Ex-Nokia-CEO Stephen Elop gilt als heißester Kandidat für den Chefposten bei Microsoft. Sollte er tatsächlich der neue CEO werden, will Elop unter anderem die Xbox-Division verkaufen.

Microsoft - CEO-Kandidat Stephen Elop würde die Xbox-Division verkaufen

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Noch-CEO Steve Ballmer
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Da Steve Ballmer in wenigen Monaten den Chefposten bei Microsoft räumen wird, befindet sich das Unternehmen derzeit auf der Suche nach einem neuen CEO. Als heiße Kandidaten werden Fords CEO Alan Mullaly und der ehemalige Nokia-CEO Stephen Elop gehandelt. Mullaly erteilte Microsoft allerdings bereits eine Absage: "Ich liebe es, Ford zu dienen und ich habe nicht vor, etwas an meinen Plänen, Ford weiterhin zu dienen, zu ändern."

Bleibt also vorerst nur noch Stephen Elop. Außerdem ist Elop mit Microsoft vertraut, arbeitete er doch bereits von 2008 bis 2010 für Microsoft als Kopf der Business Division, bevor er zu Nokia wechselte und als erster Nicht-Finne den Posten als CEO innehielt. Im September 2013 teilte Nokia dann allerdings mit, dass Elop als CEO und Präsident abgesetzt wurde.

Während seiner Zeit bei Nokia sorgte Elop für die Kündigung von nahezu 40.000 Mitarbeitern und einer Reduzierung der Ausgaben um ganze 50 Prozent. Elop setzte auch die, bei vorherigen CEOs kaum auszudenkende Absetzung des hauseigenen Betriebsystems Symbian durch, das immerhin über zehn Jahre lang die Smartphones von Nokia antrieb. Bevor er abgesetzt wurde, konnte Elop noch einen Deal mit Microsoft landen, das die Mobiltelefonsparte Nokias für 7,1 Milliarden Dollar aufgekauft hat. Damit hat Microsoft einen Hardware-Hersteller als Waffe im Kampf gegen Googles Android-Betriebssystem.

Ein Hardliner, soviel steht also fest über Stephen Elop. Es ist zwar noch nicht sicher, ob er nun der neue CEO von Microsoft wird, aber sollte er es werden, plane er weitreichende, strategische Umstrukturierungen, die das Unternehmen wieder auf Kurs bringen sollen. So wolle er den Verkauf von Microsofts Office maximieren. Auf der anderen Seite wolle er Bereiche schließen, die sich als nicht profitabel erwiesen haben, darunter Microsofts eigene Suchmaschine Bing, das er komplett einstampfen würde.

Besonders wichtig für Spieler dürfte die Information sein, dass auch Elop die Xbox-Division als Hindernis für die finanzielle Aussicht Microsofts sehe und sie von daher verkaufen würde.

Zeichen für einen möglichen Verkauf der Xbox-Division gab es in letzter Zeit viele. Den Stein brachte Noch-CEO Steve Ballmers Rücktritt ins Rollen. Gerüchte kamen auf, wonach er nicht freiwillig den Chefposten räumte, schließlich kündigte er noch einen Monat vorher umfangreiche Umstrukturierungen bei Microsoft an, die dazu dienen sollten, das Unternehmen noch schneller, leistungsfähiger und effizienter gestalten sollten. Es heißt, Strippenzieher sei unter anderem die Investorengruppe ValueAct, die sich erst im April mit 2 Milliarden Dollar einen einprozentigen Anteil am Redmonder Unternehmen sicherten und zudem unter Druckausübung einen permanenten Sitz im Aufsichtsrat erhielten, den in Zukunft ValueActs Capital President Mason Morfit besetzen wird. ValueAct gilt als aggressiv und profitorientiert. In diesem Sinne sieht die Investorengruppe gerade in der Xbox-Division einen Klotz am Bein Microsofts, den sie nur allzu gerne absägen würde.

Doch damit nicht genug, auch andere Aktionäre meldeten sich zu Wort und verlangten den Rücktritt Bill Gates als Aufsichtsratvorsitzender. Bill Gates hatte bereits kurz nach dem Rücktritt Ballmers mitgeteilt, dass er Ballmer unterstützen werde. Die Aktionäre sehen in der alten Microsoft-Riege allerdings ein Hindernis für die geplante Neuausrichtung. Vor allem Bill Gates hatte damals die Entwicklung einer eigenen Konsole vorangetrieben, um Sony nicht allein das Feld zu überlassen.

Jüngst meldete Nomura-Analyst Rick Sherlund, dass Microsoft wichtige Einnahmen durch die Verluste der 'Entertainment and Devices'-Sparte verloren gehen, da allein die Xbox-Division jährlich 2 Milliarden schluckt - ein buchstäbliches Milliardengrab.

Sollte Stephen Elop den Posten als CEO erhalten und Bill Gates als Aufsichtsratvorsitzender abgesetzt werden, stünde den Interessen von Elop und ValueAct niemand mehr im Wege, was diesen für einen Verkauf der Xbox-Division ebnen würde.