffen benötigt ihr ziemlich viel Material. Dieses bekommt ihr aber nicht beim allerersten Sieg, für die meiste Ausrüstung bekämpft ihr die fiesen Feinde mindestens drei- oder viermal.

Ich bin verliebt! Die Zeit als Jäger vergeht hier unglaublich schnell. So viele Aufgaben stehen an, so viele Monster wollen erlegt und die Welt erkundet werden. Und alles sieht so schick aus!Fazit lesen

Zwar begleiten euch auf euren Wegen immer wieder kleinere Nebenaufgaben und Sammelspielchen, aber diese enden meist in einer Klickorgie und viel zu vollen Taschen. Wenn ihr wirklich alle Inhalte des Rollenspiels ergattern wollt, dann kommt ihr an ewigen Wiederholungen nicht vorbei. Dafür bietet Entwickler Capcom zwar die Möglichkeit der freien Erkundung – ganz ohne Zeitdruck wie bei den Jagd-Quests –, doch der ganz große Wurf ist das nicht. Alte Hasen werden jetzt zwar sagen: „Ja wieso, das war schon immer so, das gehört in Monster einfach dazu.“ Aber nicht jeder Spieler steht auf solche Farm-Action – egal, wie aufregend und cool die Kämpfe auch sein mögen.

Was für eine Aussicht! Selten sah ein Sonnenaufgang in einem Spiel schöner aus. Generell bekommt Entwickler Capcom für die tolle Grafik ein kleines Fleißbienchen.

Technisch ein echtes Brett

Verdammte Morph-Axt, ist das Spiel hübsch! Anders kann man es nicht sagen, denn Monster Hunter: World ist wahrlich ein Augenschmaus. Die Gegner sehen klasse aus, die Welt lädt mit ihren Postkartenmotiven oft zum Verweilen ein und auch in den Kämpfen geht es bombastisch zu. Ganz nebenbei sind die Stars des Spiels – die Monster – unglaublich detailliert und interessant gestaltet. Ihre Movement-Sets sind zudem so glaubwürdig animiert, als wären es echte Wesen. Ganz neben wählt ihr auch aus, ob ihr ein möglichst schönes Spiel haben wollt oder aber voll auf Performance und hohe Framezahlen setzt. Allerdings ist das Game selbst dann noch richtig hübsch.

Die komplette Spielwelt ist zudem nicht vom Reißbrett, sondern durchdacht und clever designet. Ihr müsst nicht immer nur im Eins gegen Eins mit den Ungetümen auf Tuchfühlung gehen, oft hilft euch auch die Umgebung. Sachen fallen von der Decke, kleine Objekte in der Umgebung halten die Monster auf. Über Erhöhungen springt ihr einfach auf den Rücken und drescht von dort auf den Gegner ein. Gelegentlich kommen sich die Monster sogar gegenseitig ins Gehege, was in einem epischen Kampf ausartet. Liebevolle Kleinigkeiten ergänzen dieses runde Erlebnis noch. Fleisch grillen, Angeln, Haustiere einfangen – alles wirkt wie aus einem Guss.

Na, schon Lust, gegen Monster zu kämpfen? In unserem gamona-Adventure könnt ihr es mit den riesigen Viechern aufnehmen!

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Auch beim Sound überzeugt Monster Hunter World auf ganzer Linie. Dreh- und Angelpunkt im Spiel sind die Bestien, die furchteinflößend und wie eine echte Gefahr klingen. Die Kampfgeräusche reihen sich als brutale Antwort auf die Gefahr perfekt ein. Des Weiteren ist die deutsche Synchronisation wirklich gelungen, auch wenn der Hauptcharakter nur als stummer Protagonist auftritt und lediglich mit Gestik und Mimik glänzt. Das tut dem Abenteuer-Feeling aber absolut keinen Abbruch. So, und jetzt erstmal genug von Monster Hunter: World, ich muss wieder zurück auf die Jagd – das Drachen-Vogel-Monster Legiana im Korallenhochland wartet auf meine Morph-Axt!