Insgesamt 250 an Warhammer interessierte MMOGler haben sich unsere Kollegen von GamerDNA vorgenommen, deren Spielverhalten sie über einen längeren Zeitraum hinweg dauerhaft beobachten und analysieren. Sicher keine repräsentative Anzahl, doch immerhin ausreichend, um einen Eindruck von den Entwicklungen in der Branche zu bekommen.

Besonders interessant ist dabei natürlich der Zeitraum vor und nach dem Release des Erfolgstitels Warhammer Online: Age of Reckoning, denn viele Experten prognostizierten, dass sich ein glücklicher Start von Mythics aktuellem Titel negativ auf die Spielerzahlen anderer MMOGs auswirken würde. Doch die Realität sieht anders aus.

Während der Beta von Warhammer Online zeigte sich die Mehrheit der beobachteten Gruppe nicht wirklich interessiert an irgend etwas. Man schien schlicht zu warten. Einige Testpersonen beschäftigten sich mit der Beta, spielten Spore und auch World of Warcraft wurde ab und zu besucht - insgesamt ließ der Enthusiasmus für Spiele generell zu wünschen übrig.

Nach dem Release von Warhammer zeigten die Spieler plötzlich ein durchaus unerwartetes Verhalten. Wie gamerDNA berichtet, fühlte man sich durch Warhammer plötzlich daran erinnert, dass man einen Computer besäße: "Generell wurde mehr gespielt. Man loggte in Titel wie Call of Duty 4: Modern Warfare, The Elder Scrolls IV: Oblivion und selbst in Age of Conan. Der Herr der Ringe Online: Die Schatten von Angmar und Eve Online wurden gar doppelt so oft besucht."

Auch NCsoft verzeichnet für Lineage 2 in diesen Tagen mehr Zugriffe denn je. Wie es scheint, wurde also kein Spiel wirklich negativ vom Warhammer-Release beeinflusst. Möglicherweise ist der Markt durch das qualitativ ordentliche Spiel nach einer gewissen Stagnation erst wieder richtig in Schwung gekommen.

Konkurrenz belebt in dieser Branche also tatsächlich das Geschäft und ein gutes Spiel weckt bei vielen Spielern auch gleichzeitig die Lust auf andere Titel. Eine wichtige Beobachtung, insbesondere für Entwickler und Publisher, denn möglicherweise lohnt es sich, ab und an am gleichen Strang zu ziehen.

Die Jungs von gamerDNA haben auf jeden Fall weiterhin ein Auge auf ihre 250 MMOG-Fanatiker. Bis dahin erfreuen sich die Spieler an ihrem liebsten Hobby, die Entwickler an der positiven Stimmung der Community und die Publisher auf das ins Haus stehende Weihnachtsgeschäft. Das goldene Zeitalter hat begonnen.