Auch in diesem Jahr geht der Trend auf der Games Convention ganz klar in Richtung Online-Games. Immer mehr Titel drängen auf den europäischen Markt und zwingen somit alteingesessene Firmen, wie beispielsweise Sony Online Entertainment, neue Wege zu gehen. Wir haben uns von SOE-Präsident John Smedley erzählen lassen, inwieweit der Branchen-Riese sein Konzept in Zukunft anpassen will, um auch weiterhin auf dem hartumkämpften Markt bestehen zu können.

World of WarCraft hat es vorgemacht: Durch 9 Millionen Abonnenten weltweit hat sich das Blizzard-MMO zum absoluten Goldesel entwickelt. Seitdem versuchen zahlreiche andere Studios und Publisher auch ein Stück vom lukrativen Online-Kuchen abzubekommen, der bekanntlich einen schönen monatlichen Umsatz garantiert.

MMOG - Sony Online Entertainment und die MMO-Zukunft: auf der Suche nach neuen Geldquellen

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World of WarCraft ist der Kuchen, von dem jeder ein Stück abhaben will.
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Was in der Theorie recht einfach aussieht, stellt sich in der Praxis allerdings meistens als äußerst harte Nuss heraus, was einige Hersteller bereits schmerzhaft am eigenen Leib erfahren durften. Sony Online Entertainment (SOE) führt dies unter anderem auf das steife Abo-Modell zurück und möchte daher neue Wege gehen. Wie wir in einem Panel mit SOE-Präsident John Smedley in Erfahrungen bringen konnten, strebt Sony für seine kommenden MMOs andere Bezahlmodelle an.

Abo ade, es lebe das Teleshopping
Mit dem Spiel »Free Realms«, welches Anfang 2008 erscheinen soll, will die Firma aus San Diego (Kalifornien) ein System einführen, welches zumindest in der Basisversion völlig kostenlos ist. Die Spieler sollen weder für den Client noch für den Zugang zahlen müssen. Geld einnehmen wollen die Sony-Männer stattdessen mit einem zusätzlichen Mini-Abo, wodurch der Spielwelt neue Regionen hinzufügt und auch die Werbeeinblendungen, die bei Ladebildschirmen erscheinen, entfernt werden können.

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Bei diesem Herrn würde kein Styling der Welt noch nützen...
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Darüber hinaus soll verstärkt auf ein Transaction-System gesetzt werden. Wer seinen Charakter optisch aufstylen möchten, beispielsweise durch eine ansprechende Kopfbedeckung oder einen regenbogenfarbigen Umhang, der kann sich in einem Shop bedienen, muss dafür aber logischerweise einen kleinen Obolus in harten Dollars oder Euros entrichten. Wichtig anzumerken ist hierbei allerdings, dass die Verbesserungen lediglich optischer Natur sind und keinerlei Einfluss auf die Werte der Gegenstände haben.

Bereits in zwei Jahren soll dieses Transaction-System die Hälfte des Firmenumsatzes ausmachen, was in unseren Augen ein sehr sportliches Ziel ist, wo aktuell doch 75% der Einnahmen durch Abonnement erzielt werden.

Rette sich wer kann
Nicht nur beim eigentlichen Abkassieren möchte Sony Online Entertainment neue Wege gehen, sondern auch beim Zielpublikum. Durch die gleichzeitige Veröffentlichung der beiden Titel »Free Realms«, einem familientauglichen, lustigen MMO, und »The Agency«, einer Art »James Bond Online«, für den PC und auch die PS3 soll potenzielle Kunden angelockt werden, die bisher noch nicht mit diesem relativ neuen Genre in Berührung gekommen sind.

Damit aber noch nicht genug, startet SOE auch einen Angriff auf die weltweiten Kinderzimmer. Gerade durch das absolut unbedenkliche »Free Realms« sollen vor allem Kinder und Frauen vor die Bildschirme gelockt werden. Auf brutale Szenen wird daher komplett verzichtet, dafür gibt es stattdessen zahlreiche Mini-Spielchen, wie beispielsweise Schach, Fußball oder auch Kartfahren, um nur einige zu nennen.

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Bond-Girl im wahrsten Sinne des Wortes: The Agency.
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Gerade bei den Kleinen könnte dann auch wieder der Item-Verkauf interessant werden, damit auf dem Schulhof mit den neuesten Errungenschaften geprahlt werden kann. Bevor an dieser Stelle die ersten Aufschreie kommen: Sony Online Entertainment plant, eine ausgefeilte elterliche Kontrolle in »Free Realms« einzubauen. Damit soll nicht nur die Spielzeit beschränkt werden können, auch sämtliche kostenpflichtigen Elemente lassen sich damit ausschalten. Wer zudem wissen möchte, was seine Kinder so im Ingame-Chat treiben, lässt sich die Logs einfach in regelmäßigen Abständen zuschicken oder schaltet die Funktion ganz aus (mitgelesen werden kann natürlich trotzdem).

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
»The Agency« zielt mit einer Mischung aus MMO und Shooter auf eine völlig andere Zielgruppe ab. Hier sind eher die Action-Fans gefragt, die nach annähernd zehn Jahren »Counter-Strike« doch einmal etwas anderes spielen möchten. So könnt Ihr im Prinzip unzählige Agenten-Filme nachspielen, euren eigenen Geheimdienst gründen oder euch beim direkten Feind einschleusen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Auch »The Agency« soll im Jahr 2008 erscheinen und somit die Produktpalette von SOE erweitern.

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Auf Vanguard werden sich die Änderungen nicht auswirken.
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Ob sich diese neuen Strategien, gerade in Bezug auf das Bezahl-Modell, in naher Zukunft durchsetzen werden, ist fraglich. Auf längere Sicht sind sie sicherlich der richtige Weg (zumal dasselbe System in Asien bereits sehr erfolgreich praktiziert wird), allerdings sollte Sony einige Rückschläge einkalkulieren, um nicht zu früh auf dem harten Boden der Realität zu landen. Übrigens: Allen »Star Wars Galaxies«-, »EverQuest 2«- oder »Vanguard«-Fans sei noch gesagt, dass sich diese Änderungen nicht auf bereits veröffentlichte Spiele beziehen werden. Zumindest vorerst nicht.