Schöner, größer, mehr: Schatten des Krieges erfüllt alle Voraussetzungen eines Blockbuster-Sequels – lässt aber immer noch etwas Luft nach oben. Erfahrt im Test zum neuen Mittelerde-Teil, was zu einer Wertung von 10/10 noch gefehlt hätte.

Es ist bald da! Beginnt eure Reise nach Mittelerde mit dem Kriegstreiber-Trailer zum Spiel:

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Mittelerde: Mordors Schatten war einer DER Überraschungshits 2014: Die amerikanischen Entwickler von Monolith erschufen eine der besten Umsetzungen des Tolkien-Universums mit einem starken Kampfsystem und interessanten Ränkespielen um die Vorherrschaft in der Welt der Orks. Allerdings war diese Welt noch ein größtenteils graubrauner Spielplatz für die Mechanismen des Spiels und spiegelte die Vielfältigkeit seiner Vorlage kaum wider. Teil zwei ist nun in nahezu jeder Hinsicht ein vielfältigeres, größeres und ambitionierteres Spiel.

Mittelerde: Schatten des Krieges - Den Tark nicht vor dem Abend loben

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Mittelerde: Schatten des Krieges im Test: Talion und Celebrimbor sind die Hauptcharaktäre
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Die Hauptrollen teilen sich in Personalunion erneut der untote Waldläufer Talion und der nicht minder verstorbene Ringschmied Celebrimbor. Letzterer hat einst den berühmten Ring geklöppelt, der Sauron zur mächtigen Schreckensgestalt machte. Nun haben Talion und Celebrimbor einen neuen Fingerschmuck am Start und wollen selbst die Macht über Mordor an sich reißen und Sauron stoppen – wobei jeder Tolkien-Kenner bereits weiß, wie erfolgreich dieser Plan sein wird, denn auch Schatten des Krieges spielt noch vor der Herr-der-Ringe-Trilogie. Aber das macht nichts, der Weg ist das Spiel.

Nicht neu, aber doch anders

Als Kenner des Vorgängers seid ihr sofort wieder drin, denn vieles orientiert sich an Teil eins, wobei es eine Menge Detailveränderungen gibt: Die typischen Aussichtspunkte gibt es erneut, sie heißen nun Haedir-Türme. Im Rahmen eines Minispiels müsst ihr nun selbst relevante Punkte auf der Karte einmalig anvisieren und so dauerhaft markieren. Sie erscheinen nicht mehr automatisch auf der Karte, wenn ihr einen Turm besucht. Verdiente Fähigkeitspunkte steckt ihr nicht mehr nur in einzelne Fähigkeiten verschiedener Kategorien. Ihr könnt diese Fähigkeiten mit weiteren Punkten noch gezielt in bestimmte Richtungen verbessern. So bleibt viel Upgrade-Spielraum und auch nach unseren finalen 40 Spielstunden hatten wir Talion zwar auf Level 60 hochgeprügelt, aber immer noch nicht alle Äpfel des Talentbaums gepflückt.

Spezielle Kampfmanöver wie Hinrichtungen sind nicht mehr an euren Kombozähler gekoppelt, sondern an einen Machtvorrat, der sich durch verschiedenste Aktionen auffüllt. Exemplarisch zeigt sich hier, dass das Spiel gelegentlich beinahe zu voll ist: So gibt es neben eurer Lebensenergie nicht nur besagte Machtanzeige, sondern auch noch eine Leiste für den sogenannten Fokus, der wiederum für andere Skills benötigt wird. Das reicht aber immer noch nicht, ein Balken für Zorn quetscht sich auch noch auf den Bildschirm. Wird Talion richtig zornig, kann er kurzzeitig zum superstarken Wüterich werden.

Mittelerde: Schatten des Krieges - Den Tark nicht vor dem Abend loben

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Macht euch auf etwas gefasst: Schatten des Krieges ist riesig!
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Mordor sehen und sterben

Ähnlich vollgestopft präsentiert sich die Karte: Obwohl die verschiedenen Regionen des Spiels sehr groß sind, könnt ihr kaum ein paar Meter laufen, ohne über Symbole von Haupt- und Nebenmissionen zu stolpern. Dabei verkneift sich das Spiel auch klassische Sammelaufgaben nicht. Ihr könnt zum Beispiel über die ganze Welt verteilt gondorianische Artefakte und Ithildin – uralte Symbole – finden, die es zu entschlüsseln gilt. Tatsächlich haben wir uns diesen Fleißaufgaben aber ganz gerne gewidmet, da die Welt sehr sehenswert ist. Die Entwickler haben sich in dieser Hinsicht sämtlicher Kritikpunkte angenommen und liefern mit blühender Natur, schaurigen Lava-Landschaften, nebligen Wäldern, schroffen Festungen und verschneiten Gipfeln alles ab, was man von und in Mordor erwartet.

Es gibt dabei nicht den EINEN Storypfad, dem ihr folgt, stattdessen sind eure Hauptaufgaben in mehrere Stränge aufgeteilt. Hier werdet ihr zum Mitstreiter Gondors, kämpft mit der elbischen Assassinin Eltariel gegen die Ringgeister, helft dem Geist von Carnan gegen üble Nekromantie und vieles mehr. Schade aber, dass die konkreten Missionen in ihrer Komplexität meist kaum mehr als „Töte 17 Orks“ oder „Befreie 9 Ritter … und töte dabei 17 Orks“ bieten.

Ein in vielerlei Hinsicht überwältigendes Action-Rollenspiel, dessen Strahlkraft durch schwaches Missionsdesign und vor allem das Ende geschwächt wird.Fazit lesen

Während in Teil eins vor allem Gollum und Sauron inhaltliche Brücken zu den Hauptwerken der Mittelerde-Saga waren, sind die Parallelen nun zahlreicher. So spielt nicht nur Sauron eine prominentere Rolle, auch ein Palantir, ein Balrog und die Riesenspinne Kankra lassen sich blicken – Letztere in eher unerwarteter Form.

Inhaltsverzeichnis:

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