Jetzt wird es langsam irrsinnig. Ein Report der Nachrichtenagentur Reuters besagt, dass Microsoft schon am kommenden Montag, also morgen den Kauf von Mojang verkünden wird - für 2,5 (!) Milliarden Dollar.

Es war eines der Top-Themen der Spieleindustrie der Woche: Es heißt, Microsoft habe vor, das schwedische Indie-Studio Mojang AB von MineCraft-Erfinder Markus 'Notch' Persson zu erwerben. Die Kaufsumme, die genannt wurde: Unglaubliche 2 Milliarden Dollar. Es hieß, der Deal sei kurz vor dem Abschluss und könne jederzeit besiegelt werden.

Bloomberg berichtete daraufhin, dass es Persson selbst war, der an Microsoft herangetreten sein soll, um über einen möglichen Verkauf zu sprechen. Persson, der gut mit Xbox-Chef Phil Spencer befreundet sein soll, habe diese Entscheidung getroffen, nachdem die Zusammenarbeit mit Microsoft in Bezug auf Minecraft für die Xbox 360 so positiv ausfiel. Schnell sollen Rahmenvereinbarungen und ungefähre Preisvorstellungen ausgehandelt worden sein.

Nun will die Nachrichtenagentur Reuters erfahren haben, dass Microsoft bereits morgen, am 15. September verkünden wolle, dass man Mojang AB für nahezu 2,5 Milliarden Dollar erwerben werde.

Damit wäre das nicht nur die teuerste Akquisition Microsofts seit Satya Nadella seinen Posten als CEO angetreten hat, sondern auch eines der teuersten Käufe in der Geschichte der Spieleindustrie, und erst recht im Indie-Bereich.

Für Micosoft soll es hier vorrangig aber nicht um die Xbox-Sparte gehen, die man stärken wolle, sondern um einen Durchbruch im Mobile-Sektor. Windows Phone hat derzeit einen Marktanteil von gerade mal 2,5 Prozent im Smartphone-Bereich, während Microsoft mit Surface kaum erfolgreicher ist. Das Problem sei die mangelnde Unterstützung seitens der App- und Spiele-Entwickler.

Minecraft von Mojang AB ist dagegen eine Erfolgsgeschichte, die selbst als Spiel für Smartphones auf iOS- und Android-Systemen reißenden Absatz findet. Für Dave Bisceglia, Chief Executive des Indie-Studios Tap Lab steht fest, dass Microsoft mit dem Kauf von Mojang versucht, endlich im Mobile-Sektor Fuß zu fassen. "Wenn man sich mal iOS ansieht, da war Minecraft eine ganze Zeit lang eines der erfolgreichsten Spiele. Wenn Microsoft es schaffen könnte, den Spielern auf Windows Phone ein ähnlich einzigartiges und fesselndes Erlebnis zu bieten, das man auf keiner anderen Plattform bekommen kann, wäre das die treibende Kraft, den bestehenden Minecraft-Fans Geräte zu verkaufen", so Biseglia.

Auch Nomuras Top-Analyst Rick Sherlund sieht in diesem Kauf keinen Versuch, die Xbox-Sparte zu verstärken. "Wir sehen diese Akquisition nicht als ein Signal Microsofts, die Bemühungen in der Xbox-Sparte zu verstärken, sondern als Versuch, den Mobile-Sektor auf Cross-Plattform-Basis anzugehen."

Persson soll laut Quellen auch nicht vorhaben, weiterhin bei Mojang AB zu verbleiben, sollte das Studio verkauft werden. Er wolle lediglich in der Übergangsphase aushelfen.