Manchmal entsteht so das Gefühl, die Entwickler würden zwischen "Wir wollen gegen den Strom schwimmen" und "herkömmliche Shootermechanik" hin und herpendeln - und damit eine Stringenz vermissen lassen, an der man sich orientieren kann. Während wir in einem Moment eine eher gängige Shooterpassage in einem Fahrzeug (Geisterbahnfeeling) erleben, erwartet uns plötzlich eine „Splinter Cell“-Anleihe, in der wir ohne Schleichen nicht vorankommen. Dann heißt es Stirnlampe aus, möglichst keine Geräusche verursachen, Fallen umgehen.
Die gespenstige Atmosphäre ist nichts für Leute mit schwachen Nerven.Die Abwechslung ist zwar löblich, aber nicht immer nachvollziehbar und unterbricht den Spielrhythmus teilweise unnötig. Dieses Schwanken führt gelegentlich zu Trial & Error-Passagen, weil einfach nicht klar ist, was die Entwickler nun wieder von uns erwarten. Die ohnehin oft nicht einfache Monsterhatz wird zudem durch das extrem altbackene Speichersystem belastet: Lediglich ein einziger Speicherslot steht zur Verfügung. Das ist auch angesichts der Tatsache, dass es zumindest zwei unterschiedliche Enden und über 40 Wendungen im Spiel gibt (auf die ihr jedoch nicht hingewiesen werdet), einfach verfehltes Spieldesign und führt zu erhöhtem Frust bei Instant-Toden.
Das Geschehen spielt sich teilweise auch an der verstrahlten Oberfläche der russischen Hauptstadt ab und erfordert den Einsatz einer Gasmaske, für die ausreichend überlebensnotwendige Filter gesammelt werden müssen. Absolut glaubhaft sind dabei beinahe klaustrophobisch wirkende Atemgeräusche, die mit zunehmender Zeit angestrengter werden, sowie die getrübte Sicht durch Atemgase und Beschädigungen des Sichtfensters. Dies trägt unheimlich viel zur dichten Atmosphäre bei und erhöht den Stress zusätzlich.
Feinde, die nahezu unsterblich sind, nerven!Allerdings verliert Metro 2033 in diesen Oberwelt-Sequenzen auch einiges von seinem Schrecken und seinen tollen optischen Reizen. Was Entwickler 4A Games gekonnt an Atmosphäre aufbaut, reißt er aber teilweise selbst mit dem Hintern wieder ein, denn die KI der menschlichen Feinde ("Neue Monster sind aufgetaucht: Faschisten!") ist oft haarsträubend schwach. Teilweise irren die Gegner wie ein Hühnerhaufen durch die Gegend, laufen ständig zwischen zwei Punkten hin und her, manchmal knien sie sich sogar neben uns oder drehen uns einfach den Rücken zu - obwohl wir direkt daneben stehen. Selbst die Mutanten lassen sich mit einem Sprung hinter eine Deckung oft so sehr irritieren, dass sie die Anwesenheit Artjoms überhaupt nicht mehr wahrnehmen.
Das atmosphärisch sehr dicht inszenierte Metro 2033 schwankt im Verlauf sehr stark und zieht erst gegen Ende - wenn wir das vermeintliche Ziel erreichen und Teil der Rangers werden - wieder an. Wird euch bis dahin immer mal wieder der eine oder andere Begleiter zur Seite gestellt, der sich dann auch aktiv am Kampfgeschehen beteiligt und sogar von den Feinden als vollwertiger Widersacher wahrgenommen wird, seid ihr ab diesem Zeitpunkt ständig von Teammitgliedern umgeben.
Das tut dem Spiel gut, teilweise erinnert es hier sogar an Bad Company 2, wenngleich die Protagonisten hinsichtlich Humor und Dialogen nicht an die Spitzbuben der B-Company heranreichen. Doch leider wird in diesem Punkt noch deutlicher, dass das Voice Acting mit dem übertriebenen russischen Akzent einfach seine Wirkung verfehlt. Amis werden auch nicht ständig im Kaugummi-Dinglish synchronisiert, ohne dass es der Stimmung abträglich wäre. Weniger wäre hier deutlich mehr gewesen, zumal Dialoge der Nebendarsteller sich teilweise überlappen und dadurch unverständlich werden.
von THQ, 4A GamesGenre: Action, Ego ShooterPC, XBox 360: 16.3.2010Offizielle WebseiteFreigegeben ab 18 Jahren
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