Wrath of the Lich King, Warhammer Online, Age of Conan: Als der liebe Gott die Spielehighlights des neuen Jahres verteilte, müssen MMO-Fans ordentlich gekämmt und mit sauberen Fingernägeln in der ersten Reihe gestanden haben.

Wie nicht anders zu erwarten, werfen die Top-Titel große Schatten voraus - welche allerdings mitunter dazu führen, dass weniger bekannte oder neu angekündigte Spiele ein wenig untergehen, obwohl sie nicht unbedingt weniger viel versprechend sein müssen. Wir finden: Das sollte geändert werden! Daher präsentieren wir auf den nächsten Seiten fünf MMO-Geheimtipps, die ihr unbedingt im Auge behalten solltet…

The Secret World

„Dark Days Are Coming“ – unter diesem Motto steht das im letzten Jahr vom norwegischen Entwickler Funcom angekündigte The Secret World. Angesiedelt ist das Ganze zur Abwechslung einmal nicht auf einem von Elfen und Orks besiedelten fernen Planeten, sondern in der heutigen Zeit auf unserer eigenen Erde. Genau richtig also für alle, die mittlerweile die Nase voll von Fantasywelten haben und lieber moderne Städte statt Hüttendörfer erkunden möchten.

MMO-Geheimtipps - Jenseits von WoW & Co.: Fünf MMO-Tipps, die man sich merken sollte!

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Secret World entsteht bei den Age of Conan Machern Funcom in Oslo.
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Ganz ohne Magie geht’s allerdings auch bei The Secret World nicht: Wie bereits der Name des Spiels vermuten lässt, findet ihr euch in einer verborgenen Welt wieder, die innerhalb unserer eigenen existiert. Hier bekommt ihr es nicht nur mit Monstern und Magie zu tun, es kämpfen auch uralte Mächte um die Weltherrschaft. Außerdem ist bereits bekannt, dass Geschichte und Mythologie in Form von historischen Mysterien und modernen Verschwörungstheorien ins Spiel eingebunden werden sollen. Dementsprechend könnt ihr damit rechnen, dass etwa Tempelritter und Illuminaten eine Rolle spielen werden, und schon mal darüber diskutieren, ob Bielefeld im Spiel tatsächlich existieren wird.

Frischer Wind also für alle MMO-Fans? Funcom gibt sich diesbezüglich nicht unbescheiden - laut Erling Ellingsen, seines Zeichens Product Manager, soll The Secret World etwas komplett Neues werden. Ob das letztendlich tatsächlich in die Tat umgesetzt werden wird, bleibt natürlich abzuwarten, genug Erfahrung dürften die Norweger aber allemal mitbringen: Funcom ist unter anderem für die Entwicklung von Age of Conan verantwortlich, dessen Grafik Engine auch bei The Secret World zum Einsatz kommen wird.

Ersteindruck: Funktioniert die Umsetzung, dürfte The Secret World nicht nur für Historiker und Fans von Verschwörungstheorien interessant werden.

Fallen Earth

Wie schon The Secret World ist auch das von Icarus Studios entwickelte Fallen Earth auf unserer schönen Erde angesiedelt – das Szenario dagegen ist allerdings alles andere als schön: Im Jahre 2151 haben Kriege, Umweltkatastrophen und vor allem das geheimnisvolle Shiva-Virus die menschliche Zivilisation stark dezimiert, so dass nur vereinzelte Außenposten übrig geblieben sind. Ihr findet euch abgeschnitten vom Rest der Welt in einer Provinz im Grand Canyon wieder und müsst euch einer von sechs verschiedenen Fraktionen anschließen, für die es Aufgaben zu erledigen gilt.

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Fallen Earth spielt auf einer endzeitlichen Erde.
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Logisch, dass jede Fraktion unterschiedliche Vorstellungen vom Wiederaufbau der Welt hat, so dass die jeweiligen Parteien oft gegensätzliche Ziele verfolgen. Genug Platz zum Umsetzen eurer eigenen Pläne gibt es aber allemal: Die zonenfreie Spielwelt soll insgesamt 7000 km² umfassen - als Vorlage diente eine aktuelle Karte des Grand Canyon. Das Besondere an Fallen Earth: Ihr seid am Aufbau einer neuen Zivilisation beteiligt und könnt beispielsweise beim Bau einer Stadt mitarbeiten und auf diese Weise die Welt selbst mitgestalten. Ganz so einfach ist dies allerdings nicht, da euch nicht von Anfang an sämtliche technologischen Errungenschaften der Menschheit zur Verfügung stehen - stattdessen müsst ihr selbst als Handwerker aktiv werden.

Überhaupt übernimmt das Suchen, Herstellen, Verbessern und Kaufen von Gegenständen einen zentralen Bestandteil im Spiel ein. So sollen 95 Prozent der Gegenstände im Spiel durch Crafting modifiziert werden können. Dies geht soweit, dass ihr sogar Autos herstellen und diese zusätzlich mit Waffen verstärken könnt. Das braucht natürlich Zeit: Die Herstellung eines fahrbaren Untersatzes kann bis zu zwei Wochen dauern. Aber keine Sorge: Euer Charakter arbeitet auch dann weiter, wenn ihr nicht online seid, und zusätzlich soll eine Warteschleife für mehrere Aufträge möglich sein, so dass selbst Offlinezeiten optimal genutzt werden können.

Ersteindruck: Die Wartezeiten beim Herstellen von Gegenständen könnten ungeduldige Spieler nerven, dafür ist es jedoch extrem reizvoll, selbst am Aufbau einer neuen Welt beteiligt zu sein.

The Agency

007-Fans aufgepasst: Sony arbeitet momentan an einem Spionage-MMO, das sich an Stil, Action und Dramatik der James-Bond-Filme orientieren soll. Und wie es sich gehört, dürft ihr nicht nur mit einem Auto durch virtuelle Städte rasen, die der realen Welt nachempfunden sind, sondern euch außerdem auf komplexe Intrigen, Handfeuerwaffengefechte, schöne Frauen und atemberaubende Explosionen freuen.

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In The Agency schließt ihr euch Agenten oder Gangstern an.
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Zuerst müsst ihr euch jedoch für eine von zwei Fraktionen entscheiden, die gegeneinander in den Kampf ziehen: Die Spione der Organisation Unite ähneln dem Bild des klassischen Agenten, während die muskelbepackten Söldner von Paragon eher an Soldaten erinnern. Egal für welche Seite ihr euch entscheidet, ihr werdet auf jeden Fall in einen Strudel aus Gesetzeswidrigkeiten in Form von Drogenschmuggel, Spionage, Anschlägen und Spionageabwehr hineingezogen werden. Mit der Zeit vergrößert sich nicht nur euer Einfluss auf die Geschehnisse in der Welt, ihr könnt auch eure eigene Agentur aufbauen, euch mit anderen Spielern zusammentun oder andere Agenten, so genannte „Operatives“ anheuern, die euch dann zum Beispiel in Missionen unterstützen.

Charakterklassen wird es im Spiel nicht geben, dafür gilt die Devise „Kleider machen Leute“: Je nach Mission müsst ihr unterschiedliche Klamotten für euren Agenten auswählen und könnt auf diese Weise verschiedene Identitäten annehmen. Eure Kleidung hat nicht nur Auswirkungen auf euren Schutz und eure Handlungsmöglichkeiten, ihr werdet außerdem nicht in Jeans und T-Shirt auf eine Highsociety-Party spazieren können.

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Sex & Crime: Ian Fleming würde The Agency spielen...
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Wie es sich gehört, könnt ihr natürlich auch anderen Spielern zeigen, dass man sich mit eurer Agentur besser nicht anlegen sollte: Die Entwickler planen PvP-basierte Level, in die alle Features, die ihr aus Spielen wie Counter Strike oder Team Fortress kennt, eingebaut werden sollen. Als besonderes Schmankerl plant Sony, euch mit SMS über bestimmte Geschehnisse im Spiel auf dem Laufenden zu halten. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass es laut Lead Designer Hal Milton durchaus im Bereich des Möglichen liege, dass für das Spiel keine monatlichen Gebühren anfallen.

Ersteindruck: Ob der Wechsel von Kleidern verschiedene Klassen ersetzen kann, bleibt abzuwarten. Ansonsten hat The Agency allerdings vor allem für Action-Fans einiges zu bieten.

Black Prophecy

Nachdem wir nun bereits bei MMO Nummer vier angekommen sind und noch nicht einen einzigen Ausflug in ferne Welten unternommen haben, wird es jetzt allerhöchste Zeit, dies zu ändern: Black Prophecy, das vom deutschen Entwickler Reakktor Media designt wird, entführt euch in die Tiefen des Weltalls. Im 26. Jahrhundert haben es die Menschen endlich geschafft, das Universum zu erobern.

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Black Prophecy entführt euch in unendliche Weiten...
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Tatsächlich werden aber nur noch die wenigsten Kolonien von Menschen kontrolliert – die wahren Herrscher sind die kybernetisch veränderten Tyi und die biogenetisch perfektionierten Geniden, die ihren Schöpfern entwachsen sind. Im Zuge ihres Strebens nach der totalen Kontrolle über alle menschlichen Spezies geraten die beiden Fraktionen jedoch in das Territorium einer uralten außerirdischen Lebensform, die darüber alles andere als erfreut ist und zudem keine anderen Lebensformen neben der eigenen duldet.

Im Kampf gegen die Alienviecher müsst ihr euch zwischen Tyi und Geniden entscheiden, wobei viel Wert auf die Storyline gelegt wird: Reakktor holten extra den Science-Fiction-Autor Michael Marrack an Bord, dessen Bücher bereits mit mehreren Awards ausgezeichnet worden sind. Zudem sollen tatsächlich auf der Erde existierende Phänomene wie die Nazca-Linien in Südamerika in die Geschichte eingebaut werden, die ihr im PvE-Modus allein oder zusammen mit anderen Spielern ergründen könnt. Auch PvP soll möglich sein. Laut des Geschäftsführers von Reakktor, Michael Nathrath, sollen bis zu 300 Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten und zum Beispiel um strategisch wichtige Raumstationen kämpfen können.

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Die Chancen hier unbeschadet durchzukommen stehen 3720:1.
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Reakktor plant außerdem ein Diablo-ähnliches Itemsystem: Die Schiffe sind komplett modular aufgebaut, so dass ihr extrem viele Möglichkeiten habt, an eurem Setup herumzuschrauben und sich euch nahezu unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten bieten. Diese Veränderungen sollen sich nicht nur im Spiel, sondern auch grafisch bemerkbar machen. Aussteigen könnt ihr aus eurem Raumschiff übrigens nicht, da dies den Rahmen des Spiels sprengen würde. Für Fans von Eve Online sei abschließend noch gesagt, dass Black Prophecy auf ein komplett anderes Gameplay setzt: Im Vordergrund steht weniger der komplexe Handel und das Reisen, sondern ein deutlich actionbasiertes Szenario, in dem ihr etwa fliegen, zielen und schießen müsst.

Ersteindruck: Schade, dass man nicht auch aus den Raumschiffen aussteigen kann. Science-Fiction-Fans dürfte dies aber kaum abschrecken, zumal man sich auf eine tolle Story freuen darf.

Darkfall

Was wäre ein MMO-Special ohne Drachen und Zwerge? So ganz ohne Fantasy geht es eben doch nicht und deshalb stellen wir euch mit Darkfall zum Abschluss noch einen Kandidaten aus dem entsprechenden Bereich vor. Entwickler Aventurine enführt euch in die Welt Agon, die mit vielen interessanten Features aufwartet.

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Endlich! Darkfall ist ein klassisches Fantasy-MMO mit Drachen, Zwergen & Co.
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Größte Neuerung ist wohl, dass es keine sicheren Zonen im Spiel geben wird, so dass ihr überall angegriffen werden könnt. Doch keine Angst: Ihr könnt euch im Spiel euer eigenes Haus errichten und mit Hilfe anderer Spieler ganze Städte entstehen lassen, in denen ihr euch erholen könnt. Aber Vorsicht: Auch in eurer Heimatstadt solltet ihr nicht unnötig mit eurer Waffe herumfuchteln, da ihr mit dieser auch Verbündete töten könnt. Natürlich erfordert dieser Umstand ein sehr präzises Kampfsystem, weshalb ihr eure Gegner mit Hilfe eines Zielkreuzes anvisieren und sowohl eigenhändig das Schwert schwingen als auch manuell blocken müsst.

Der Aufwand lohnt sich allerdings, da getötete Gegner ausgeraubt werden können. Auch Kreaturen lassen genau die Ausrüstungsgegenstände fallen, die sie bei sich führen - erwartet also nicht, dass ihr von einer getöteten Ratte ein Schwert erhalten werdet. Die Welt könnt ihr zu Fuß, auf einem Reittier und per selbstgebautem Schiff erkunden. Erfreulich: Auch berittener Kampf und Seeschlachten sollen möglich sein. Außerdem könnt ihr schwimmen und Wände sowie Berge hinaufklettern und habt so mehr Freiheiten beim Erkunden der Welt.

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Selten sah eine Fantasy-Welt schöner aus.
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Ein Levelsystem gibt es dagegen nicht, ihr bekommt jedoch automatisch Erfahrung im Umgang mit Waffen und Magie. Je öfter ihr zum Beispiel eine Waffe oder einen bestimmten Zauberspruch benutzt, desto effektiver beherrscht euer Charakter die entsprechende Aktion.
Neben all dem Kampf kommt aber auch das Handwerk nicht zu kurz: Im Spiel werdet ihr Ressourcen abbauen und diese etwa anschließend zu Waffen weiterverwerten können – das entsprechende Können natürlich vorausgesetzt.

Ersteindruck: Sicher ist das starke PvP-Element nicht jedermanns Sache, Darkfall bietet dafür viele neue Features, die das Spiel von anderen MMOs abheben.

Ausblick:

Auch wenn die Entwicklung der hier vorgestellten Spiele bis jetzt noch nicht soweit vorangeschritten ist, dass bereits ein Betatest läuft, so lassen sich doch bereits viele gute Ideen und Features erkennen. Selbst wenn die groß angekündigten Titel die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen sollten, dürfte allemal für Nachschub gesorgt sein - zumal wir euch hier nur eine kleine Auswahl der kommenden Spiele präsentiert haben.

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The Day nutzt die CryEngine 2. Erste Artworks sehen viel versprechend aus.
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Übrigens: Alle Besitzer eines Highend-Rechners, die keine Lust auf den Ego-Shooter Crysis hatten, aber dennoch gern einmal derart beeindruckende Grafik auf ihrem Monitor sehen möchten, sollten sich den Namen „The Day“ bereits jetzt vormerken. Unter diesem Titel entwickelt Reloaded Studios aus Korea ein Online-Rollenspiel mit Action- und Strategieanleihen, dessen Basis die von Crytek entwickelte und aus Crysis bekannte CryEngine 2 bilden wird.

Laut Cryteks Faruk Yerli soll The Day die visuellen und spielerischen Standards setzen, an denen man die MMOs der Zukunft messen werde. Soll diese Aussage wahr werden, wird sich Reloaded ins Zeug legen müssen, denn nicht nur Marvel hat ein Superhelden-MMO angekündigt, auch Platzhirsch Blizzard hat mit den Arbeiten zu einem neuen Next-Generation-Onlinespiel begonnen – das fröhliche Spekulieren ist eröffnet…