Drei Jahre nach der Veröffentlichung von Mercenaries: Playground of Destruction bringt Electronic Arts dieser Tage mit Mercenaries 2 - World in Flames den Nachfolger in die Regale eurer Spieleshops. Der Actiontitel wurde lange als eine Art GTA-Killer oder zumindest als Konkurrent gehandelt, bietet allerdings lange nicht dessen Spieltiefe und Komplexität. Dafür haben all diejenigen Fans, die sich an schnell zugänglicher Action und den vielleicht grandiosesten Explosionen aller Zeiten berauschen können, vor allem eines: Spaß!

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Explosive Feierabendunterhaltung

Bevor wir zum Grund für die explosive Feierabendunterhaltung kommen, sei ein kleiner Schlenker auf den Storyhintergrund gestattet. Wie schon im Vorgänger schlüpft ihr auch bei World in Flames in die Rolle eines Söldners, der sich in einem Krisengebiet verdingt und nur an der Kohle interessiert ist. Statt Nord-Korea dient diesmal das mittelamerikanische "Ölscheichtum" Venezuela als Hintergrund der Handlung, in der sich verschiedene Fraktionen nicht nur um die Macht im instabilen Land, sondern natürlich auch um das Schwarze Gold streiten.

Mercenaries 2: World in Flames - Aus Spaß am Zerstören: Der Söldneralltag im Härtetest

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Mercenaries 2 wäre gern ein GTA 4, lässt aber letztlich doch zuviel spielerische Freiheit missen.
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Die untereinander zerstrittenen und in Konkurrenz zueinander stehenden Parteien versorgen euren Söldnercharakter (von denen euch drei Figuren zur Auswahl stehen) fortwährend mit Aufträgen, für die ihr nicht nur Cash sondern auch allerlei nützliches Kriegsspielzeug kassiert. Mit jedem neuen Kontaktmann öffnet sich schließlich auch ein größerer Teil der Map für euch.

Viel mehr muss man über diesen schwelenden Konflikt nicht wissen, denn im Vordergrund steht bei Mercenaries 2 nicht die Story, sondern die unmittelbar zugängliche Action. Anders als beispielweise GTA IV, das bekanntlich über ausgefeilte "zwischenmenschliche Beziehungen" in einer riesigen Spielwelt verfügt, geht es hier in erster Linie ums Ballern.

Mercenaries 2: World in Flames - Aus Spaß am Zerstören: Der Söldneralltag im Härtetest

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Rabiat und rau: Die zwei R der Actionunterhaltung stehen hier an der Tagesordnung.
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Und zwar aus allen Rohren. Zwar bietet auch Pandemics Actiontitel eine enorm große Sandboxumgebung, in der ihr euch austobt, das Spiel ist aber wohl eher vergleichbar mit Just Cause, denn GTA. Letztlich hat es jedoch seinen völlig eigenständigen Charme und einen Humor (Ich sag nur "The Devestator"...), der auch über längere Zeit zu unterhalten weiß.

Alles andere als perfekt

Allerdings ist Mercenaries 2 (leider) weit davon entfernt, perfekt zu sein. In erster Linie macht der Actiontitel einen technisch unfertigen Eindruck - und zwar sowohl bei der Xbox 360 als auch PC-Version, die wir uns für diesen Test angesehen haben. Dass der Titel optisch nicht in der ersten Liga mitspielt, kann man noch verzeihen, denn hässlich oder gar Last-Gen sieht anders aus. Gelegentlich blitzen sogar einige hübsche Details wie Abgas-Hitzeflimmern oder eine enorme Weitsicht (vor allem aus einem Hubschrauber gut zu beobachten) auf.

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Hässlich ist zwar anders, NextGen aber auch.
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Dagegen stehen aber auch viele matschige Texturen und eher enttäuschende Cutszenen mit hölzern agierenden Figuren. Weniger nachsichtig sind wir aber bei vielen anderen Problemen, vor allem aber der oft katastrophalen KI, was insbesondere bei der PC-Fassung üble Folgen fürs Gameplay hat. In dieser Version beachten euch die KI-Feinde häufig gar nicht - selbst wenn ihr direkt neben den paramilitärischen Widersachern oder den Regierungstruppen steht, ballert selten mal einer in eure Richtung.

Stattdessen beschießen sie sich sogar gegenseitig, drehen euch den Rücken zu und lassen sich auf diese Weise natürlich im Handumdrehen abmurksen. Zwar bietet die 360-Variante eine deutlich bessere KI und viel mehr Widerstand, trotzdem läuft die KI häufig "Amok" und guckt einfach nur die Wand an, läuft an euch vorbei oder ballert die eigenen Leute ab.

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Die KI-Gegner ignorieren euch meist völlig.
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Außerdem ist es in beiden Fassungen häufig ohne Weiteres möglich, einfach an allen Befestigungen und Wachen vorbeizurennen, das Hauptziel zu eliminieren (und den Auftrag damit abzuschließen) und sich dann einfach aus dem Staub zu machen. Teilweise sind wir direkt mit einem Kampfhubschrauber in das gegnerische Lager geflogen, haben die Zielperson dingfest gemacht und sind einfach weitergeflogen. Strange!

Nerviges Gerede

Wenn euch dieses Verhalten der computergesteuerten Figuren nicht zur Weißglut bringt, treiben euch aber möglicherweise ihre sich ständig wiederholenden Kommentare in den Wahnsinn. Ohne Sinn und Verstand oder Bezug zum Geschehen werden diese fortwährend abgespult und ihr bekommt im Laufe einer Mission ungefähr 250-mal "Das Öl interessiert mich nicht, ich will nur meinen Scheck" oder auch "Diese verfluchte Sonne, in Venezuela ist es nur heiß und es wird geschossen" zu hören.

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Witzig: Wollt ihr einen Panzer kapert, zoomt die Kamera nah ans Geschehen heran.
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Immer wieder erscheint etwa bei Panzern auch die Meldung, wir sollten den Schützen neutralisieren, um das Fahrzeug zu kapern, obwohl wir schon längst am Schalthebel sitzen und durch die Gegend rasseln. Diese Kaper-Aktionen bestehen übrigens aus kurzen Quicktime-Events, die am PC aber leicht deplatziert wirken und bei denen man dort die Symbole und damit die Handlungen kaum nachvollziehen kann. Was folgt ist daher bei dieser Version häufig ein nerviger Trial & Error-Parcours.

Der pure Spaß am Kaputtmachen: Trotz technischer Mängel entwickelt die Zerstörungsorgie schnell einen gewissen Reiz.Fazit lesen

Auch das gut gemeinte GPS führt nicht nur gelegentlich in die Irre, die Anweisungen laufen manchmal ins Leere oder passen sich nicht schnell genug den Fahrkünsten an, sodass man es am besten ignoriert. Der Eindruck, dass Mercenaries 2 teilweise unfertig ist, festigt sich zudem, wenn Missionen aufgrund von technischen Fehlern scheitern. So wurden Missionen wegen eines angeblichen Fehlers abgebrochen, obwohl wir uns genau neben der Zielperson befanden. Es hätte nicht wenige Situationen gegeben, in denen wir unserem Pad gerne einen Freiflug durchs Wohnzimmer gegönnt hätten.

Jede Menge Spielspaß

Doch glücklicherweise bietet Mercenaries 2 auch jede Menge positiver Aspekte. Im Mittelpunkt steht die sehr schnell zugängliche Action. Ihr holt euch einen Auftrag und schon gehts ohne große Verzögerungen ab ans zerstörerische Werk, denn in der Regel geht bei diesen Aufgaben jede Menge zu Bruch. Kein Wunder, fast die gesamte Umgebung ist komplett zerstörbar, selbst riesige Hochhäuser lassen sich bis auf die Grundmauern plätten - wenn man die notwendige Feuerkraft mitbringt.

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Die Zerstörungsorgien gehören zu den besten des Genres.
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Und die gibt es bei diesem Spiel zu Genüge. Zwar schleppt ihr aus einem eher überschaubaren Waffenarsenal immer nur zwei Wummen mit euch herum, dafür habt ihr allerdings die Möglichkeit, von euren angeworbenen Söldner-Kollegen eures Teams Rückendeckung bzw. Nachschub anzufordern. Ein kleiner Luft- oder Artillerie-Angriff gefällig? Ihr benötigt einen Panzer, einen Kampfhubschrauber, ein Kampfschiff, Nachschubgüter oder gar einen nuklearen Sprengsatz?

Alles kein Problem, solange die Kohle und der Treibstoff vorhanden sind und ihr diese Lieferungen via Missionen freigeschaltet oder in einem Shop eingekauft habt. Und dann scheppert es, aber gewaltig. Ob ihr nun Fahrzeuge in die Luft jagt, Benzintanks sprengt oder ganze Häuserblocks pulverisiert, das Ergebnis ist höchst anschaulich und ihr solltet bloß nicht zu dicht an den Detonationen stehen.

Es werden nämlich dutzende Trümmerteile durch die Luft gewirbelt und auch die Druckwelle kann euch noch Schaden zufügen. Die Explosionen sind wahrlich grandios und ein absolutes Highlight, an dem man sich nur schwer satt gucken kann. Unliebsame feindliche Helikopter lassen sich auf diese Weise genauso neutralisieren, wie man feindliche Bunker zerstört, man sich ausfliegen lässt oder kurz die Zentrale der Feinde dem Erdboden gleichmacht. Dieses geile Feature macht die Herangehensweise in jeder Mission abwechslungsreich und unterstützt unterschiedliche Lösungsansätze.

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Zu Zweit macht es gleich doppelt so viel Spaß!
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Das kann auch zu hysterisch-witzigen Situationen führen, wenn euer ständig besoffener Jetpilot mitten im Kampfeinsatz etwas von "Feuer im Cockpit" lallt und die Bomben an der falschen Stelle platziert. Zum Glück steuert ihr die meisten Fahrzeuge selber und das funktioniert sogar ziemlich gut. Auch wenn die Steuerung bei einigen Vehikeln leicht schwammig ausgefallen ist, überzeugt das simpel-arkadige Handling überwiegend.

Ein weiteres Highlight ist mit Sicherheit der Koop-Modus für zwei Gamer. Hier geht ihr gemeinsam auf die Jagd nach neuen Items für euer Arsenal, bewältigt die harten Herausforderungsmissionen auf Stufe 3 im Team oder richtet einfach doppelt so viel Chaos an. Das führt zwar aufgrund der etwas überstrapazierten Engine zu gelegentlichen Framerate-Einbrüchen (die es auch im Einzelspieler-Modus teilweise zu beobachten gibt), doch nur selten stört dies den explosiven Spielspaß.