Auf der Switch spielen die Miis eher die zweite Geige, auf dem 3DS stehen sie aber noch im Fokus: Miitopia ist ein ausgewachsenes Rollenspiel, dessen Welt von euren ganz persönlichen Miis bevölkert wird – und das artet schnell in wunderbaren Quatsch aus.

Miitopia - Das Abenteuer erwartet deine Freunde aus Tomodachi Life

Dass ein böser Herrscher Unheil übers Land bringt, ist wirklich eine der ältesten RPG-Konventionen. Und dann heißt er auch noch „Dunkler Fürst“. Also bitte. Was dieser Bösewicht angestellt hat, ist allerdings ganz interessant: Er hat den Bewohnern der Miitopia-Welt die Gesichter geklaut, komplett mit Augen, Nase, Mund und allem. Als wäre das nicht schon seltsam genug, hat er die geraubten Gesichter dann auf die Monster des Landes geklatscht und ihr müsst das Visagen-Wirrwarr nun wieder auflösen.

Wer euch dabei hilft, entscheidet ihr: Ihr könnt bereits auf eurem Handheld vorhandene Miis nutzen, neue Miis bauen oder über SpotPass Mitstreiter finden. Nun ist es an sich nichts Besonderes, in einem Spiel eigene Charaktere zu erschaffen. Die Konsequenz, in der Miitopia das Personalisierungsspiel durchzieht, ist aber bemerkenswert: Selbst der Dunkle Fürst bekommt von euch die Gesichtszüge eurer Wahl verpasst. Kumpels macht ihr zu Magiern, Dieben und Priestern eurer Party. Oder zu Popstars, Blumen, Panzern und Katzen. Miitopia scheut sich nicht, euch auch die eben Genannten als Charakterklassen anzubieten. Auch die Persönlichkeiten aller Mii-Mitstreiter könnt ihr definieren, was später vor allem ihr Verhalten im Kampf beeinflusst.

Miitopia - Wenn Gesichtsverlust zum Problem wird

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Miitopia im Test: Im Inn-Shop könnt ihr euren Charakteren neue Ausrüstung und Kleidung kaufen
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Tod dem Toastbrot!

So entsteht ein sehr individuelles Abenteuer, dessen Feinde kaum weniger kurios anmuten als viele der von euch erschaffenen Mii-Kreationen. Vom Mini-UFO über einen laufenden Skelettschädel bis hin zum aggressiven Toastbrot wird einiges geboten. Um all diesen Irrsinn würdigen zu können, solltet ihr freilich zumindest eine Toleranz gegenüber den Mii-Figuren mitbringen. Wenn ihr deren Design bisher nicht ausstehen konntet, spricht euch wahrscheinlich auch Miitopia so gar nicht an.

Das wäre ein wenig schade, denn hinter all dem Mii-Zirkus steckt ein solides, rundenbasiertes Rollenspiel mit interessanten Ideen: So habt ihr auf viele eurer Mii-Charaktere keinen direkten Einfluss, sie agieren im Kampf selbständig. Ihr könnt eher globale Entscheidungen treffen und sie zum Beispiel mit einer Art Salzstreuer heilen. Außerdem beeinflusst ihr ihre zwischenmenschlichen Beziehungen, indem ihr die Miis zum Beispiel gemeinsam übernachten lasst. Das führt immer wieder zu witzigen Zwischensequenzen, die allerdings nicht über die ganze Länge des Spiels tragen. Da rächt es sich, dass Nintendo das Spiel auf eine quasi endlose Anzahl an Charakter-Konstellationen zuschneiden musste. Dass oberflächliche und alberne Geplapper zwischen den Figürchen wiederholt sich bald und nervt ein wenig.