Über Snakes bisherige Auftritte auf Sonys PlayStation Portable waren sich die Metal Gear-Fans reichlich uneinig - taktische Kartenscharmützel sind eben nicht jedermanns Sache! Damit wieder Einigkeit in die Community einkehrt, ist mit Metal Gear Solid: Portable Ops endlich Snakes erster "richtiger" Schleicheinsatz für PSP erschienen.

Gerade Europäer mussten sich lange auf diesen Moment gedulden. Die Warterei macht sich jedoch bezahlt: Als Entschädigung hat Konami einige Extras locker gemacht. Welche genau erfahrt ihr in unserem Review - und natürlich auch, ob es Kojimas Jungs wieder gelungen ist, ein hervorragendes Schleichabenteuer abzuliefern…

Metal Gear Solid: Portable Ops - Plus Trailer EnglischEin weiteres Video

Wo Kojima draufsteht, ist Spannung drin!
In Portable Ops schlüpft ihr in die Rolle des Naked Snake alias BigBoss, dem Agenten mit der Augenklappe. Demnach ist der Titel nach den Ereignissen von Metal Gear Solid 3: Snake Eater angesiedelt. Sechs Jahre sind seit der Operation verstrichen. Inzwischen hat Schleichveteran Snake alles daran gesetzt, sich von seiner befleckten Fox-Vergangenheit zu lösen. Dass diese einen aber jederzeit einholen kann, bekommt der Elitesoldat alsbald am eigenen Leib zu spüren: Entführt von einer abtrünnigen Splittergruppe seiner ehemaligen Einheit findet er sich in einer russischen Militärbasis mitten auf der südamerikanischen San-Hiero-Halbinsel wieder.

Metal Gear Solid: Portable Ops - Zu schade fürs Terrarium: Diese Schlange verspricht ein wahres Meisterwerk!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 23/271/27
Im Nahkampf macht unserem alten Haudegen so schnell keiner was vor…
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Naked Snake gilt allerdings nicht umsonst als Konamis Vorzeigeagent, weshalb die Flucht kein großes Hindernis darstellt. Richtig brenzlig wird's für unseren legendären Soldaten erst mit der Vereitelung von Oberbösewicht Genes Plänen, der mittels einer neu entwickelten Superwaffe eine Militärnation zu gründen versucht. Der langen Rede kurzer Sinn: klasse Story, so wie man es von MGS gewöhnt ist!

Von wegen Alleingang! Be part of Snake
Damit auch die letzten Zweifler verstummen: Portable Ops hat mit den Ac!d-Kartenspielen so gut wie nichts am Hut. Das Gameplay ähnelt stattdessen sehr dem der Konsolen-Vorgänger. Scheinbar kam die portable Abkopplung den Entwicklern gerade recht, um frische Ideen in die Tat umzusetzen.

Metal Gear Solid: Portable Ops - Zu schade fürs Terrarium: Diese Schlange verspricht ein wahres Meisterwerk!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 23/271/27
Ab in den Truck mit dir! Kurze Zeit später zählen wir einen Verbündeten mehr an unserer Seite.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Es geht folglich nicht nur wie gewohnt ans Laufen, Schleichen, Krabbeln, Infiltrieren, Meucheln und sonstigen grundlegenden Dingen im Spionagealltag. Zum ersten Mal in der Geschichte von Kojimas Meisterwerk dürft ihr selbst eure Mitstreiter rekrutieren - vorzugsweise innerhalb der Reihen des Feindes. Dabei ist grobe Überzeugungsarbeit gefragt: Gegner ausknocken, zum MGS-typischen Lkw schleppen und rein damit. Anschließend schlägt sich euer Opfer von ganz alleine auf eure Seite. Auf diese Weise schließen sich euch im Laufe der kurzweiligen Missionen - ideal für unterwegs - über 100 Kameraden an und stehen euch fortan frei zur Verfügung.

Das "Sortiment" beschränkt sich dabei nicht nur auf einfache Fußsoldaten. Auch Spione, Sanitäter und Techniker lassen sich von eurem guten Willen anstecken. Auf diese Weise könnt ihr je nach Laune und Bedarf eure Mitstreiter wechseln und marschiert so weitestgehend unbehelligt durch feindliches Terrain. Weiterer Vorteil: Die Rekruten verfügen über individuelle Talente, die ihr bestmöglich ausspielen solltet.

Ein Controller, das wär's!
Ob Kojimas Spionageschusterei auch Kritik vertragen kann? Zumindest mit der Kameraführung werden wohl die meisten Spieler so ihre Probleme haben. Da die PSP mit nur einem Analognippel ausgestattet ist, kommt man nicht umhin, die Kamera über das Steuerkreuz zu justieren, was sich als überaus umständlich erweist. Versagt die automatische Kamera komplett, heißt es Smashen, und zwar auf die linke Schultertaste, die die Kamera fokussiert - auf der PS2 spielt sich's eben mit mehr Komfort. Dafür werdet ihr zumindest beim Schießen gut zurechtkommen - aus der Ego-Perspektive klappt das verblüffend gut.

Metal Gear Solid: Portable Ops - Zu schade fürs Terrarium: Diese Schlange verspricht ein wahres Meisterwerk!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 23/271/27
Aus der Ego-Perspektive ballert es sich gleich doppelt so präzise!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ein Blick auf die Karte und schon verrät euch das kleine weise x, wohin ihr gehen müsst. Der Weg dorthin erweist sich nicht als sonderlich schwer. Die Künstliche Intelligenz bei Portable Ops kommt nicht so ausgeklügelt wie sonst daher. Ohne aufwendige Manöver schleicht ihr gemütlich am Gegner vorbei. Übrigens könnt ihr währenddessen eure Mannen wechseln, indem ihr eine Kiste aufsucht und den zuvor gespielten Charakter ganz einfach dort einquartiert.

Comic statt Kino!
Legendär für jeden MGS-Fan sind zweifelsfrei die filmreifen Zwischensequenzen der Serie. Da auf eine UMD nun einmal nicht soviel draufpasst wie auf eine DVD, mussten sich die Entwickler eine Alternative hierfür einfallen lassen. Und das ist ihnen dank extrem stylischer Comic-Einspielungen wahrhaftig gelungen, auch wenn einige Fans ein wenig enttäuscht in die Röhre gucken werden.

Ebenfalls mussten Abstriche bei der Grafik gemacht werden. Dennoch sieht die Optik für PSP-Verhältnisse verdammt gut aus. Die stimmungsvollen Areale wurden mit schicken Texturen gepflastert, die Charaktermodelle mit zahlreichen Polygonen ausgestattet, und die Bildrate macht kaum Faxen - was will man mehr?! Doch damit der Lobeshymne nicht genug: Der großartige Soundtrack gepaart mit einer vortrefflichen Sprachausgabe komplettieren das Meisterstück. Den geringen Speicher schonen zu müssen und dennoch ein solches Epos abzuliefern, will gelernt sein.

Nervenzerfetzende Stealth-Action
Wer hätte gedacht, dass Snakes neueste Mission im Kleinformat sogar einen ausgeklügelten Mehrspielermodus in petto hält? Und dann noch einen derart umfangreichen. Sowohl online als auch über Adhoc geht's zum Kräftemessen zwischen den Agententeams. Erneut kommt hier der Team-Aspekt von Portable Ops zu tragen. Dabei ist besondere Vorsicht geboten: Sobald einer eurer Mannen den Pixeltod erleidet, ist er auf immer und ewig verloren.

Metal Gear Solid: Portable Ops - Zu schade fürs Terrarium: Diese Schlange verspricht ein wahres Meisterwerk!

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 23/271/27
Die Grafik hat einfach Stil!
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Ferner geht es in den Modi Deathmatch, Team-Deathmatch sowie Capture the Flag zur Sache. Besitzer der europäischen Version dürfen sich zudem über eine nette Dreingabe in Form von zwölf exklusiven Charakteren und zwei taufrischen Maps freuen. Übrigens hat Konami für Hardcore-Fans, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen würden, ein limitiertes Case aus echtem Schlangenleder in seinen Shop aufgenommen - ein echter Hingucker, sofern man nicht Greenpeace angehört. Nicht zu vergessen sei ein kleines Lob für die Game-Sharing-Unterstützung!