Minecraft ist so ein Phänomen. Simples Gameplay, simple Grafik, aber sehr, sehr beliebt. Warum das so ist? Ich nenne es immer den “Lego Effekt”, wenn ich vor Freunden mal wieder rechtfertigen soll, warum ich nun heute Abend lieber auf dem Minecraft-Server verbringe, anstatt mit ihnen durch die “doch so viel schickere Grafik” irgendeines aktuellen Spiels zu huschen. Und bisher habe ich das immer nur auf dem PC getan, Mods, Texturepack, eigener Mehrspieler-Server und Co. sei dank.

Denn eigentlich ist (so auch das Fazit unseres letzten Specials) die PC-Version die, welche dem Spieler am meisten fürs Geld und gleichzeitig die größten Freiheiten bietet. Mein Blick auf die Konsolen-Minecrafter war immer eher etwas mitleidig. Doch das hat sich in den letzten Wochen irgendwie geändert. Begonnen hat es damit, dass mir dann doch irgendwann mal die PS4 Version ins Haus geflattert ist, und sie an einem Abend mit einem guten Kumpel dann plötzlich den Weg ins Laufwerk der Konsole fand.

Skepsis und Kontrollerprobleme

Anfänglich war ich extrem skeptisch, was an der Version nun besser, oder vielleicht eher gleichwertiger, als bei der PC-Version sein soll. Den ersten Dämpfer verpasste mit die ungewohnte Steuerung, wodurch mich der erste Zombie gleich mal ins Nirvana schickte. Ein Zombie! Ehrlich, daran stirbt man doch nicht.

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Denn wer vorher mit Maus und Tastatur die nahezu unendlichen Weiten erkundete, wird am Kontroller erst einmal einer ordentlichen Umgewöhnung unterzogen. Intuitiv geht anders, aber nach etwas Eingewöhnung macht die Tastenbelegung dann doch irgendwie Sinn. Genauso wie das vermeintlich viel zu simple Craftingmenü. Gewohnt, alle Zutaten im Blick zu haben und einzeln in das Fenster zu ziehen, reicht es auf der PS4, die Werkstoffe parat zu haben und aus dem Katalog der Möglichkeiten das Gewünschte auszuwählen. Das System mag zwar einfacher wirken, im Endeffekt ist es aber genau dasselbe, nur auf eine Konsolensteuerung adaptiert.

Splitscreen, die neue Erfahrung

An besagtem Abend stand aber natürlich ein anderes Feature der PS4 Version im Mittelpunkt. Denn was macht man, wenn man mit einem Kumpel vor der Konsole sitzt und sich auf Sessel und Sofa lümmelt? Richtig, man spielt zusammen. Und da bietet die Konsolen Version einen Mehrwert, der weder Mobil noch am PC vorhanden ist. Und so startete ich mein erstes Minecraft Spiel im Splitscreen-Modus.

Und trotz vorheriger Skepsis und dank eines doch relativ großen TV-Bildschirms entdeckte ich eine vollkommen neue und wirklich tolle Art, Minecraft zu erleben. Denn ich hatte so viel Spaß, wie schon länger nicht mehr in diesem Spiel. Denn trotz eigenem Server und Teamspeak-Zugang aller Beteiligten, war das Erlebnis nebeneinander durch die Minen und Nächte zu streifen einfach neu und wirklich lustig.

Minecraft - Splitscreeniger Spaß auf der PS4

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Und da war es dann plötzlich, dieses ungute Gefühl, einem Spiel Unrecht getan zu haben. Wie oft hatte ich die PC-Version von Minecraft verteidigt? Wie oft hatte ich Konsolenspielern gesagt, dass sie das Spiel besser nicht auf dem Wohnzimmersystem angehen sollten.

PC ist besser, Konsole aber auch

Natürlich, die PC Version ist rein faktisch immer noch das günstigste und freiste Minecraft, dass man bekommen kann. Mods umsonst, Texturepacks kostenlos, dazu noch die Möglichkeit, eigene Server aufzusetzen und so eine persistente Spielwelt zu haben, in der jeder Beteiligte zu jeder Zeit von jedem Ort der Welt aus einsteigen und losspielen kann. Unabhängig davon, ob Freunde online sind, oder nicht.

Doch wenn der Fokus auf dem gemütlichen, abendlichen und kooperativen Spiel liegt, ist die PS4 oder auch die Xbox One Version, welche ich leider noch nicht in den Händen hatte, sicher eine gute Alternative. Würde man den Konsolenversionen noch das ein oder andere Feature gönnen (persistente Server, kostenlos die beliebtesten Texturepacks vom PC), dann wäre die Konsolenversion vielleicht sogar die bessere.

Aus unserem kleinen Experiment wurde mittlerweile sogar eine regelmäßige Institution, welche nicht mehr nur auf mich und meinen Minecraft-Splitscreen-Kumpel ausgelegt ist, sondern Familie, mehrere Freunde und Co. beinhaltet. Leute, die ich vorher noch nicht von Minecraft überzeugen konnte.