Es ist eine wahre Erfolgsgeschichte. 2004 als Nischentitel für die PlayStation 2 gestartet, hat sich Monster Hunter in den vergangenen zehn Jahren Stück für Stück nach oben gekämpft und steht heute an der Spitze der japanischen Videospielbranche. Millionen Hobbyjäger treffen sich online, um gemeinsam auf Beutejagd zu gehen. Im Westen hat Monster Hunter diesen Status noch nicht erreicht – doch wenn es nach Ryozo Tsujimoto und Shintaro Kojima geht, soll sich das mit Monster Hunter Generations ändern.

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Hier findet ihr die englische Version des Interviews, falls ihr einen Übersetzungsschritt (Japanisch – Englisch – Deutsch) überspringen und damit näher am Original sein wollt. Lest auch unsere aktuelle Monster-Hunter-Generations-Vorschau.

Im Nintendo-Hauptquartier in Frankfurt hatten wir nicht nur die Gelegenheit, erstmals die lokalisierte Version des nächsten großen Monster-Hunter-Teils anzuspielen und die vier brandneuen Jagdstile auszuprobieren. Wir haben uns auch über 45 Minuten mit dem Executive Producer der Monster-Hunter-Serie und dem Producer von Monster Hunter Generations, Ryozo Tsujimoto und Shintaro Kojima, unterhalten – und das Interview genutzt, um die beiden ein bisschen zu den Neuerungen von Generations, der Zukunft der Reihe und dem Designprozess neuer Monstertypen zu befragen. Außerdem konnten wir uns natürlich kleine Anspielungen auf Nintendo NX und einen Vergleich mit Dark Souls nicht verkneifen…

gamona: Monster Hunter Generations bietet mit vier einzigartigen Jagdstilen das bisher vielfältigste und dynamischste Kampfsystem der Serie. Woher kam die Idee, das Kampfsystem so zu erweitern? Was war das Ziel, das Sie damit erreichen wollten?

Tsujimoto: Monster Hunter gibt es nun schon seit mehr als zehn Jahren und wir dachten uns, dass dieser Meilenstein eine tolle Gelegenheit wäre, etwas Besonderes für das nächste Spiel zu kreieren und die Serie so ein bisschen zu feiern. Nach diesen über zehn Jahren gibt es so viele Monster-Hunter-Spieler. Spieler, die oft auf so unterschiedliche Art und Weise spielen, dass sich sogar in den gleichen Waffenkategorien große Unterschiede in den Kampfstilen wiederfinden. Daher haben wir uns gedacht: Wenn die Spieler schon so viele individuelle Stile für sich entwickeln – warum machen wir das nicht gleich offiziell. Wir wollten ihnen die Möglichkeit geben, ihren Stil direkt im Spiel auszuwählen und anzupassen, um ihrer Kampfstrategie mehr Tiefe zu verleihen. Indem man also einen der Jagdstile wählt und seine Jagdtechniken festlegt, kreiert man auch seinen ganz persönlichen Jäger und Spielstil.
Also geht es

Monster Hunter Generations - „Scheitern ist ein Teil des Weges zum Erfolg“ – Interview mit Ryozo Tsujimoto und Shintaro Kojima

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Die Herren Tsujimoto (m.) und Kojima (r.) hatten die Gelegenheit, unseren Tim zu interviewen.
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gamona: Also geht es um Entscheidungsfreiheit und Personalisierung?

Tsujimoto: Ja, aber gleichzeitig wollen wir auch Einsteiger ansprechen. Ich hoffe wirklich und glaube, dass wir mit Generations viele Neueinsteiger erreichen, die Monster Hunter 4 Ultimate oder andere Vorgänger nicht gespielt haben. Die verschiedenen Jagdstile bieten Möglichkeiten für Veteranen und für Neulinge. Wenn jemand zum Beispiel zum ersten Mal Monster Hunter Generations spielt, kann er genau diese eine Angriffstechnik finden, die super für ihn funktioniert und ihn durch das ganze Spiel bringt. Außerdem gibt es noch den Pirscher-Modus, in dem man zum allerersten Mal einen Felyne spielt. Dieser Modus ist ein bisschen einfacher und bietet zum Beispiel einen unendlichen Vorrat bestimmter Items. Wir haben das Spiel also so gestaltet, dass es nicht nur ein Fest für erfahrene Jäger ist, sondern auch Einsteigern einen Anreiz bietet, es auszuprobieren.

gamona: Monster Hunter hat als Konsolenspiel auf der PlayStation 2 angefangen und hat dann über die PSP, Wii und Wii U bis hin zum Nintendo 3DS immer wieder zwischen stationären Plattformen und Handhelds hin und her gewechselt. Wo ist es wirklich zu Hause? Ist es eher ein Spiel für den großen Fernseher oder eines für unterwegs?

Packshot zu Monster Hunter GenerationsMonster Hunter GenerationsErschienen für 3DS kaufen: ab 36,95€

Tsujimoto: Ich glaube nicht, dass man sich auf eine bestimmte Plattform festlegen kann, weil jedes Spiel immer auf diejenige Konsole zugeschnitten ist, auf der es auch erscheint. Spiele für Handhelds sind auf schnellere und kürzere Sessions ausgelegt. Mit den Ablegern, die auf TV-Konsolen erschienen sind, kann man hingegen mehrere Stunden am Stück verbringen. Nur weil überall Monster Hunter draufsteht, sind es nicht immer die gleichen Spiele. Jeder Teil ist optimal für die Plattform zugeschnitten, für die er erscheint. Ich würde nicht sagen, dass einer davon das „wahre Monster Hunter“ ist.

Monster Hunter Generations - „Scheitern ist ein Teil des Weges zum Erfolg“ – Interview mit Ryozo Tsujimoto und Shintaro Kojima

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Monster Hunter Generations soll das bislang vielfältigste Spiel der Reihe werden.
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gamona: Sie und das ganze Team haben mit Monster Hunter 3 Ultimate und Monster Hunter 4 Großes auf dem kleinen Nintendo 3DS geleistet, trotz der scheinbar schwachen Hardware. Jetzt, da neue Nintendo-Konsolen bevorstehen: Wo würden Sie die Serie in Zukunft gerne hinführen – ganz unabhängig von technischen Details?

Kojima: Ich glaube, dass wir unsere Erfahrung für jedes Spiel optimal genutzt haben, egal für welche Plattform. Wenn man sich die Unterschiede zwischen Monster Hunter 3 Ultimate, Monster Hunter 4 Ultimate und Monster Hunter Generations anschaut, dann sieht man immer wieder den Fortschritt, weil wir aus unseren vorherigen Erfahrungen lernen konnten. Daher ist es uns gelungen, den Nintendo 3DS an seine Grenzen zu bringen und das Maximale aus ihm herauszuholen.

Tsujimoto: Wer weiß, was die Zukunft bringt. Man muss ja mit etwas arbeiten, über das man etwas weiß - und damit ein gutes Spiel herauskommt, muss man genau wissen, womit man arbeitet. Im Moment arbeiten wir mit dem 3DS und wir kennen ihn in- und auswendig. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit Generations so viel heraus holen, wie es für uns möglich ist. Die Zukunft bleibt erst einmal die Zukunft.

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