Minecraft-Entwickler Markus 'Notch' Persson bekam etwas, auf das wahrscheinlich viele Spiele-Entwickler warten: Das Angebot, bei Valve zu arbeiten. Doch er lehnte ab. Wieso, erklärt er in einem Interview.

Der Anruf von Valve kam im Anfang August 2010. Damals war Minecraft noch ein immens erfolgreicher und rasant aufsteigender Stern in der Alpha-Phase. Für Markus Persson stand fest: Entweder wollte Valve Minecraft kaufen oder ihm einen Job bei ihnen anbieten. Das Angebot, in die Vereinigten Staaten zu fliegen, um zu einem Treffen in Bellevue, Washington, dem Sitz von Valve zu gehen, hörte sich gut an. Selbst die 1.Klasse-Tickets, die Persson verlangte, wurden abgenickt.

Zu der Zeit summierten sich die verkauften Exemplare von Minecraft derart, dass Paypal sein Konto sogar zeitweise sperren ließ, da man vermutete, er würde zwielichte Geschäfte tätigen. Zu der Zeit hatte er bereits über 860.000 Dollar auf seinem Paypal-Konto.

Seinen USA-Trip kombinierte Persson auch gleich mit einem kleinen Treffen mit Minecraft-Fans aus Seattle, mit denen er sich anlässlich seines Aufenthaltes treffen wollte. Das Treffen nannte er MineCon 2010 und Treffpunkt war ein kleiner Park in Bellevue. Persson rechnete mit einer Handvoll Personen - gekommen sind 50 Leute. Zur MineCon 2012, die im Disneyland Paris stattfand, kamen bereits über 4500 Besucher.

Dann kam das Treffen bei Valve. Damit er überhaupt bei Valve eingelassen wurde, musste Persson erst einmal eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnen. Tatsächlich entpuppte sich der Besuch als Bewerbungsgespräch, so fragte ihn ein Verantwortlicher nach seiner Vorgehensmethode für die Programmierung eines Fahrstuhls, die Persson nach kurzer Überlegung so gut es ging beantwortete.

Das Urteil nach dem Gespräch: Persson sei ein begabter Programmierer, der aber nicht für die Arbeit in großen Gruppen geeignet sei. Valve wollte ihn trotzdem. Man wollte ihm helfen, sich bei Valve einzufinden. Eine Chance, die nicht jeder erhält. Doch Persson plante, gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Jakob Porsér ein Entwicklungsstudio zu gründen. Von seiner Entscheidung würde also nicht nur seine Zukunft abhängen. Würde er annehmen, müsste er umziehen. Keine paar Kilometer oder in den nächsten Ort, er würde in die Staaten ziehen, nach Seattle. Ein gemeinsames Studio mit Porsér wäre dann schwer bis gar nicht zu realisieren.

Es sei verständlicherweise die härteste Entscheidung in seinem Leben gewesen. Als man ihn fragte, ob er bei Valve arbeiten wolle, lehnte Persson ab.

"Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Minecraft meine persönliche Chance war, ein Valve zu kreieren, statt bei Valve zu arbeiten", so der schwedische Programmierer.