Hideo Kojima ist nicht unbedingt dafür bekannt, sich groß reindreden zu lassen oder kleine Brötchen zu backen. Das sieht auch bei seinem nächsten Werk, „Metal Gear Solid 5: Phantom Pain“ nicht anders aus. Doch diesmal hat die ewig lange Entwicklungszeit wohl durchaus ihre Berechtigung: Das Ding wird schließlich ein Open-World-Schleichshooter der nächsten Generation. So jedenfalls die Vision des Masterminds.

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Snake is back!

Angekündigt wurde der fünfte Teil der Serie mit einem martialischen Trailer, der mit einem wunderschönen Soundtrack praktisch den Gegenton zu brutalen Folterszenen setzte. Nur für die Rache, heißt es unmissverständlich. Man werde weder für eine Nation, eine Ideologie noch die Gerechtigkeit ins Feld ziehen.

Denn warum sind wir schließlich hier? Nur um das Leiden der Welt auszuhalten? Oder zuzusehen, wie Kindersoldaten "hochgezüchtet" werden? Nein! Wir kämpfen darum, unsere Vergangenheit, unser Leben zurückzuholen und nicht für eine wie auch immer geartete "bessere" Zukunft.

Mit dieser düsteren Hintergrundgeschichte im Kopf sollen sich Spieler „hoffentlich noch 2014“ (so ein Konami-Mitarbeiter) in eine offene Welt stürzen. Besser gesagt: in das umkämpfte Afghanistan, in das die Sowjets einmarschiert sind. Protagonist Nummer eins ist dabei selbstverständlich Snake, der offenbar eine ganze Perlenkette voller Gründe für einen langen Rachefeldzug besitzt.

Diesmal wird er übrigens vertont von TV-Star Kiefer Sutherland („24“). Konami will dabei einen Schleichshooter erschaffen, wie es ihn noch nie zuvor gegeben hat. Ihr entscheidet in „Phantom Pain“ selbst, welcher der nächste Schritt des Actionhelden auf seinem Kreuzzug darstellt. Wo und wohin? Eure Sache!

Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain - Snake ist zurück. Bald. Vielleicht. Oder so

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Alter Held, neue Stimme: In fünften Teil übernimmt Kiefer Sutherland die Vertonung von Snake und ersetzt damit David Hayter.
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Das gilt auch für das Wie: So soll es diverse Transportmittel geben, die in diese Ära passen. Neben dem landesüblichen Gaul steigt Snake auch auf eher moderne Fortbewegungsmittel um: Schützenpanzer oder Jeeps. Konami stellt eine völlig neue Art von Schleichabenteuer in Aussicht. Reiter können sich beispielsweise in Indianer-Manier vor Entdeckung durch Bösewichte schützen. Nützlich bei den eigenen Vorhaben kann auch das glaub- und wechselhafte Wetter sein.

Packshot zu Metal Gear Solid 5: The Phantom PainMetal Gear Solid 5: The Phantom PainErschienen für PC, PS3, PS4, Xbox 360 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Ein plötzlich aufkommender Sandsturm kann den Protagonisten vor den neugierigen Blicken der Wachen verhüllen. Andererseits stolpert dieser womöglich halbblind über einen im Weg befindlichen Gegner. Am besten, ihr kundschaftet die Gegend also aus, bevor ihr versucht, ein Lager oder Versteck zu infiltrieren. Das geht natürlich am besten mit einem Fernglas, das zur Standardausrüstung gehören sollte.

Die strategische Freiheit soll, so Konami, bisher unerreichte Ausmaße annehmen. Ihr habt nahezu freie Hand bei der Wahl eurer Mittel. Ob ihr euch in eine Festung schleicht oder dazu einen Lastwagen besteigt und auf dessen Ladefläche unbemerkt hineinbefördert werdet, bleibt euch überlassen. Aber: Dabei sollte man immer die realistisch ablaufende Zeit im Auge behalten. Eine Mission, die bei Nacht beginnt, endet sonst womöglich am helllichten Tag und erschwert so die getarnte Erledigung des Auftrags.

MGS-Spieler werden sich zudem über eine ganze Palette von Möglichkeiten freuen, die das Spionageleben bereichern sollen. Konami nennt es "tiefgehende Schleichoptionen", ich bezeichne es als "gekonnt kriechen und im richtigen Moment in Sicherheit hechten oder an Häuserwänden entlangkraxeln". Viel mehr als das hat man bisher jedenfalls noch nicht vom eigentlichen Spielgeschehen erspähen können. In einem offiziellen Podcast der japanischen Entwickler wurde jedoch enthüllt, dass man dem Nahkampf viel mehr Bedeutung beimessen wolle.

Wenn alles so kommt, wie Kojima verspricht, erwartet uns ein Stealthabenteuer der nächsten Generation.Ausblick lesen

Die Faustkämpfe sollen flüssiger und dynamischer ablaufen als noch in vorherigen Metal-Gear-Abenteuern. Spieler können Kontrahenten inmitten eines solchen Schlagabtauschs beispielsweise die Waffe entreißen und gegen diesen einsetzen. Während einer Kombo soll es außerdem möglich sein, zur Waffe zu greifen und mehrere Feinde nacheinander auszuschalten.

Den kenne ich doch!

Snake wird allerdings nicht das einzig bekannte Gesicht in „Phantom Pain“ bleiben. Er trifft bei seinem Rachefeldzug auf den Visionär ohne Zukunft, Kazuhira Miller, schließt sich offenbar mit seinem früheren Kontrahenten Ocelot" der „Lebenden Lüge“ zusammen, begegnet der schweigsamen Scharfschützin Quiet, dem „Code Talker“ „Skull Face“ oder Emmerich, dem Technokraten ohne Prinzipien.

Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain - Snake ist zurück. Bald. Vielleicht. Oder so

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Allzu viele Details zur Handlung wollte Konami auch auf der gamescom noch nicht preisgeben. Schade.
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Welche Rollen diese Charaktere für die Handlung tatsächlich spielen werden, bleibt ebenso im Dunkeln wie viele andere Details. So sprach Kojima zwar davon, dass es einen Mehrspieler-Modus geben soll, der von einem anderen Team in Los Angeles produziert wird. Auch von Spielern erstellte Missionen sollen Einzug ins Spiel finden. Sie sollen mittels Tablet oder Smartphone angefertigt werden können. Doch weitere Angaben zu diesen Features machte das Mastermind bisher noch nicht.

Übrigens wird das lang erwartete „Ground Zeroes“ den ersten Prolog innerhalb von „Phantom Pain“ darstellen. Er wird zwar in einigen Bereichen eine noch eingeschränkte Spielwelt bieten (etwa nur bei Nacht spielen und kein dynamisches Wetter besitzen). Laut Kojima stellt er aber ein wichtiges Bindeglied für all diejenigen Spieler dar, die von Metal-Gear-Spielen einen eher linearen Spielablauf gewohnt sind.