Müde ist er, der übernächtigte Spieleredakteur. Tage, nein... Wochen saß er am Stück vor dem PC. Die Augen sind eckig, der Kopf dröhnt. Die Playlist beginnt schon das zehnte Mal von vorne und der Blick ist trotzdem starr auf den Bildschirm gerichtet. Nur noch ein Monster... Nur noch eine Schlacht. Wenn man die Tage, die man für Heroes of Might & Magic geopfert hat, am Ende seines Lebens nicht wieder gutgeschrieben bekommt, dann sollte man die Finger von diesem Spiel lassen.
Bitte? Was soll das heißen, ich habe die ganze Nacht gespielt? Es ist doch gerade mal... Oh, Mist!FazitMight & Magic: Heroes VI ist endlich da und führt euch zurück in eine Zeit, wo das Greifenimperium noch nicht das Maß aller Dinge war, die Orks noch respektiert wurden und die Engel im ewig währenden Kampf mit den Infernalen stehen. Es ist eine chaotische Zeit, voller Intrigen, Machtkämpfe und großen Kriegen. Es ist aber auch eine Zeit der Hoffnung, der Erfahrung und der Erneuerung.
Doch wie die meisten Geschichten, beginnt auch diese mit einem Unglück. Der Herrscher der Greifen ist tot. Erdolcht von seiner eigenen Tochter (nicht die, die er zwangsverheiratet hat, sondern die, die er mochte), welche ihrerseits niedergestreckt wurde von ihrem Bruder. Nun, als Untote erweckt, macht sich das Mädel auf die Suche nach der Wahrheit. Denn wenn sie auch viel Scheiße gebaut haben mag... Ihren Vater hat sie nicht ermordet! Oder doch?
Auf in die Schlacht!Es ist schon manchmal verwirrend mit diesen Hintergrundgeschichten. Hier ein Stück Story, da ein müder Übergang und am Ende kommt keiner mehr so wirklich mit. Ist aber nicht weiter tragisch, denn in Heroes VI steht sowieso nicht die Story im Vordergrund. Das merkt man im Singleplayermodus auf ganzer Linie. Die Geschichte schleppt sich von Kapitel zu Kapitel und von Abschnitt zu Abschnitt.
Dafür kann die Geschichte selbst aber nichts. Sie ist hier nicht der Täter, sondern eher das Opfer. Das Opfer von einem Singleplayermodus, der nur eine Randerscheinung des Spiels ausmacht. Eine Art Tutorial, damit man weiß, wann man was bauen kann und muss. Wie viele Helden braucht man für welche Map? Wie gehe ich strategisch sinnvoll vor und auf welchem Schwierigkeitsgrad ist der Gegner unterm Strich wie schwer und was zur Hölle ist hier eigentlich alles neu? Um solche Fragen zu beantworten spielt man die Kampagne.
Erzählerisch leider nicht so stark, wie viele gehofft haben.Erst vor kurzen hieß es in einem Artikel, ein Spiel wäre von der bloßen Geschichte her sehr schwach, vom erzählerischen Können jedoch unfassbar stark. Nun, dass ist bei Heroes genau andersrum. Die Geschichte an sich ist gar nicht mal so uninteressant. Sie baut aufeinander auf, überrascht durch teilweise interessante Wendungen und erklärt viel Hintergrundgeschichten aus der Welt von Helden Monstern und Legenden.
Doch leider ist die Art des Erzählens genauso eingestaubt wie in allen anderen Teilen der Reihe. Ein imposantes Intro, viel Blabla und dann... Irgendwie nicht mehr viel. Denn die Erzählweise bleibt leider immer gleich: Zwei Ingamefiguren stehen voreinander und unterhalten sich per synchronisierten Textboxen. Ich laufe ein paar Meter: Eine Box ploppt auf. Ich kämpfe zwei Schlachten: Eine Box ploppt auf. Immer und immer wieder. Diese Art der „Unterhaltung“ beginnt eine Mission und beendet sie. Schade, denn rein von der Story könnte Heroes etwas reißen. Aber nicht wenn es so erzählt wird.
Und die Synchronsprecher haben leider auch nicht so wirklich Lust.Hinzu kommen Synchronsprecher, die lustloser kaum sein könnten. Während die englische Version noch durch verschiedene Dialekte, gute Betonung und glaubhafte Unterhaltungen besticht, klingt es in der deutschen Synchronisation etwas... Ähm. Schwächer. Damit meine ich, das Niveau der deutschen Sprecher schwankt zwischen recht ordentlich bis „RTL-Pseudo-Doku“.
Doch wer interessiert sich schon für die Story oder Synchronisation, wenn er in den Krieg ziehen kann und das mit einer großen Armee und einem mächtigen Repertoire an Zaubern und Fähigkeiten? Und das schönste ist: Ihr müsst nicht mit dem vorgegebenen Helden spielen, sondern könnt euch einen ganz eigenen erstellen. Mit der Auswahl, ob Männlein oder Weiblein, Macht- oder Magieaffinität und seinen ganz eigenen besonderen Fähigkeiten, wie beispielsweise 2 Paladine die Woche gratis.
Klingt im Vergleich zu den früheren Teilen schon ziemlich geil. Aber das Beste kommt ja erst noch: Denn die epischen Rüstungsgegenstände, die ihr während eurer Missionen findet, darf der entsprechende Held behalten. So kann man sich mit der Zeit eine unglaubliche Garderobe zusammensammeln. Hinzu kommt eine mächtige Dynastiewaffe und viele einzigartige Fähigkeiten, die ihr nur erhaltet, wenn euer Held fleißig levelt. Euer Held und euer U-Play-Account.
Gruseliger ist nur der Onlinezwang: die Untoten.Und das war auch das Stichwort für die weniger guten Neuigkeiten. Man kann Heroes VI offline spielen. Aber das, was den sechsten Teil ausmacht, geht dann nicht in das Spielerlebnis über. Der Account, der an viele Fähigkeiten, die Macht der Dynastiewaffe und und und gekoppelt ist, levelt nicht, da er ja nicht online abgeglichen werden kann. Einen eigenen Helden für die Multiplayermatches (wie das allseits beliebte Hot Seat) kann man sich auch nicht erstellen und den Dynastiebonus, den man aus vergangenen Heroes-Teilen kennt, sprich ein Item oder eine Verbesserung eurer Wahl vor Beginn der Map, gibt es auch nicht.
Das mag im Internetzeitalter nicht wirklich schlimm klingen, aber freut euch mal, wenn ihr gerade eure Ausrüstung zusammengesammelt habt oder euer Charakter endlich Level 15 erreicht hat (ab da gibt es die wirklich guten Zauber) und euch klar wird, dass gerade die Verbindung abgeschmiert ist. Natürlich genau im Moment der Synchronisation. Das bedeutet nämlich, dass ihr das ganze Level noch einmal spielen müsst, um euer Ziel zu erreichen. Und wir reden hier nicht von 20-bis-30-Minuten-Maps. Wir reden hier teilweise von eurem ganzen verdammten freien Abend, der in die Nacht übergeht und am Ende der Quest dem Morgen die Hand schüttelt.
Max Payne 3PS3, XBox 360: 18.5.2012
Dragon's DogmaPS3, XBox 360: 25.5.2012 Test lesen
Risen 2: Dark WatersPC: 27.4.2012
Guild Wars 2
Diablo 3 KomplettlösungKomplettlösung: Alle Quests, Klassenguides, Tipps
Diablo 3 TestJetzt endlich: unser finaler Test mit Wertung
Risen 2: Dark Waters KomplettlösungMit der Komplettlösung die Meere befreienMit der derzeitigen und auch weiteren Benutzung dieser Seite stimmen Sie unseren Nutzungsbestimmungen zu.
Copyright 2003-2012, Webguidez Entertainment GmbH
Impressum | Team | Jobs | Netzwerk | Get Hosted | FAQ | Kontakt
gamona Server und Datenbanken werden professionell gewartet von der Comtrance GmbH
Selbes problem hier...denke ich hab das problem behoben, starte die exe als admin...
Was das Spiel an sich angeht: Ich finde den Artikel hier perfekt gelungen. Die Synchro und die Erzählweise hat mich allerdings nie gestört, finde es ganz okay. Klar, könnte auch besser sein, aber ich mags dennoch. Für mich kommt Heroes 6 nach Teil 3 und noch vor Teil 5.
Danke fürs Zuhören :)
trotz jahrelangem fan seit HOMM1 etwas angesäuert
naja wenigstens patchen sie fleissig,grad 1.1 erhalten und schon wieder ein neues am downladen
edit:und funktioniert jetzt
Heroes wird gekauft, sobald mein Rechner das hergibt!
aber ich werde es mir wohl wie üblich irgendwann als gold edition mit allen addons kaufen wie ich es auch bei den teilen zuvor gemacht habe!
abgesehen davon ist hot seat wohl die einzig wahre art sich die nacht um die ohren zu schlagen :D
Siehe off. Forum: forums-de.ubi.com/.../1
Das aberwitzige Völkerbalance bis hin zum Klassenbalance ist nur eine von vielen Sachen die mich einfach sauer aufstoßen lassen. Ich habe noch nie so brechen müssen bei den Städten hässlich wie die Nacht, aber auch die Kampf Arenen haben so gut wie keine taktische Tiefe das macht Disciples 3 bzw Heroes 5 einfach besser. Mein Entschluss steht fest ich bleibe bei Heroes 5 und Disciples 3!
Eine Frage habe ich: Wie stark geht
Eine Frage habe ich: Wie stark geht eigentlich der Punkt "schlechte deutsche Synchro" in die Wertung ein? Mir ist das jetzt schon bei mehreren Tests aufgefallen. Und während das sicher ein Punkt ist, der erwähnt werden sollte, halte ich ihn nur für bedingt relevant. Heutzutage ist es kein Problem mehr, Spiele im Original (sofern Englisch) zu spielen, was das Problem komplett löst. Und meine eigene Erfahrung sagt mir, dass schlechte Synchro erst auffällt, wenn man Englisch gut genug beherrscht um das Original zu verstehen. Sprich für Leute mit weniger guten Englischkenntnissen stellt sich das Problem nicht. Aber vielleicht ist das auch eine Fehleinschätzung?
Nicht wirklich stark. Kommt natürlich immer drauf an, wie wichtig die Vertonung für das Spiel ist. In diesem Fall nicht allzu wichtig, da der Multiplayermodus der eigentliche Kernd es Spiels ist.
@Heiner: Gibt es eine Möglichkeit englische Sprachausgabe und deutsche Untertitel und Menüs zu verwenden?
Leider nicht das ich wüsste. Sag mir bescheid, wenn du es finden solltest. ;)
Schick mal Deinen eigenen Artikel hier ein, ich bin sicher, von Deinem Können werden wir alle am Ende profitieren. ;)
@Heiner: Gibt es eine Möglichkeit englische Sprachausgabe und deutsche Untertitel und Menüs zu verwenden?
Unser Redakteur Heiner ist kein Praktikant sondern ein Experte, der sich hervorragend auskennt.
Das nur mal als Richtigstellung ;).
Garry
Eine Frage habe ich: Wie stark geht eigentlich der Punkt "schlechte deutsche Synchro" in die Wertung ein? Mir ist das jetzt schon bei mehreren Tests aufgefallen. Und während das sicher ein Punkt ist, der erwähnt werden sollte, halte ich ihn nur für bedingt relevant. Heutzutage ist es kein Problem mehr, Spiele im Original (sofern Englisch) zu spielen, was das Problem komplett löst. Und meine eigene Erfahrung sagt mir, dass schlechte Synchro erst auffällt, wenn man Englisch gut genug beherrscht um das Original zu verstehen. Sprich für Leute mit weniger guten Englischkenntnissen stellt sich das Problem nicht. Aber vielleicht ist das auch eine Fehleinschätzung?