Hollywood, Santa Monica, Rodeo Drive und noch viel mehr – eigentlich hat Los Angeles eine Menge an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Dass es trotzdem Spaß machen kann, mit 250 Sachen durch die Straßen der Westküstenmetropole zu brettern, will „Midnight Club L.A.“ im Oktober beweisen. In München warfen wir bei Take Two schon jetzt einen Blick auf den Renntitel.

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Ab in die Schrottkiste

Keine Frage: Als Neuling in der Rennszene einer Großstadt hat man zumindest zu Beginn kein leichtes Spiel. Dumme Sprüche, viele Rempler und Ärger mit der Polizei sind da vorprogrammiert. Zumindest lehrt uns dies das Studium von Streetracing-Klassikern, wie den „Fast and Furious“-Filmen.

Midnight Club: Los Angeles - Mit Highspeed und Gummiband: Die GTA-Macher geben Vollgas

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Bei Highspeed bleibt leider wenig Zeit, die schöne Landschaft von LA zu bewundern.
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Und auch in „Midnight Club L.A.“ wird man in der Stadt der Engel nicht gerade mit Willkommensgeschenken überhäuft. Dass man zudem erst einmal in einer echten Klapperkiste auf die Straße gehen muss, ist dem eigenen Ansehen nicht gerade zuträglich. Damit sich das schnell ändert, taucht man daher so schnell es geht in die örtliche Szene der Straßenrennen ein.

Via Mobiltelefon erhält man sogleich die ersten Angebote zum verbotenen Geschwindigkeitsvergleich. Auf einer hübschen Übersichtskarte, auf der man sogar aus der Satellitenansicht in eine Isoperspektive zoomen kann, werden die Herausforderer sogleich als farbige Symbole eingetragen und können als Ziel für das GPS-System aktiviert werden. Die Einfärbung zeigt übrigens das jeweilige Gegnerniveau an; zudem wird durch einen Pfeil die Fahrt- oder Parkrichtung des Fahrers visualisiert.

L.A. im Computer

Denn anders als in anderen Straßenrennspielen, lässt einen „Midnight Club L.A.“ das volle Programm des Posings und Geprolles der Straßenrennen miterleben. Anstatt sich einfach in Ruhe an die Startlinie zu begeben, wird da schon vorher ein kleiner Vergleich auf dem Weg zum Ausgangspunkt des Wettbewerbs abgehalten. Dieser entscheidet schließlich über die einzelnen Startpositionen. Die Herausforderung selbst wird übrigens stilecht durch Anflackern per Lichthupe vorgenommen – da frohlockt der 3er-Fahrer.

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Per Handy verabreden wir uns fürs nächste Rennen.
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Bei den Rennen selbst gibt es verschiedene Varianten. Mal werden auf Quasi-Rundkursen Wegpunkte abgefahren, mal muss lediglich ein Ziel am anderen Ende der Stadt erreicht werden und in wieder anderen Disziplinen muss ein Fahrzeug möglichst schnell bei seinem neuen Besitzer abgeliefert werden – vorzugsweise unbeschädigt, versteht sich.

Midnight Club L.A. bringt nur wenig Neues für das Genre der Arcaderacer, macht aber dank hoher Geschwindigkeit und der großartigen Spielwelt trotzdem eine Menge Spaß.Ausblick lesen

Alle Wettbewerbe leben dabei in erster Linie vom gewaltigen Design der Millionenstadt. Denn „Midnight Club L.A.“ setzt wie seine Vorgänger in erster Linie auf das Prinzip der freien, weitläufigen Spielwelt. So kann man von der ersten Spielminute zwischen den Rennen die gesamte Stadt erkunden und auch in den Wettkämpfen gibt es keinerlei Begrenzungen der Strecke, was man umso deutlicher spürt, wenn man einmal einen Wegpunkt verpasst.

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Schon vor den Rennen wird ordentlich Posing betrieben.
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Glücklicherweise behält man ob der guten Streckenführung in den meisten Fällen immer die Übersicht. So lassen sich der Straßenverlauf und die nächsten paar Wegpunkte auf der Minikarte am unteren Bildschirmrand während der rasanten Duelle immer gut verfolgen, so dass man einigermaßen vorausschauend fahren kann, wodurch sich immer wieder hilfreiche Abkürzungen verwenden lassen. Die Wegpunkte sind außerdem durch farbige Rauchzeichen schon von weiter Ferne gut zu erkennen, von einigen hinter Kurven liegenden Ausnahmen einmal abgesehen.

Gib Gummiband!

Kommt man doch einmal völlig vom Kurs ab, ist noch nicht alles verloren. Denn wie die meisten Arcaderacer, setzt auch „Midnight Club L.A.“ auf ein altes Hausmittel: die Gummiband-KI. Verliert man allzu deutlich den Anschluss ans Fahrerfeld oder setzt man sich im Umkehrschluss zu überlegen von der Konkurrenz ab, sorgt diese unsichtbare Verbindung nach und nach für die erneute Zusammenführung der Opponenten.

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Das Stadtbild von Los Angeles ist akkurat nachempfunden.
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Wem das immer noch nicht hilft, der ist trotzdem nicht verloren. Denn auch wenn man seine Rennen immer nur auf dem letzten Platz beendet, wird man irgendwann das Ende der Rahmenhandlung verfolgen können, der Reputation sei dank. Denn für jede Teilnahme an einem Wettkampf erhält man Rufpunkte, die schließlich nötig für das Voranschreiten der Haupthandlung sind. Fährt man also immer gemütlich von Rennen zu Rennen, sammelt auch der lahmste Sonntagsfahrer die erforderlichen Zähler, wenn auch sehr viel langsamer als die echten Bleifüße.

Um überhaupt einen der Flitzer lenken zu können, ist übrigens nur wenig Rennspielerfahrung vonnöten. Zwar sind die Stadtkurse schon zu Beginn beinahe irrsinnig schnell, dafür ist die Lenkung und das Handling der Rennkarren allerdings auch sehr direkt geraten, so dass man nur selten eine Kurve verpasst. Kleine Tricks helfen zudem bei der Fahrt an die Spitze des Fahrerfeldes. So dürfen die Wagen per B-Taste auf zwei Räder gestellt werden, und mit der gleichen Taste können die Rennkisten im Sprung ein wenig ausgeglichen werden.

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In der Werkstatt wird unser Bolide getunt.
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Nitrotanks helfen je nach Tuningstufe bis zu fünf Mal im Rennen bei der Beschleunigung. Den gleichen Effekt hat der Windschatten. Denn fährt man eine Weile direkt hinter einem Konkurrenten her, darf per Knopfdruck ein deutlicher Geschwindigkeitszuwachs ausgelöst werden.

Für alle übrigen Vergrößerungen, Verbreiterungen und – je nach Ansicht des Betrachters – Verschönerungen ist die Werkstatt zuständig. Denn dort darf neben dem Ausbessern der Fahrzeugschäden allen Vorzügen der Tuningwelt gefrönt werden. Motorenupgrades, Neonlichter, Seitenschweller – das Repertoire ist beinahe unerschöpflich. Viele Erweiterungen müssen dabei allerdings erst freigespielt werden.

Riesengarage

Dies trifft ebenso auf den Fuhrpark zu, der mit gut 50 fahrbaren Untersätzen ordentlich dimensioniert ist. Die wichtigsten Marken, unter anderem Audi, VW und Lamborghini, sind dabei vertreten. Neben Vierrädern sind zudem auch einige Motorräder mit im Spiel, die sich ebenso gut lenken lassen wie ihre großen Verwandten.

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Ready, steady, go...
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Alle Boliden eint der ordentliche Detailreichtum – eine Eigenschaft, die ebenso auf die Spielwelt zutrifft. Denn diese ist äußerst gelungen und lässt einen tatsächlich in das virtuelle L.A. eintauchen – wenngleich die meisten Teile der Stadt nicht originalgetreu nachgebaut sind, sondern an die Erforderlichkeiten eines Rennspiels angepasst wurden. Dennoch sorgen die tollen Lichteffekte mit Tag- und Nacht- sowie Wetterwechseln und viele Details, wie echte Anzeigenwände und Bauwerke, für eine lebendige und glaubwürdige Umgebung. Der gute, vielseitige Soundtrack und die zu ihren Rollen passenden Sprecher, die in der deutschen Fassung des Spiels jedoch keine Übersetzung, sondern lediglich Untertitel bekommen, runden das gute Gesamtbild ab.

Kein Wunder, dass man in diese City auch gerne seine Freunde mitnimmt – und ihnen dann in Wettkämpfen zeigt, was für Rennfahrerluschen sie sind. Selbstredend steht für derartige Beweise der eigenen Großartigkeit der Mehrspielermodus parat. In diesem jagt man entweder in normalen Rennen mit realen Gegnern über die bekannten Stadtkurse oder kämpft im Capture the Flag-Modus um Punkte. Bei beiden Varianten dürfen zudem wahlweise kleine mehr oder minder gemeine Verbesserungen zugeschaltet werden, wie etwa das vorübergehende Einfrieren von Gegnern oder EMP-Wellen, die die Motoren der Konkurrenz für eine Zeit außer Kraft setzen. Diese Powerups lassen sich auf den Kursen einsammeln und dann je nach Situation verwenden.

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MCLA bietet auch zweirädrige Fortbewegung.
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Während sich die normalen Rennen ansonsten an den Duellen im Einzelspielerpart orientieren, gilt es im Flaggenmodus eben jene Stoffsymbole einzusammeln und dann zu einem gegebenen Zielort zu transportieren. Wird man allerdings unterwegs von anderen Teilnehmern des Wettbewerbs gerammt, verliert man das Objekt der Begierde wieder, woraufhin dieses für alle Fahrer aufnehmbar an der Unfallstelle liegt.

Insgesamt machen die Mehrspielerpartien einen guten Eindruck, wenngleich Rockstar einige immer wieder auftretende Popups von Fahrzeugen und gelegentliche Ruckler bis zum Release Mitte Oktober noch entfernen sollte. Zudem sind die Rennen ohne Gummiband-KI ungleich schwerer als im Einzelspielerpart, da man bei Verpassen eines Wegpunkts oder bei schweren Unfällen zumeist kaum mehr eine Chance auf Spitzenplätze hat.