Es war eine schwierige Zeit für Markus „Notch“ Persson: Während der Hobby-Programmierer aus Schweden die meiste Zeit seines Tages einem völlig normalen Job opferte, nutzte er jede freie Minute, um in der Mittagspause und nach Feierabend an seinem kleinen Projekt weiterzuarbeiten: Minecraft. Aus diesem Spaß für Zwischendurch entwickelte sich allerdings bald ein ambitioniertes Spiel, für das Notch seinen alten Job kündigte, um der Verwirklichung seiner Vision nachzujagen.

Am 17. Mai 2009 war es dann soweit: Minecrollte rollte als Alpha-Version auf die internationalen Server und wurde schließlich 2011 als fertige Verkaufsversion in die Ladenregale gestellt. Damit setzte sich eine Revolution der Videospielkultur in Gange, die bis heute, drei Jahre nach Release, noch immer anhält.

Minecraft - Die bunte Welt der Klötzchen

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Der Look und das Design von Minecraft ist einzigartig und unverwechselbar.
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Mit Minecraft entwickelte sich weltweit und sogar im trendresistenten Deutschland der späteren 2000er Jahre eine ganz neue Videospielkultur: Let's Player spielten den grob anzusehenden Klötzchensimulator aus Schweden und begeisterten damit Millionen Zuschauer. Minecraft ist seitdem untrennbar mit YouTube verbunden und ebnete Computerspielen einen weiteren Pfad in den Mainstream.

Ein Spiel ohne Spielregeln

Dabei ist Minecraft alles andere als ein normales Spiel: Weder eine aufwändig inszenierte Geschichte noch ein Sammelsurium an Neben- oder Hauptcharakteren bevölkern die grafisch eher rudimentär belassene Welt. Stattdessen findet sich der anfangs ahnungslose Spieler auf einem Planeten wieder, dessen Objekte, Flora und Fauna aus rechteckigen Klötzchen besteht, die alle miteinander kombinierbar sind: Durch Experimentieren und Ausprobieren entstehen so erste, einfache Höhlenwohnungen, die vor nachtaktiven Räubern schützen.

Minecraft - Die bunte Welt der Klötzchen

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Durch die kreative Community gibt es fast wöchentlich neue, zahlreiche Mods, die keine Wünsche mehr offen lassen.
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Aber schon nach einigen Spielstunden hat man sich bis zu den tief in der Erde gelegenen Ressourcen durchgeschlagen, baut im großen Stil Edelmetalle ab und errichtet Plantagen, riesige Paläste – oder baut sogar den Todesstern nach. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt und der Siegeszug des kreativen Überlebensspiels in die heimsichen Wohnzimmer war nicht mehr aufzuhalten.

Während eine unheimlich aktive und engagierte Mod-Community begann, die Grundfesten des Spiels in alle Richtungen zu erweitern und für frische Inhalte, Texturen und sogar Spielmodi sorgten, warfen auch die Global Player einen Blick auf den spaßigen Zielgruppenliebling.

Klötzchen treffen auf Konsolenwelt

Microsoft war der erste Konsolenentwickler, der Minecraft die Türen weit öffnete: 2012 veröffentlichte der amerikanische Megakonzern in Zusammenarbeit mit dem Entwicklerteam von 4J Studios Minecraft für die Xbox 360 und stellten das Klötzchenspiel als Flaggschiff von Arcade NEXT vor. Während das Xbox Live – Projekt bald wieder verabschiedet wurde, hielt sich Minecraft verbissen in den obersten Bereichen der Verkaufscharts – und das, obwohl diese Version im Vergleich zur originalen PC-Version einige Unterschiede aufwies.

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Das Phänomen "Minecraft" hat längst die Popkultur - und das Geschäft mit dem Merchandise - für sich erobert.
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Vor allem das Crafting-System wurde für die Konsolenversion gründlich überarbeitet und deutlich vereinfacht: Gegenstände waren nun leichter herzustellen, da Einzelbestandteile automatisch richtig positioniert und kombiniert wurden. Zahlreiche Tutorials erleichterten den Einstieg für völlig ahnungslose Spieler und ein Split-Screen Multiplayermodus ermöglichte das Zusammenspiel mit dem Freundeskreis.

Neben diesen Verbesserungen, die Konsolenspieler schonend an ein PC-Spiel gewöhnen sollten, mussten Besitzer der Xbox 360 allerdings auch Einschränkungen hinnehmen: Eine deutlich begrenztere Spielwelt sowie ein älterer, technischer Stand des Spiels selbst, das erst nach und nach auf den gleichen Stand der damals aktuellen PC-Version gebracht wurde.

Next-Gen? Nicht ohne Minecraft!

Fast gleichzeitig zur Xbox wagte auch Sony den Schulterschluss mit Minecraft und erneut kümmerte sich das bereits bewährte Entwicklerteam von 4J Studios um eine Portierung auf die Playstation 3, die schließlich Ende 2013 verkaufsfertig war und im Grunde einen exakten Klon des Xbox-Builds darstellte. Doch damit war ein wichtiger Schritt erfolgreich getan: Der PC-Superhit hatte eine feste Spielergemeinschaft auf den Konsolen geschaffen.

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Mittlerweile lassen neue, teilweise recht komplexe Spielmodi mehrere Spieler online gegeneinander antreten.
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Auch die Next-Gen-Konsolen beider Entwickler sollten von Anfang an Minecraft-freundlich sein: Sowohl auf der Xbox One wie auch der Playstation 4 gehörte der Überlebenssimulator der etwas anderen Art zum Launch-Programm und trumpfte mit neuen Möglichkeiten und Features auf.

Während die weiterhin beliebte und vielgespielte PC-Version von einer ungebrochenen Flut an neuen Mods profitierte, punktete nun die Konsolenversion mit einer ungleich riesigen Welt und neuen Multiplayerfunktionen. Nach dem Aufkauf des Studios durch Microsoft schließlich fiel das Imperium der Klötzchen in die Hände des Megakonzerns, auf dessen Pläne man schon jetzt gespannt warten darf.

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Doch Minecrafts Triumphzug endete nicht auf den Festplatten der Konsolen. Bereits 2011 nahm Minecraft auch die größten Smartphone-Märkte ins Visier: Mit der Minecraft-Pocket Edition eroberte „Notch“ zunächst Android-Handys und spärter auch die iPhones von Apple. Bei diesen inhaltlich stark beschnittenen Versionen steht vor allem der einfache Bau von grundlegenden Objekten und ihre Interaktion mit der Umwelt im Mittelpunkt – mehr Klötzchenspaß für unterwegs.

Minecraft: Popkultur 2.0

Der Erfolg von Minecraft ist fast unvergleichbar: Nicht nur als beliebtes Spiel hat sich der eigenwillig erscheindende Simulator in unsere Festplatten und Köpfe gleichermaßen gebrannt, sondern grub seine Wurzeln auch in die angrenzende Popkultur: Serien, Comics und Conventions ließen sich weltweit von dem Superhit inspirieren und verhalfen einer völlig neuen Jugendbewegung, den Let's Playern, zu erheblich mehr Bekanntschaft und Anerkennung.

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Auch die Handhelds sind vor den Klötzchen nicht sicher.
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Spannend bleibt die Zukunft des unterhaltungstechnischen Dauerbrenners: Nach dem Aufkauf des Entwicklerstudios durch Microsoft und der Rotation innerhalb des Gründungsteams, von dem viele Mitglieder nun ihren Hut an den Nagel gehängt haben, bleibt viel Luft und Raum für Neues. Wie Microsoft diese Chancen nutzen wird, steht noch in den Sternen – die bis dahin von den tausenden Minecraft-Spielern weiterhin fleißig erobert und bebaut werden.

Vergleich der einzelnen Versionen

Im Folgenden wollen wir euch noch einen Überblick darüber geben, welche Version von Minecraft auf welcher Plattform welche Features bietet und wie gut sie gegeneinander abschneiden.

PC-Version

Mit dieser Version hat alles begonnen und am PC biete Minecraft noch immer die beste Umgebung um alleine oder mit Freunden zu bauen, zu erkunden und zu kämpfen. Denn die PC-Version bietet neben der Möglichkeit, einen eigenen Server aufzusetzen, auf welchem alle Teilnehmer jederzeit spielen können auch die größten Welten, immer die neuste Version und eine Modding-Community, die so gut wie alles bietet, was das Herz begehrt.

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So kennen und lieben Millionen Spieler ihr Minecraft.
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Doch man bekommt hier auch die ungeschliffenste Erfahrung in Minecraft, die man haben kann. Keine Anleitung, das Aufsetzen der Server bedarf schon einiges technischen Sachverstandes und auch das Installieren von Mods geht nicht so leicht von der Hand, wie man es gerne hätte.

Pro:

  • Immer die neuste Version zuerst
  • Bestes Mehrspieler-Erlebnis dank eigener Server und vieler Mods
  • Individualisierbarste Version, tausende Texturepacks, Skins für die Spielfigur und Mods gratis
  • Nahezu unbegrenze Welten

Contra:

  • Technisches Verständnis nötig (Server für Mehrspieler, Installation von Texturepacks & Mods)
  • Unkomfortablerer Mehrspielermodus (Keine Lobby, kein einfaches Beitreten zu Spielen von Freunden)
  • Keine Einführung ins Spiel, kein Tutorial
  • Je nach Hardware schlechtere Grafik, weniger Sichtweite

Preis: 19,95€

Mobile Version

Die “Pocket Edition” ist sicher das schmalste und unausgereifteste Minecraft, dass man heute bekommen kann. Zwar hat die Version für unterwegs schon ordentlich zugelegt, sie lässt aber diverse Features einfach vermissen.

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Allein der Startbildschirm verrät, dass die mobile Version von Minecraft die wenigsten Features bietet.
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So gibt es keine Mods, die letzten Updates haben es nur teilweise oder gar nicht auf Smartphone oder Tablet geschafft und ein Mehrspielermodus existiert nur im lokalen Wlan. Wollt ihr also mit Freunden Abends eine runde Minecraft spielen, so wird daraus einfach nichts, sofern sie nicht in eurer Wohnung sind.

Es gibt auch eine kostenlose Version für mobile Geräte mit Android oder iOS, diese ist aber so eingeschränkt, dass es einfach keinen Spaß mehr macht. Abschließend sei noch zu erwahnen, dass die Steuerung doch etwas gewöhnungsbedürftig ausgefallen ist.

Pro:

  • Immer und überall Minecraft spielen
  • Deutliche Verbesserung der Version in den letzten Monaten
  • Zumindest lokaler Multiplayer im gleichen Wlan

Contra:

  • Kein sinnvoller Online-Multiplayer
  • Schwammige, ungenaue Steuerung
  • Nicht alle Features und Optionen der normalen Version
  • Keine Tutorials oder Hilfen
  • Keine Mods, Texturepacks oder ähnliches

Preis:
Android: 5,49€ (bei Amazon kaufen)
iOS: 5,99€

Xbox 360 / Playstation 3

Die erste Konsolenumsetzung für Minecraft gab es für die Xbox 360, wobei Sony mit der PS3 recht schnell nachgezogen ist. Aufgrund der recht eingeschränkten Hardware ist diese erste Konsolenversion aber bei Weitem nicht mit der PC oder Current-Gen Version zu vergleichen.

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Die erste Konsolenversion von Minecraft kann schon überzeugen.
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Die Sichtweite ist eingeschränkt, die Welten haben klare und erreichbare Begrenzungen und der Mehrspieler-Part wirkt unausgereift. Naturgemäß für Konsolen gibt es natürlich keine Mods, so dass die fertig vorgearbeiteten DLCs für Skins und Texturen ausreichen müssen. Hier wird man dann gerne nochmal zwei bis drei Euro los.

Und da die Portierung vom PC auf die Konsole immer etwas dauert, müssen PS3 und Xbox 360 Spieler auch immer etwas länger auf die aktuelle Version von Minecraft warten. Da mit jedem größeren Patch neue Features, Kreaturen, Biome oder Gegenstände ins Spiel kommen, durchaus ein Nachteil.

Pro:

  • Konsolenvorteile (gemütlicher, kein Schreibtisch, großer TV…)
  • Gute Portierung des PC-Spiels mit sinnvollen Anpassungen
  • Umfangreiche Sammlung an DLCs für Skins und Texturen
  • Vereinfachtes Craftingsystem, bei dem man sich nicht Materialkombinationen merken muss
  • Mash-Up Pakete, die mit Skins, Texturen und Musik komplette neue Spieluniversen zulassen
  • Absolut null technisches Wissen nötig

Contra:

  • Sehr kleine Welten
  • Vereinfachtes Craftingsystem, dass das Ausprobieren unmöglich und unnötig macht
  • Mehrspieler-Part mit Splitscreen und maximal 8 Spieler im Online-Modus sehr begrenzt
  • Keine persistenten Server für das zeitversetzte Spielen an einer Welt
  • Keine kostenlosen Mods, nur DLCs und Mash-Up Pakete
  • Teils lange Wartezeiten auf neue Updates

Preis:
Xbox 360: 19,99€ (bei Amazon kaufen)
Playstation 3: 21,99€ (bei Amazon kaufen)

Minecraft - WesterosCraft: A Game of Blocks

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Minecraft - WesterosCraft: A Game of Blocks

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Xbox One / Playstation 4

Mit der neuen Konsolengeneration hat natürlich auch der Evergreen Minecraft den Sprung gemacht. Sowohl die Xbox One, als auch die Playstation 4 haben Anfang September ihre eigene Minecraft Version bekommen. Netter Zug dabei: Habt ihr das Spiel für die vorherige Version gekauft und mit eurem Xbox Live oder Playstation Network Account verbunden, könnt ihr für 4 bis 5 Euro auch eure neue Konsole mit den Klötzchen bestücken.

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Auf der neusten Konsolengeneration kommt Minecraft der PC-Version am nächsten.
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Ansonsten bietet die neue Generation Konsolen natürlich primär mehr Rechenpower, was das Problem mit den kleinen Welten der ersten Konsolengeneration von Minecraft endlich erledigt. So könnt ihr euch nun in einer fast unbegrenzten Welt mit vielen Biomen und einer deutlich höheren Sichtweite austoben.

Der Multiplayer-Teil umfasst immer noch 8 Spieler Online oder vier an einer Konsole, ist nun aber mit einer sehr komfortablen Lobby ausgestattet, die das Zusammenspielen deutlich erleichtert. Auch wurde in diese Versionen ein Tutorial eingepflegt, welches euch einen schnellen und einfachen Einstieg in die Welt von Minecraft bietet.

Pro:

  • Sehr einsteigerfreundlich mit Tutorial, vereinfachtem Crafting und Mehrspielerlobby
  • Upgrade der Xbox 360 und PS3 Version sehr günstig
  • PS4 bietet die Möglichkeit, Minecraft auch auf eine PS Vita oder ein Sony Experia Z3 zu streamen
  • Große Welten mit unterschiedlichen Biomen
  • DLCs und Mash-Up Pakete schaffen mehr Abwechslung
  • Fast so aktuell und umfassend wie die PC-Version

Contra:

  • Noch keine persistenten Server und dadurch eingeschränkter Mehrspieler-Modus
  • Keine Mods und ähnliches ohne Aufpreis
  • Vereinfachtes Crafting nimmt dem Spiel eine spaßige Komponente
  • Nicht ganz auf Höhe der PC-Version

Preis: 19,99€

Fazit

Der PC ist für die langjährigen Fans von Minecraft sicher immer noch die Plattform der Wahl, denn hier bekommt man den einfachen, unverfälschten und reinen Klötzchengenuss. Doch die mobile Version und vor allem die Version der neuen Konsolen haben sehr gut aufgeholt.

Konsolenspieler, die bisher noch keinen Kontakt zu Minecraft hatten sind mit der Xbox One oder der PS4 Version am besten aufgehoben. Letztere ist dabei die wohl bessere, da allein das Feature, Minecraft damit auf die Vita oder das Smartphone zu streamen ein nettes Goodie ist. Im Bereich DLCs und Texturpakete tun sich beide Versionen nichts.

Minecraft macht generell mit Freunden am meisten Spaß, also solltet ihr die Wahl eurer Plattform am ehesten davon abhängig machen, wo eure Freunde spielen.