1995 war ein gutes Jahr für Strategiespieler: Neben Command & Conquer erblickte eine weitere Erfolgsserie das Licht des Videospiel-Universums, Heroes of Might & Magic. Doch während NOD und GDI im Laufe der Jahre an Qualität einbüßten, warten die Fans des Fantasy-Rundenepos gebannt auf jede neue Veröffentlichung. Seit dem vierten Teil und dem Konkurs von 3DO hat Ubisoft die Serie unter den Fittichen.

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Mit dem Wechsel des Publishers verschwand auch New World Computing als Entwickler und wurde für den fünften Teil durch Nival Interactive ersetzt. Spielerisch orientierte man sich wieder mehr an der beliebten dritten Ausgabe, doch auch Nival muss jetzt weichen. Black Hole Entertainment, mit Spielen wie Warhammer: Mark of Chaos und Armies of Exigo strategieerfahren, hält nun das Ruder in der Hand.

Might & Magic: Heroes 6 - Ankündigung auf der GC: das neue Heroes

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HoMM VI wird nicht nur optisch ordentlich aufgewertet, auch die Spielmechaniken werden vorsichtig verändert.
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Die Budapester werden allerdings durch Personal verstärkt, das die Heroes-Serie schon seit Jahren begleitet. Außerdem wird, genau wie in Heroes V, die Community in den Schaffensprozess mit einbezogen. So soll sichergestellt werden, dass die Integrität der Serie gewahrt bleibt, da laut des Produzenten gerade die Fans häufig ein besseres Auge fürs Detail hätten als die Entwickler. Diese wiederum kümmern sich um die epische Geschichte. Schon vor der gamescom durften wir uns in Paris die für Köln bestimmte Präsentation ansehen.

Der erste Trailer macht neugierig auf mehr und wirft erst einmal eher Fragen auf, als dass er selbige beantworten würde. Ein strahlender Ritter fällt im Kampf gegen einen gigantischen Dämon, kurz darauf betritt eine junge Frau das Schlachtfeld. Die junge Dame ist Nekromantin, kann den Toten aber nicht wiederbeleben. Stattdessen versucht sie, ihm einen sicheren Übergang in das Leben nach dem Tod zu gewähren, doch auch dieses Vorhaben scheint zum Scheitern verurteilt.

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Der Detailreichtum in den Kämpfen ist im Vergleich zum Vorgänger enorm.
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Die beiden Hauptdarsteller sind, wie wir in der nachfolgenden Präsentation erfahren, zwei der fünf spielbaren Helden, die jeweils einer Fraktion angehören. Alle fünf gehören der Greifen-Dynastie an und sind eng verwandt. Irena, die junge Nekromantin, beginnt ihre Geschichte unter einem schlechten Stern. Sie hat ihren Vater getötet und wurde von ihrem Bruder, Pavel, dem gefallenen Ritter, gerichtet. Aus dem ewigen Schlaf erweckt sie ihre Tante und bringt ihr das Handwerk der Nekromantie bei.

Klassische Werte mit neuen Namen

Pavel und Irina machen auch deutlich, dass Black Hole neue Einflüsse in die Heroes-Serie einbringt. Die slawischen Namen passen zum altbewährten Design und die Geschichte könnte epische Ausmaße wie in einem Tolstoi-Roman annehmen. Im Gegensatz zu Heroes V wird man sich aussuchen können, wessen Geschichte man wann spielen möchte, die Reihenfolge in der Kampagne ist zumindest in Hinblick auf die Wahl des Startcharakters nicht vorgeschrieben.

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Städte sind nach wie vor das Zentrum der Wirtschaft und können nach Eroberung der eigenen Fraktion angepasst werden.
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Die Kampagnenkarte ist wie gehabt groß und wird Schritt für Schritt aufgedeckt. Die dreidimensionale Spielwelt bekommt deutlich mehr neblige Schluchten und hohe Objekte jenseits der Wege spendiert, was die Tiefenwirkung erhöht. Abgesehen davon hält Dschungel als neuer Landschaftstyp Einzug, dazu passt die an die Maya erinnernde Architektur der Nekromanten. Abgesehen davon behält der sechste Teil der Serie den märchenhaften Charme und die ruhige Musik bei, die für die entspannte Atmosphäre sorgen, die Fans der Serie so schätzen.

Auf den Wegen finden sich wie eh und je Ressourcenquellen wie Gold und Holz. Unwichtigere Rohstoffe wie Schwefel oder Diamanten wurden zu Kristallen zusammengefasst, was die Wirtschaft voraussichtlich angenehm entschlacken wird. Truppen werden wie gehabt in Städten ausgehoben.

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Ohne Helden keine Armee, jede der fünf Fraktionen schickt einen eigenen, spielbaren Protagonisten in die Schlacht.
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Die Stadtansicht musste einem übersichtlichen Menü mit einem animierten Hintergrundbild der Siedlung weichen. Dafür spiegelt das Bild der Welt auf der Landkarte den Ausbaustatus wieder. Erobert man eine feindliche Stadt, lässt sich diese neuerdings der eigenen Spielfraktion anpassen. Allerdings gehen bei dem Umwandlungsprozess einige Gebäude in Flammen auf.

Trifft man auf Feinde, kommt es wie gehabt zur rundenbasierten Schlacht, in der die Helden ihre Truppen in den Kampf werfen. Neben zahlreichen bekannten Einheiten gesellen sich neue zu den Heerscharen hinzu, beispielsweise Ghule, die aus Dark Messiah of Might and Magic bekannt sind. Die deutlich erhöhten Details lassen sich dank der frei beweglichen Kameraperspektive besonders gut bewundern und auch die Animationen während der Kämpfe und Todessequenzen sind einen genauen Blick wert.

Heroes of Might & Magic VI scheint eine epochale Geschichte aufzufahren und mit klassischen Werten zu überzeugen.Ausblick lesen

Mit den durch gewonnene Auseinandersetzungen erlangten Erfahrungspunkten lassen sich Fähigkeiten auf drei verschiedenen Ebenen, die der Rassen, der Klassen und der Spezialfähigkeiten, anheben. Durch den gezielten Einsatz selbiger erlaubt jede Fraktion mehrere Spielweisen, insgesamt soll dadurch nicht nur der Rollenspielanteil, sondern auch der Wiederspielwert steigen. Natürlich werden auch Mehrspielerpartien, vor allem mit dem beliebten Hot-Seat-Modus, verfügbar sein.

Die Präsentation endete mit einem riesigen, geisterhaften Wasserdrachen, der über die Leinwand flog. Die Entwickler von Black Hole Entertainment integrieren Bosskämpfe in das neue Heroes. Doch wie diese genau aussehen, erfuhren wir leider noch nicht. Insgesamt lässt sich nur wenig über die Qualitäten von Heroes of Might & Magic VI sagen, die Vorstellung sah viel versprechend aus, war aber für einen fundierten Eindruck zu kurz gehalten. Mit Sicherheit lässt sich aber schon jetzt sagen, dass das typische Flair erneut eingefangen wird.