




Oh, wie gern würde ich mit einem Superlative pumpenden Geysir beginnen. Dieses Universum, das ich seit Jahrzehnten liebe, hat massiv verloren. Schuld sind nicht allein die strukturellen Eingeständnisse, die die Größe hinter der Raumstation niemals gebührend vermitteln können und ein zusammengestauchtes Geäst aus Gängen und Kammern präsentieren - ein wenig mehr Erkundung hätte dem Abenteuer richtig gut gestanden. Doch das ist nicht mal das Schlimmste.
Wo bleiben sie, die Fantasie, die Exotik und der Einfallsreichtum, wenn es um Rätsel geht? Wieso muss man nicht mal ein paar Räume weiterdenken oder die Geheimnisse alter Apparaturen Schritt für Schritt erschließen? Ich frage mich spätestens dann, welche Richtung Team Ninja einschlagen wollte, wenn ich von der Third-Person- in die Ego-Perspektive wechseln möchte und dabei von der störrischen Wiimote-Ausrichtung angezickt werde.
Wenn man diesem „Other M“ schon zwanghaft die wichtigsten Prime-Facetten einschärfen musste, wieso darf ich dann keine Gegner scannen und als Entdecker über mich hinauswachsen? Warum muss ich minutenlang aus der Ego-Perspektive einen doofen Pixel suchen?
Es fühlt sich einfach nicht so prickelnd an, in diese Raumstation vorzudringen, weil die Kulisse den neugierigen Forscher in mir abseits von Energie- und Raketentanks am ausgestreckten Arm verhungern lässt. Und trotzdem hatte ich Spaß. Sobald Samus durch enge Schächte kugelt, über dampfende Gruben springt, mit Grapple-Beam und Co. zur Sache kommt, sobald das Abenteuer in den letzten Stunden an Offenheit gewinnt, schimmern die Stärken alter Tage vorsichtig durch.
Man hangelt sich von einem Bosskampf zum nächsten, stirbt fleißig und lernt aus den Fehlern – fast wie früher. Ja, Samus, das war ein ordentliches Abenteuer mit ungewöhnlich viel Geplapper und angenehmen Einblicken in deine Vergangenheit. Aber so richtig glücklich siehst du nicht aus, als die Credits am Ende durchs Bild purzeln. Gute Besserung!
Metroid: Other M - Samus Aran in Action2 weitere Videos
Ansehnliche Umgebungen, die weniger markant sind als die Kulissen der Prime-Trilogie. Einige der Gänge wirken gar austauschbar. Freut euch dafür auf ein kunterbuntes Effektgewitter, wenn Gegner von grellen Lichtblitzen verschlungen werden, und coole Kampfanimationen.
Haufenweise auf gruselig getrimmter Ambient-Kram statt Metroid-Klängen. Einige charakteristische Themen tauchen wieder auf, doch im Großen und Ganzen geht Team Ninja eigene Wege. Exzellent klingen die englischen Synchronsprecher aller Figuren.
Wie fühlt sich ein strukturell zusammengestauchtes Metroid an? Wahrscheinlich genau so wie „Other M“. Es macht Spaß, dunkle Gänge zu erkunden und durch enge Röhren zu rollen, es gibt einige richtig gute Bosskämpfe und sogar wenige Stellen, an denen man überlegen muss, aber mindestens genauso viele Dämpfer. Samus, du warst schon mal besser!
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