Ein Titel im Metal-Gear-Universum, ohne Schleichen. Wie funktioniert das? Mit Action. So wäre die Kurzbeschreibung für das neue Spiel um Raiden. Zentrales Element der Aneinanderreihung von Kämpfen: Ein Samuraischwert in Science-Fiction-Form, das schärfer ist als alles, was ich je zu Gesicht bekommen habe. Auch auf dem Bildschirm.

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Schnitte also. Die bestimmen auf meinem HUD eine Zahl, die als Blitzstatistik im rechten Teil des Sichtfeldes auftaucht. Die der Teile, in die ich meine Gegner zerteilt habe. Doch zunächst sagt im Demo von Metal Gear Rising Revengeance eine Stimme aus dem Off: „Raiden, Herr Doktor designed this for you“. Wörtlich. Erst darf ich mich mit meinem Schwert an einer Testpuppe austoben, dann kommen auch schon Monsterhorden auch mich zu – um genau zu sein, Cyborg-Horden, die mich richtig versohlen wollen.

Ich packe den Griff meines Controllers, ähm, meines Katanas aus, hüpfe über sie hinweg, nehme ihnen von hinten das Leben und lade so meine Treibstoffzellen wieder auf. Damit aktiviere ich den Klingenmodus. Und der hat es in sich.

Mit dem linken Analogstick gucke ich, mit dem rechten steuere ich das Schwert manuell. So bestimmte ich die Richtung der Schnitte, die Abfolge, auch die Schnelligkeit. Derweil klackern die Nummern hoch: Wie viele Kills, wie viele Treffer, wie viele Körperteile.

Metal Gear Rising: Revengeance - Schwert, Schnitte, Cyborgteile

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Rising erscheint zwar erst 2013, doch gibt es bereits DLC-Pläne.
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Probleme mit der USK stehen eventuell an, aber nicht unbedingt wegen des Cyborg-Schaschliks, das Raiden aus jedem Gegner macht. Beizeiten fällt einer der Halbroboter auf die Knie und winselt um Gnade. Ich zerteile ihn. Eine rundlicher Kampfplatz dient als Versuchsareal für die verschiedenen Schläge und Tötungsvarianten.

Packshot zu Metal Gear Rising: RevengeanceMetal Gear Rising: RevengeanceErschienen für PS3, Xbox 360 und PC kaufen: ab 9,99€

Was ich schon vermutet habe, sagt Konami direkt von Beginn an: „Das ist kein Schleich-, sondern ein Actionspiel“. Die Geschichte ist im Metal-Gear-Universum angesiedelt, nach Metal Gear 4, ist aber komplett autark, wird betont.

Schnibbelfest bei Metal Gear – eine Actionorgie kommt auf uns zu.Ausblick lesen

Zwar gibt es Schusswaffen, etwa ein Raketenwerfer, um einen Helikopter anzuschießen, aber die Basiswaffe ist das Katana. Das ist so scharf, dass es nicht nur weiches Fleisch und Drähte zerschnibbelt, sondern auch den Hubschrauber in neue Komponenten zerteilt.

Nicht nur Metall, auch Stein, Beton, fast alle Materialien bestehen gegen die Klinge nicht. Als dann ein Gecko auftaucht – eine Art Mech mit organischen Beinen, der mir ab und an auch einfach mal einen Tritt verpassen will -, saust der Stahl im schrägen Winkel durch den Fuß der Steinsäule, die daraufhin in Richtung Widersacher kippt.

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Metal Gear Rising: Revengeance
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Laut Konami wird diese Kampftaktik im manchem Duell zwingend nötig sein, um nicht in arge Lebensnöte zu geraten. Doch neben der nicht endenden Schnibbelei ist auch Raidens Bewegungsfähigkeit beeindruckend. Mit dem „Ninja Run“ pest der hellhaarige Protagonist über eine in eine zusammenstürzende Brücke, weicht aus, springt und rollt.

Die grafische Darstellung des Ganzen ist oberste Liga; die Bewegungen, die Nahaufnahmen, die während der Kämpfe dramatisch wertvoll immer wieder eingestreut sind. Der Hud ist übersichtlich, informativ, aber trotzdem durchgestylt, typisch asiatisch, mit Deus-Ex-Flair.

Ob Raiden allein durch die gesamte Geschichte geht? Wohl nicht, denn im Trailer begleitet eine Art Cyborg-Hund den Protagonisten, bevor das Bild in komplettes Schwarz wechselt. Schon als Kind nutzte das Raiden das Katana. Nun ist er erwachsen und will „die Dinge richtigstellen“, wie immer wieder betont wird.

Wie genau, ist unklar. Die Welt von Metal Gear Rising ist eine von Großkonzernen, von Sicherheitsfirmen, von Interessen, die nicht das Wohl des Einzelnen zum Ziele haben. Übrigens wird am Ende klar: je mehr Körperteile, desto höher die Boni. Wer rechnet eigentlich meine Kill-Schnitt-Rate aus?