Nervöses Zittern, leichtes Flackern in den Augen und ein stark erhöhter Kaffeekonsum - wer jetzt aufgeregt nickt, hat sehr wahrscheinlich schon einmal mit den Nebenwirkungen von der „Might and Magic“-Reihe zu tun gehabt. Besonders berüchtigt für seine Fähigkeit, unschuldige Erdenbürger dazu zu verdammen, bis spät in die Nacht vor dem PC zu sitzen: Heroes of Might & Magic.

Warum die langen Vorworte? Weil verantwortungsbewusste Mütter jetzt lieber die Türen verriegeln und sämtliche Sparschweine des zockenden Nachwuchses zumauern sollten. Denn einen entfernten Zögling der „Heroes of Might & Magic“-Reihe gibt es in Kürze auch für unterwegs. Nach kurzer Testphase wissen wir: Wer dieses Spiel in der U-Bahn anmacht, kommt wahrscheinlich nie am Ziel an…

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Macht und Magie für Unterwegs

Dabei beginnt alles so harmlos: Im Gegensatz zur (relativ) realistisch angehauchten Grafik der Heroes-Reihe springen auf dem Dual Screen des Nintendo DS kunterbunte Knuddelwesen im Japano-Stil durchs Bild, kommunizieren mit Sprechblasen und haben unter den typischen Asia-Proportionen zu leiden, sprich: großer Kopf, winziger Körper. Grafisch gibt man sich also sehr comiclastig, beinahe kindgerecht.

Might & Magic: Clash of Heroes - Spielprinzip of Doom: Heroes meets Puzzle Quest

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Frei bewegen dürft ihr euch nicht, sondern wandelt entlang einer Linie auf Knotenpunkten umher.
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Passend dazu: die Story. Als das Böse die Welt Ashan ein weiteres Mal bedroht und Dämonen die mächtigsten Krieger des Landes vernichten, müssen sich deren Kinder gegen die Streitkräfte der Hölle beweisen. Die fünf jugendlichen Helden, namentlich Anwen, Aidan, Godric, Nadia und Fiona, beschreiten innerhalb der Story-Kampagne den weiten Weg vom unerfahrenen Anfänger zum legendären Helden.

Der erste Akt versprengt die junge Heldentruppe jedoch zunächst in alle Winde, nur die Waldläuferin Anwen bleibt zurück und – dem verantwortungsbewussten Spieler zuckt es da bereits im kleinen Finger – wird selbstredend von uns durch Ashans Ländereien geleitet. Anders als in „Heroes of Might and Magic“ könnt ihr eure Helden jedoch nicht frei bewegen, sondern bleibt stets auf schmalen, vorgegebenen Pfaden.

Ähnlich einer Perlenkette mit Knotenpunkten hangelt ihr euch so von einem Ende der Karte zum nächsten, sprecht unterwegs mit Händlern oder Quest-NPCs, durchstöbert Schatztruhen oder sammelt Ressourcen. Die könnt ihr wie im Vorbild an bestimmten Schreinen als Sold für die Monster des Waldes ausgeben. Für ein paar Erze etwa schließt sich euch eine erkleckliche Zahl elfischer Bogenschützen an, wuchtige Baumriesen oder Smaragddrachen verlangen dagegen schon etwas mehr.

Packshot zu Might & Magic: Clash of HeroesMight & Magic: Clash of HeroesErschienen für DS, PS3, Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Kämpfen wie am Schnürchen

Doch wozu eigentlich die mühsam angehäufte Beute den tierischen Viechern in den Rachen werfen? Ganz einfach: Might & Magic wäre nicht Might & Magic, wenn es nicht zumindest im Ansatz um – festhalten! – Macht und Magie ginge. Das Kernelement von „Clash of Heroes“ sind natürlich strategische Schlachten um die üblichen Kleinigkeiten des Spielerlebens: Ruhm, Ehre, das Überleben der Menschheit – solche Sachen eben.

Might & Magic: Clash of Heroes - Spielprinzip of Doom: Heroes meets Puzzle Quest

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Drei in einer Reihe: Das Kampfsystem erinnert stark an Puzzle Quest.
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„Clash of Heroes“ weicht jedoch vom bisherigen Konzept der Heroes-Reihe stark ab. Ja, rundenbasierte Züge gibt es noch immer, und nein, man hat nun nicht mehr die volle taktische Kontrolle über einzelne Einheiten, die sich früher bereitwillig über klar abgesteckte Kästchen schieben ließen. Vielmehr leiht sich „Clash of Heroes“ ein anderes geniales Spielprinzip und integriert eine große Portion „Puzzle Quest“ in die Gefechte.

Für den Fall, dass jemand vorgenannten Schmuckstück nicht gespielt hat: Die Prämisse von „Puzzle Quest“ ist es, verschiedene Spielsteine so anzuordnen, dass sich drei gleichfarbige in einer Reihe befinden – so schaltet man starke Angriffe und Kombos frei. Womit wir im Grunde auch schon das Prinzip von „Clash of Heroes“ erklärt hätten, nur dass hier die Spielsteine mit Monstern und allerlei anderen tierischen Kreaturen zu ersetzen seien.

Might & Magic: Clash of Heroes - Spielprinzip of Doom: Heroes meets Puzzle Quest

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Die Geschichte wird in niedlichen Comic-Sequenzen erzählt.
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Obwohl das Spielprinzip im Grunde schnell erklärt ist, ergeben sich allerlei taktische Variationen, die den Durchblick für ungeübte Spieler anfangs schwierig machen. Auf dem oberen DS-Screen versammeln sich scharenweise gegnerischer Monster, auf dem Touchscreen darunter wuseln eure Einheiten umher. Stellt ihr nun eure Monsterreihen auf, müsst ihr auf den perfekten Punkt für Offensive bzw. Defensive, denn nur Angriffe die direkt euren Helden erreichen, zehren auch von dessen Lebenspunkten. Gehen die gegen Null, ist der Kampf verloren.

Das erste Spiel für unterwegs, dass man lieber nicht unterwegs spielt: "Clash of Heroes" wird ein Zeitfresser sondergleichen, der jede U-Bahn-Endstation zur Nebensache geraten lässt.Ausblick lesen

Nach jeder Schlacht hagelt es sowohl für euren Helden als auch seine Untertanen Erfahrungspunkte, die sich auf Stärke und Ausdauer der Monster auswirken. Zusätzlich dürft ihr einen Zauberspruch aus der Hinterhand wirken, die eure Einheiten stärken oder immensen Schaden verursachen. Im Kampf müsst ihr stets für frischen Truppennachschub sorgen, nach dem Kampf eure Armeen verwalten und gefallene Einheiten nachkaufen – viel zu tun also für Anfänger und Profis.